Optik und Haptik
Das Design ist schlicht und funktionell. Der Verzicht auf Sicken, Military-Tornister-Klimbim und sonstige Gaming-Attitüden aus ungelenk geformtem Kunststoff ist wohltuend und optisch gefällig. Bliebe also noch die übliche Krümelanfälligkeit aller Tastaturen mit derartigen Tastern, der Rest ist allerdings gut verhindert. Die mattschwarze Oberfläche des ABS-Bodys ist interessanterweise nicht allzu fingeranfällig, hier wurde ein guter Kompromiss zwischen Rauheit und Optik gefunden.
Überhaupt die Optik: Weniger ist mehr und die leicht abgerundeten Kanten und Ecken wissen wirklich zu gefallen. Es ist fast schon eine Reminiszenz an das Soft-Line Design der frühen 1980er Jahre. Da kann dann die einfach gepresste und etwas speckig wirkende Unterschale des Bodies nicht mehr ganz mithalten. Wobei man sie ja im Allgemeinen auch nicht sieht, weil die Tastatur ja darauf steht.
Die optische Zerklüftung entsteht durch die zwei Aussparungen für irgendwelche Kabel, wobei man sogar das dicke Anschlusskabel ein bzw. zweimal durchziehen könnte. Allerdings reicht dies nicht aus, um das 1,8 Meter lange Kabel komplett aufzuwickeln, ohne Quetschorgien abzuhalten. Somit ist der funktionelle Sinn dieser Schlitze zumindest etwas fragwürdig. Das Maus- und Headset-Kabel dort durchzuführen, wäre wohl ebenfalls eher albern und nutzlos.
Usability und Funktionalität
Da die Abmessungen der Tastatur recht bescheiden ausfallen, gibt es logischerweise auch keine Handballenauflage. Vermisst haben wir sie allerdings nicht. Die sehr stabilen Aufsteller ermöglichen nämlich eine höhere Neigung der Tastatur, was dem meisten Anwendern sicher sehr entgegen kommen düfte. Gut auch, dass die Standfläche der Aufsteller gummiert wurde und so das Wegrutschen sehr effektiv vehindert wird.
Dazu tragen auch die im Boden eingelassenen Gummiflächen bei, die diese Aufgabe recht wirkungsvoll lösen können. Während die zwei Flächen in Frontbereich immer genutzt werden, gibt es zwei Äquivalente auch an der gegenüberliegenden Seite neben den zwei Aufstellern, falls diese doch mal eingeklappt sein sollten.
Rein vom ergonomischen Gesichtspunkt betrachtet ist es sicher günstiger, diese Tastatur nur im aufgestellten Zustand zu nutzen.
Insgesamt macht die Poseidon ZX trotz der geschrumpften Maße aber immer noch eine gute Figur. Die Verwindigssteifigkeit ist ausreichend und das Gewicht von knapp einem Kilo verhindert auf Grund der entstehenden Trägheit zusammen mit den Gummiauflagen das ungewollte Verrutschen der Tastatur im Eifer des Gefechts.
Die Verarbeitung ist akzeptabel und die Spaltmaße sind überwiegend vorbildlich, was neben der guten Materialanmutung auch für eine längere Haltbarkeit sprechen könnte. Schließlich hatten wir auch schon scharfkantige und klapprige Testkandidaten, die bereits optisch so hingeschludert aussahen, dass der später tatsächlich auftretende mechanische Zerfall bereits erahnt werden konnte.
Hier aber ist erst einmal alles im grünen Bereich.






