Thermaltake Core P5: Offenherzig und mit dem Rücken zur Wand

Luftig, modular und jede Menge Platz - so will sich das Thermaltake Core P5 in den Vordergrund oder an die Wand spielen, je nach Vorliebe des Besitzers. Wir zeigen heute, wie man notfalls sogar Limitierungen sprengt und nette Wasserspiele realisiert.

Es gibt Gehäuse, die testet man zunächst und findet dabei mit etwas Glück auch die eine oder andere Besonderheit. Beim Thermaltake Core P5 erschließt sich der Unterschied bereits auf den ersten und nicht erst den zweiten Blick, denn es fällt vor allem optisch sofort auf.

Man wird es also mit Sicherheit nicht übersehen. Jedoch wird der potenzielle Besitzer auf dem Weg zum fertigen Aufbau auch die eine oder andere Hürde meistern und später mit den Nachteilen eines solchen Staubfängers leben müssen. Für die Problemchen haben wir deshalb eine extra Seite in diesem Review reserviert - nur das Putzen ist eigentlich nicht ganz so unser Ding.

Werfen wir zunächst erst einmal einen Blick auf die recht imposante Erscheinung, die mit knapp über 12 kg auch nicht gerade ein Leichtgewicht darstellt. Nur wo zur Hölle hat Thermaltake diese vielen Pfunde zum erfreulichen Preis von knapp unter 150 Euro (UVP) überhaupt versteckt?!

Zum einen ist der massive Body wirklich verwindungssteif und stabil, zum anderen befinden sch im Inneren ja noch weitere Stützen und Befestigungen aus stärkerem Metall sowie die von inneren Spannungen freie Rückwand, die sich wie ein normales Gehäuseseitenteil einschieben und mit Schrauben arretieren lässt.

Wir können an dieser Stelle auch bereits einen Blick ins Innere werfen, das von der mittleren VESA-Montagehalterung und den Festplattenhalterungen samt darunter liegendem Halterungsrahmen dominiert wird.

Die Standfüße sind gut ausbalanciert und vertragen auch schwerere Grafikkarten in horizontaler Position. Kopflastig wird es also in keinem Fall, was uns schon einmal beruhigt. In den beiden nachfolgenden Bildern sehen wir die unterschiedlichen Befestigungsvarianten für die Grafikkarte(n). Allerdings beschränkt sich die 90°-Montage auf eine einzige PCIe-Erweiterungskarte, da nur ein einzelnes Riser-Kabel mitgeliefert wird, obwohl sogar zwei Halterungen im Zubehör enthalten sind. Für Sound- und andere optionalen Steckkarten bleibt jedoch kein Platz auf der Platine, hier müsste mit weiteren Riser-Kabeln gearbeitet werden.

Gut zu erkennen sind auch die Aussparungen für den Radiator, den man bis zu 480 mm lang (vier 120er Lüfter) bzw. 420 mm lang (drei 140er Lüfter) gestalten kann. Der Sinn des mitgelieferten, magnetischen Staubfilters erschließt sich bei so einem offenen Gehäuse nicht wirklich. Aber sei es drum, es ist zumindest eine nette Dreingabe.

Das Front-Panel bietet neben jeweils zwei USB-3.0- und USB-2.0-Anschlüssen auch die üblichen zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für HD-Audio. Dazu gesellen sich noch zwei Status-LED, der Netzschalter und ein Reset-Taster, den man schon schnell mal aus Versehen gleich mit erwischt, wenn man einen Mikrofonstecker einsteckt bzw. herauszieht und sich dabei mit den Fingern abstützt.

Die Bauform ist ideal für eine Wandmontage geeignet, so dass wir auch diesen Part natürlich mit getestet haben. Vorn heraus ist jedenfalls alles offen und die Freude jeder ordnungsliebenden Hausfrau.

Die Frontabdeckung besteht aus relativ dickem und verwindungssteifen Acryl, wobei wir immer beachten müssen, dass dieses Material nicht sonderlich schlagfest ist und auch schnell zerkratzen kann. Polycarbonat wäre sicherer, leider aber auch teurer. Der Verzicht auf echtes (und damit auch schweres) Glas, so wie es bei den deutlichen teureren Gehäusen von InWin und Lian Li zum Einsatz kommt, hat neben dem Vorteil der Gewichtsreduzierung und des günstigeren Preises eben auch kleine Nachteile, mit denen man aber durchaus leben kann.

