Thermalright Le Grand Macho: Passivkühler für Hochleistungs-CPUs

Thermalright schickt ein neues Schlachtschiff für (semi-)passive CPU-Kühlung ins Rennen: Der Hersteller verspricht selbstbewusst, mit dem "Le Grand Macho" ohne eigenen Lüfter selbst Sockel-2011-3-CPUs auf angenehmer Temperatur halten zu können.

Dank ihrer beachtlichen Maße und der damit einhergehenden großen Kühlfläche eignen sich Thermalrights Kühler der Macho-Baureihe nicht nur dazu, sie zusammen mit einem möglichst langsam drehenden und leise arbeitenden Lüfter auf den Prozessor zu schnallen. Sie machen auch im semipassiven Einsatz eine gute Figur: Für die Belüftung des Kühlkörpers sorgen hier allein die Gehäuselüfter.

Bereits vor etwas über einem Jahr hatten wir einen entsprechenden Test im Semipassiv-Bereich im Angebot, der unter anderem Thermalrights HR-02 Macho Zero und den deutlich größeren HR-22 umfasste. Beim Macho Zero handelt es sich um eine etwas teurere und optisch veredelte Version des HR-02 Rev. B ohne Lüfter, so dass die Ergebnisse 1:1 auf das normale Modell übertagen werden können.

Macho Zero, Le Grand Macho und HR-22Macho Zero, Le Grand Macho und HR-22

Für den Kick-off einer neuen Reihe von Kühlertests haben wir uns den heute erscheinenden, neuesten Spross der Kühlerschmiede geschnappt und dem Standardmodell HR-02 Macho Rev. B bzw. Macho Zero sowie dem HR-22 im semipassiven Einsatz gegenübergestellt.

Der neueste Streich von Thermalright erscheint  unter der selbstbewussten und überraschend frankophilen Bezeichnung Le Grand Macho und lässt damit schon einmal direkt ein (amüsiertes) Lächeln über die Lippen huschen. Ob selbiges auch nach der Erhebung der Messwerte erhalten bleiben wird, muss sich im folgenden Test zeigen.

Mit einer UVP von 59,99 Euro liegt der große Kühler immerhin 20 Euro unter dem Preis, der für den HR-22 aufgerufen wird. Letzterer verfügt im Direktvergleich über eine zusätzliche Heatpipe.

Zwar werden künftig alle Kühlertests im semipassiven Betrieb auf einer zusätzlichen Skylake-Plattform stattfinden, dennoch wollten wir es uns nicht nehmen lassen, das aktuellste Modell direkt zum Release auszuprobieren - auch wenn zu erwarten ist, dass der Macho im Semipassivbetrieb auf Haswell-E am Limit arbeiten dürfte.

Verpackung und Lieferumfang

Thermalright liefert den Le Grand Macho in einer Verpackung mit ungewohnt knalligen Farben aus. Im Inneren gibt es geschäumten PET-Kunststoff; Kühler und Zubehör wurden wie üblich sicher und ordentlich untergebracht.

Da der Kühlungsgigant für den semipassiven Einsatz konzipiert wurde, umfasst die Lieferung zwar keinen zusätzlichen Lüfter, wohl aber zwei Halteklammern, um einen 120- oder 140-mm-Lüfter mit entsprechenden Anschraubpunkten anbringen zu könne. Thermalright denkt hier vor allem an die hauseigenen Modelle TY-141, TY-147 oder TY-150, wie sie bereits bei anderen Kühlern des Herstellers zum Einsatz kommen.

Gut mitgedacht: Zusätzlich gibt es auch vier Entkopplungsgummis, die beim Einsatz eines Lüfters am Kühlkörper verklebt werden können.

Neben einer kleinen Spritze mit zwei Gramm Chill Factor III-Wärmeleitpaste bietet Thermalright wie üblich ein sehr gutes Befestigungssystem einschließlich zusätzlicher Backplate für alle gängigen AMD- und Intel-Sockel – einschließlich des mittlerweile schon berühmten (und sehr guten) magnetischen Schraubendrehers.

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36 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    respekt - wenn ich nicht so absolut gegen geldverschwendung wäre - der würde mich glatt reizen, aber solange der gute alte macho bei mir noch tut - warum tauschen? ;)
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  • st1age
    Nur als Hinweis. Temperaturunterschiede werden in K(elvin) angegeben und ich nehme an die Werte hier sollen °C darstellen...wenn der LGM die Prozessoren auf 47,2 K kühlen könnte wäre der nämlich das beste was überhaupt geht!
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  • Tesetilaro
    nicht ganz, ich finde jetzt auf die schnelle nur einen Kelvin / °C Fehler
    Quote:
    Die durchschnittliche Kerntemperatur liegt bei 47,2 K und würde damit bei einer rein theoretischen Umgebungstemperatur von 30 °C immer noch unter 80 °C liegen.


    sonst sind die Artikel aber auf "K above ambient" angegeben ;) und das wäre soweit korrekt, aber ich stub kai noch mal drauf an!
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  • st1age
    aso...na dann hab ich das vielleicht nur falsch verstanden^^..."Die durchschnittliche Kerntemperatur liegt bei 47,2 K..." kling dennoch etwas komisch ;)
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  • Plitz
    "einschließlich des mittlerweile schon berühmten (und sehr guten) magnetischen Schraubendrehers."

