Thermaltake Engine 27: Flacher CPU-Kühler für SFF-Systeme

Fazit: Passable Kühllösung für spezielle Einsatzszenarien

Eine finale Bewertung des Thermaltake Engine 27 fällt schwer. Schließlich muss hier berücksichtig werden, dass es sich um eine Speziallösung handelt, die nicht in jedem Aufbau die richtige Kühllösung darstellt.

Verarbeitung, Optik, Montage und Kompatibilität sind tadellos. Der Engine 27 fällt für seine Größenklasse überraschend schwer und somit auch stabil aus und ist mit einer Bauhöhe von 2,7 cm einer der kleinsten Prozessorkühler, die es aktuell zu kaufen gibt. Dass er dabei dennoch auf dem Niveau von Intels größerem Boxed-Kühler kühlt, ist erfreulich. Der direkte Konkurrent ist somit Noctuas NH-L9i, der zwar etwas besser kühlt, aber auch einen ganzen Zentimeter höher baut.

Damit empfiehlt sich Thermaltakes Speziallösung ganz sicher nicht für den Einsatz in großen Tower-Systemen – eingedenk des Anschaffungspreises von 45 bis 50 Euro gibt es nämlich für normale Desktop-Systeme deutlich mehr Kühlleistung für weniger Geld.

Gibt das Gehäuse allerdings nicht viel Platz her (z.B. kompakte SFF-Gehäuse oder Racks), kann der Engine 27 schnell alternativlos erscheinen. Etwas niedriger ist allein Silverstones NT07-115X, der allerdings auch weniger Abwärme weg schafft. Wir hatten in der Vergangenheit bereits eine ganze Reihe von Kleinstkühlern getestet, damals allerdings noch auf Basis einer anderen Plattform, so dass an dieser Stelle keine direkten Vergleichswerte vorliegen.

Das schneidend-pfeifende Geräusch, dass durch die Rotorblätter aus Aluminium selbst bei reduzierter Drehzahl hervorgerufen wird, wird allerdings Liebhaber besonders laufruhiger Systeme stören.

Dafür kann das Radiallüfterkonzept allerdings umliegende Komponenten wie Arbeitsspeicher und Spannungswandler mitkühlen: Wird der Engine 27 gemäß seines angedachten Einsatzbereiches in einem sehr schmalen System eingesetzt, kann das ein umso größerer Vorteil werden, wenn auf sonstige Gehäuselüfter verzichtet werden muss oder nur ein 4-cm-Lüfter im Gehäuse zum Einsatz kommt, der keinen ausreichenden Gehäuseluftstrom erzeugen kann.

Thermaltakes Engine 27 ist eine Speziallösung, Punkt. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises sollten sich Kaufinteressenten der Tatsache bewusst sein, dass das an sich stimmige Konzept einige bauartbedingte Vor- und Nachteile mitbringt. In sehr schmalen Systemen können die positiven Eigenschaften überwiegen; dann bekommt man einen sehr gut verarbeiteten und für die Größe leistungsstarken Kühler, der besonderen Ansprüchen an die Möglichkeit zum besonders leisen Betrieb allerdings nicht gerecht werden kann.

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Derfnam
    Gemessen am Brimborium, was um das Ding gemacht wurde, kreißte der Berg und gebar ein immerhin fiependes Mäuschen. Oder?
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  • fffcmad
    Ich wollte ihn erst kaufen, leider ist er zu schwachbrustig. Bin dann auch einen flachen Noctua bei meinem Dateiserver gewechselt. War guenstiger und er tut seinen Job.

    irgendwann soll ein großes Modell erscheinen. Leider duerfte mein Macho zu leise sein, als das dieser fuer mich attraktiv waere. Schade eigentlich. Diese Technik klingt fuer mich nach einem guten Fortschritt.
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  • alterSack66
    Arg teuer für das was er leistet.
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