Lieferumfang und Zubehör

Lieferumfang und Zubehör fallen auf Grund der modularen Bauweise samt überwiegender Selbstmontage natürlich entsprechend oppulent aus. Das mit mikroskopischen Inhalten bestückte Handbuchfaltblatt ist verständlich, jedoch definitiv nichts für Gleitsichtbrillenträger. Hier könnte man - auch im Hinblick auf die Wasserkühlungs-Features - sicher auch größen- und inhaltsmäßig noch etwas nachlegen. Schaden würde es jedenfalls nicht.

Technische Daten
Modelbezeichnung:Core P5
Bestellnummer:CA-1E7-00M1WN-00
Gehäusetyp:
Midi-Tower, Show Case
Formfaktoren:
mini-ITX, micro-ATX, ATX
Abmessungen:
608 mm (Höhe) x 333 mm (Tiefe) x 570 mm (Breite)
Gewicht:
12,2 kg (Leergewicht)
Seitenteil:
Acryl-Scheibe, mit vier Schrauben arretiert
Material:
0.8 mm Walzstahl, schwarz lackiert
Laufwerke:
1 x 3.5’’ oder 2.5’’ (frei zugänglich auf Oberseite)
3 x 3.5’’ oder 2.5’’ (im Inneren, nicht frei zugänglich)
Erweiterungsslots:
maximal 8
I/O Ports (Front Panel):
USB 3.0 x 2, USB 2.0 x 2, HD Audio x 1
Einbaulängen:
Netzteil: max. 200 mm (falls Reservoir)
Radiator: max 1x 480mm bzw. 1x 420 mm
CPU-Kühler: max 180 mm Einbauhöhe
VGA-Karte: max. 280/320 mm (mit/ohne Reservoir)
Lüfter:
max. 4 x 120mm bzw. 3 x 140mm (optional)
Hersteller-Link:
Thermaltake Produktseite
UVP:
149,90 Euro

Packen wir nun alles aus und ins Gehäuse, denn es wartet eine wirklich nette, aber auch unerwartet herausfordernde Aufgabe auf uns.

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32 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Wenn es genauso schlecht gemacht worden ist, wie das Thermaltake Level 10 Limited Edition dann wird das hier auch kein großer Wurf. Ich hatte mir damals solch ein Gehäuse gekauft. Erschreckend.
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  • Was hastn da für einen Monstermonitor? Da brauchst ja einen Kompass.
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  • Excel-Tauglich!
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  • Warum verlangt Phobia eigentlich vergoldete Preise für diese LED-Strips, die es anderswo mit dem gleichen Paar Billigcontroller (zumeist in weiß) und Billigfernbedienung meterweise für einen Bruchteil des Preises gibt...
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  • Frag Phobya :)

    Und dann vergleiche die LED nach 1000 Betriebsstunden...
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  • Ist da nur ein Riser-Kabel dabei? Bissle wenig...
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  • geiler test...

    @igor - bezüglich der LED stripes, ich hab ne 5 m rolle ausm baumarkt für 20 € jetzt schon ca. 2400 Stunden als Nachtlicht im Betrieb gehabt - einwandfrei, keine farbveränderungen, alles schick... und 2400 ist schon arg nach unten gerundet ;)
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  • Wo kommt denn da kalte Luft rein? Wie warm wird die eine SSD bzw werden die möglichen 4 Festplatten?
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  • Die Luft kommt überall rein und der Staub auch. Ich finde das leere Gehäuse fast schöner als das voll ausgestattet Gerät :D
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  • Wie würde das denn funktionieren, wenn man nicht nur eine Grafikkarte, sondern beispielsweise 3 oder 4 Erweiterungskarten nutzt?
    Das kollidiert doch zwangsläufig irgendwo.
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  • Wenn man entsprechend Kabel haette waere das kein Problem
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  • Diese Flachbandkabel fuer PCIe lassen sich eigentlicxh auch nachbestellen/ von Anderen herstellern besorgen. Finde es nur ein wenig bescheiden, das hier nur ein Kabel dabei ist.
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  • ja, aber willst Du für 5 % der Nutzer - und auf mehr schätze ich die SLi / CF nutzer nicht - deine Kalku durcheinander bringen, oder doch lieber den profit optimieren und ein überteuertes Riser Kabel anbieten mit garantierter Kompatibilität ;)
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  • 65059 said:
    geiler test... @igor - bezüglich der LED stripes, ich hab ne 5 m rolle ausm baumarkt für 20 € jetzt schon ca. 2400 Stunden als Nachtlicht im Betrieb gehabt - einwandfrei, keine farbveränderungen, alles schick... und 2400 ist schon arg nach unten gerundet ;)