    Dieser liegt seit ich meinen HR-02b habe in direkter Nähe zu meinem PC. Allein für den geilen Schraubendreher hat sich der Kauf mitlerweile gelohnt :)
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  • Myrkvidr
    Ich verbesser das mal auf "liegt bei einem Delta von 47,2 K". Es sind aber tatsächlich durchweg Werte abzüglich der Umgebungstemperatur.

    @Plitz: Seit meinem ersten Macho-Test benutze ich den Schraubendreher auch auf dem Weg zu fast jedem Test :)
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  • Derfnam
    Grausamer Test. WO IST DIE ENTE???
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  • gst
    Geschlachtet und eingefroren; liegt schon fertig vorbereitet für Weihnachten in der Truhe... :D *flücht*
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  • Myrkvidr
    Obacht, hier wird gleich geschlachtet - aber nicht die Ente!!! [:myrkvidr]

    @Derfam: Demütig habe ich deinen Unmut zur Kenntnis genommen. Umzugsbedingt ist der Vorrat an Enten im Büro derzeit einfach noch nicht angemessen. Aber jetzt, wo sich schon ein treuer Leser so offenkundig an diesem Mangel stört, habe ich eine viel bessere Ausgangsposition, um dem bislang in dieser Hinsicht etwas unwilligen Chef von der Notwendigkeit einer kleinen Entenarmee im Büro zu überzeugen :D
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  • Derfnam
    Ente zu Whyn8en? Gans was neues.
    In China sind se schon weiter:
    http://images.china.cn/attachement/jpg/site1003/20120620/0019b91eca16114b840103.jpg
    Better duck and cover^^.
    Zum Kühler noch was: wär dessen Leistung mit dem Lüftertunnelteil eventuell sogar noch besser?
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  • Myrkvidr
    Jup, im Prinzip dürfte dann noch etwas mehr drin sein. Du kannst aber nicht die optionalen Tunnel vom Macho Zero nehmen. Der Kühlkörper vom LGM ragt weiter in Richtung Hecklüfter, da passt das nicht - der Tunnel in grausamer Farbe vom HR-22 würden passen, den gibt es aber nicht einzeln. Natürlich geht aber auch jede selbstgebastelte Lösung.
    Mal abgesehen davon, dass der HR-22 trotz einer Heatpipe mehr schlechter abschneidet, ist der Aufbau des Kühlblocks ansonsten identisch. Im HR-22-Test vom letzten Jahr hatte ich das mal mit und ohne AirDuct durchgespeilt, beim LGM sollten die Abstände dann zumindest ähnlich sein: http://www.tomshardware.de/cpu-cooler-cpu-kuhler-semi-passiv-kuhlung-cooling,testberichte-241672-6.html
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  • Myrkvidr
    @China: Ja, genau so stelle ich mir die ideale redaktionelle Arbeitsumgebung vor. Da liegt noch etwas Überzeugungsarbeit vor mir, aber früher oder später wird es hier sehr entenreich werden :)
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  • gst
    Glaube ich eher nicht, Suchtverhalten wird hier nicht geduldet:

    http://

    ^^ Man beachte den verliebten Blick. ;)
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  • Kordanor
    Nur ein paar kleine Verständnisfragen, da ich mich auf dem Bereich nicht wirklich auskenne:

    1. Ist zu erwarten, dass Kühler, die direkt mit einem Lüfter geliefert werden, eine bessere Leistung erzielen, als wenn man diesem Kühler hier noch einen Lüfter anschraubt? Ich vermute mal ein Kühler wie der NH-D15S CPU-Kühler wäre effizienter, da der Lüfter "im" Kühler sitzt und Lüfter+Kühler damit mehr Hand in Hand gehen?

    2. Kann man es so irgendwie (BIOS? Board Software?) einstellen, dass ein zusätzlicher Lüfter nur "zur Not" aktiv wird, also wenn die Temperatur in einen kritischen Bereich gehen würde?

    3. Ist für die Verwendung eines Passiv-Kühlers eine bestimmte Konfiguration eines Gehäuselüfters nötig? Müsste man beispielsweise auf bestimmte Gehäuse zurückgreifen, die an der passenden Stelle überhaupt einen Lüfter haben?
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  • Derfnam
    Ach, yo, hatteste ja geschrieben, dass der Klotz weiter hinten und näher am Hecklüfter ist als der andere.
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  • Myrkvidr
    zu 1: Ein Kühler mit Lüfter sollte immer ein besseres Ergenbnis liefern als ein Kühler im semipassiven Betrieb (vorausgesetzt, er ist von den Eckdaten her zumindest grob vergleichbar). Wenn du jetzt also in einem direkten Testvergleich den Noctua NH-D15S gegen den Le Grand Macho antreten lässt, wird der Noctua wohl die Nase deutlich vorn haben (ich hab ihn hier, insofern wird es dazu auch bald einen Test geben). Zumindest so lange, wie noch kein FanDuct/AirDuct zwischen Kühler und HEcklüfter am Gehäuse gesetzt wird (also ein direkter Lufttunnel).

    zu 2. Da bin ich mir jetzt nicht 100% sicher, aber aus dem Stehgreif ist mir zumindest kein Mainboard bekannt, dass ein Abschalten unterstützt. Andererseits: Ständiges Anlaufen und Stoppen ist der Langlebigkeit des Lüfters auch nicht unbedingt zuträglich. Wenn du eine sehr geringe Mindestdrehzahl für den Lüfter vorgibst (das wiederum ist auf den meisten Mainboards und bei vielen Software-Lösungen möglich), dann hörst du davon nichts aus dem geschlossenen System heraus. Die sinnvollere Lösung ist in den meisten Fällen ein Kühler mit langsam drehendem Lüfter. Außerdem: Ein paar Hersteller (Noctua gehört dazu) legen ihren Lüftern Adapter bei, mit denen die Maximaldrehzahl des Lüfters reduziert wird.

    zu 3: Ideal ist dafür ein horizontaler Luftstrom -> vorne kommt kalte Luft rein (ansaugender Lüfter) und hinten am Gehäuse wird warme Luft rausgelassen (Lüfter, der Luft aus dem Gehäuseinneren heraussaugt). Und der semipassiv gekühlte Kühler darf nicht zugebaut werden - so ganz ohne Luftstrom geht es nunmal nicht (es gibt Möglichkeiten zum Bau von voll passiven Systemen, aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte). De Le Grand Macho schneidet im Test ja unter anderem deshalb deutlich besser ab als der HR-02 Macho, weil der Kühlkörper sich viel näher am Hecklüfter befindet und dessen Sog somit unmittelbarer und direkter Luft durch die Lamellen zieheh kann.

    Ich persönlich würde in 95% aller Fälle immer einen Kühler mit eigenem (leisen) Lüfter verwenden, aber semipassiv sieht natürlich einserseits schick aus und andererseits wird dadurch eine mögliche Geräuschquelle eliminiert (ein Lüfter weniger im Gehäuse). Auf einer kleineren CPU als der im Test verwendeten kann das durchaus eine ganz coole Lösung sein, da hier die Gehäuselüfter auch noch ein wenig weiter heruntergeregelt werden können. Spannend ist es sicher auch in High-Performance-ITX-Systemen: Die RAM-Slots auf dem Mainboard bleiben frei und du hast in Gaming-ITX-Cubes, die genügend Platz für einen solchen Kühler bieten, oft ohnehin einen relativ unmittelbarenm Luftstrom, da die Front- und Hecklüfter des Gehäuses viel näher beieinander liegen als in einem Tower und ITX-Mainboard mit CPU und Kühler oft auch in einer eigenen Gehäusekammer platziert werden, so dass hier nichts im Weg ist und den Luftstrom behindert.
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  • Kordanor
    Vielen Dank für die ausführliche Antwort! :)
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  • Derfnam
    Wobei ja noch eine Kleinigkeit erwähnt werden sollte: der im Test verwendete Prozessor hat eine TDP von 140 Watt, d.h. die ist mehr als doppelt so hoch wie die eines Skylake i5-6600 (65 Watt).
    Der wird aber schon in 14 nm gefertigt, der hier verwendete 'nur' in 22 nm. was heißen kann, dass der i5 unter Volllast relativ (und vielleicht auch absolut?) mehr Hitze produzieren könnte.
    Entente testiale, Cheffe^^?
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  • Myrkvidr
    Kommt noch - der Skylake-Aufbau für entsprechende Gründelarbeiten ist erst letzte Woche hier angekommen und ich hab gerade gefühlt 80 Baustellen parallel und bastel gerade an der kommenden Storage-Teststation rum.

    Wir werden standardmäßig das 2011-3-System aus dem Test hier für starke Luft- und Wasserkühler verwenden und ein kleines Skylake-System für schwächere, kleine Kühler und den semipassiven Betrieb. Ich habe also vor, generell nochmal alles, was sich gut semipassiv betreiben lässt, auf Skylake durchzumessen (sprich: vor allem auch Kühler, die wir schon im Test hatten, die aber immer noch aktuell sind, damit es auch schön viele Werte gibt).
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  • Derfnam
    Wieso wird eigentlich kreuz und quer überall getestet? Ich bin grad auf den Test hier gestoßen:
    http://www.tomshardware.com/reviews/be-quiet-dark-rock-pro-3-cpu-cooler,4350-2.html
    Arbeitsteilung wegen der neuen Teststation?
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