    Ein Kumpel von mir musste mit zwei solcher Rollen ja unbedingt sein Wohnzimmer beleuchten, aber sein Netzteil hat wohl leicht über 12 Volt rausgehauen, die billigst-Controller können das nicht abfedern, nun ist das Licht grünlich verfärbt.

    Wirklich einen Aufpreis wert sind digitale (also einzeln ansteuerbare) LEDs, mit denen man die tollsten Dinge tun kann (wie wirklich gutes Selbstbau-Ambilight), aber die Phobya sind tatsächlich die ganz normalen Billigstrips samt fragwürdigen Controllern, die es in der Bucht aus China für einen Bruchteil des Preises in der gleichen (bescheidenen) Qualität gibt.
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  • Joa. Ich habe diese Strip von Osram. Schon die Fernbedienung ist immer identisch. Spricht Baende.
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  • Die Fernbedienung ist toll. Der Controller erkennt auch Signale sämtlicher anderer Fernbedienungen, die ich kenne, weil die verwendeten Codes ultrakurz sind. Die "Premium" Taste auf meinem LG-Fernseher führt zu einem edlen grün (eben premium), die mute-Taste meiner Philips-Anlage deaktiviert den Controller und damit das Licht passenderweise ganz :-D

    Ich kann es ja nicht verkeifen, wenn ich zu Besuch bin, wahllos Fernbedienungen mitzunehmen... Der eine Blinkmodus ist auch toll, da werden die LEDs zum Teil ganz schnell hintereinander ein und wieder ausgeschaltet, manchmal werden sie auch extrem weit heruntergedimmt. Dann klackert das Billignetzteil fröhlich vor sich hin und brummt,weil es sich so wohl fühlt ..
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  • Ich habe mir RGB Strips als riesige 25m Rollen mitgebracht, so etwas kostet an einem Eletronik-Ramschstand in Shenzhen pro Stück weniger als eine Schachtel EU-Kippen. Nachteil: gute SMD-LED (je nach Charge, kann man vor Ort sogar testen), aber mieses Klebeband. Die Dinger muss ich immer nachkleben.
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  • Sieht doch sehr harmonisch aus, vorallem mit Equalizer. ^^
    Jetzt noch ein schickes Hardtubing und das Build ist perfekt. Das Gehäuse lädt ja quasi zum Modden ein und ist denke ich wirklich nur als Showcase für Events zu gebrauchen, oder für jemanden der Putzen als Hobby betreibt. Ich finde es wirklich schick und es ist ein guter Ersatz für das X9 Projekt. ;)

    Worauf sollte man denn beim Kauf solcher LED-Strips achten, bezogen auf die angesprochenen SMD-LEDs?
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  • Das sie möglichst günstig sind :P Vorher anschauen geht ohnehin natürlich nicht beim Onlinekauf..
    Am wertigsten und vielseitigsten sind solche LEDs, aber die sind eben auch teuer und erfordern mehr arbeit bei der Installation


    Ich muss sagen, das Thermaltake wäre zwar nichts für mich, aber die Idee ist schon toll. ist halt wirklich etwas eigenes, was es so vorher auch noch nicht gab, neue Ansätze sind immer schön zu sehen !
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  • Netter Test. Aber wie es oben schon gesagt wurde: Irgendwie sieht das Gehäuse leer besser aus als voll.
    Da hat man noch die Illusion, wie super toll alles aussehen würde.

    Ist es dann schließlich zusammengebaut, dann ist es halt doch nur ein PC hinter einer Scheibe. ... naja, ein quietsch-bunter PC mit Zappellicht. (Equalizer? Eher nicht...). Dazu das Staubproblem, was nur durch die Wandmontage reduziert wird.

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    Wieso kann ich den Spoiler eigentlich nicht anklicken? Braucht man dazu neuerdings besondere AddOns oder ist es einfach gewollt, dass das angezeigt, aber nur im Forum anklickbar ist?
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