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Thunderbolt Storage: Speichern wie der Blitz

Thunderbolt Storage: Speichern wie der Blitz
Von , Achim Roos

Was USB 3.0 für den PC ist, soll Thunderbolt für den Mac übernehmen. Die neue Schnittstelle ist allerdings deutlich schneller und erreicht über diverse technische Raffinessen eine extrem hohe Performance.

Thunderbolt ist eine von Intel unter dem Namen Light Peak entwickelte Schnittstelle, die vorerst nur bei Apple-Rechnern anzutreffen ist, und gehört zur Grundausstattung von MacBook Air, MacBook Pro, iMac und Mac mini in der jeweils aktuellen Generation. So weit, so unspektakulär, könnte man meinen. Fragt man allerdings Apple, dann ist Thunderbolt nichts Geringeres als die leistungsstärkste und flexibelste I/O-Technologie, die je in einem Personalcomputer steckte. Diese kernige Ansage untermauert der Hersteller mit zahlreichen Argumenten, angefangen bei der Schnittstellen-Performance. Thunderbolt verfügt pro Anschluss über zwei Datenkanäle mit einem nominellen Durchsatz von jeweils 10 Gb/s, der sowohl für die Übertragung vom Peripheriegerät zum Apple-Rechner als auch für den umgekehrten Weg gilt. Thunderbolt überträgt Daten theoretisch 12-mal schneller als mit FireWire 800, 20-mal schneller als mit USB 2.0 und sogar deutlich flotter als USB 3.0, wo immerhin eine Bruttobandbreite von 5 Gb/s zur Verfügung steht.

Durch seine beiden Kanäle kann Thunderbolt mit zwei Datenströmen gleichzeitig hantieren, ohne dass ein Kanal den jeweils anderen beeinflusst und den Datentransfer ausbremst. Denkbar wäre so beispielsweise eine Datensicherung vom Mac auf ein Thunderbolt-RAID-Array, während von dort aus gleichzeitig ein HD-Film Richtung Mac kopiert wird, wohlgemerkt über das gleiche Kabel, dessen Enden jeweils ein Blitzsymbol ziert.

Peripheriegeräte als PCI-Express-Verlängerung

Für Thunderbolt sprechen neben der Bandbreite und dem doppelten Datenkanal auch die Art und Weise, wie sich die Schnittstelle an ein Mac-System anbindet. Da PCI Express zum festen Bestandteil von Thunderbolt gehört, arbeitet die I/O-Technologie wie eine externe PCI-Express-Verlängerung. Sämtliche an den Mac angeschlossenen Thunderbolt-Geräte können deshalb dessen PCI-Express-Leistung nutzen. Je nach Anforderung lässt sich die gewünschte Funktion einfach über ein entsprechendes Thunderbolt-Device zuschalten.

Die anvisierte Vielfalt des Gerätepools gehört ausdrücklich zur Designphilosophie: Weil die Thunderbolt-Schnittstelle exakt die gleichen Abmessungen wie ein Mini-Displayport besitzt, lassen sich neben klassischen externen Geräten wie Massenspeicher zum Beispiel auch HD-Displays oder externe Grafikkarten andocken, die über besagten Mini-Displayport verfügen oder für die Mac-Domäne typische Lösungen wie Videoschnittsysteme. Auf den bei USB-Geräten gewohnten Komfort muss man dabei nicht verzichten, weil Mac und Thunderbolt-Device die Konfiguration automatisch unter sich ausmachen und die Sache damit für den Anwender wie bei Plug & Play sofort nach Einstecken des Kabels erledigt ist.

Mehr Leistung durch Serienschaltung

Um bei den Beispielen zu bleiben, könnte man Massenspeicher, HD-Display, Grafikkarte und  Videoaufzeichnungsgerät auch gleichzeitig über einen einzigen Thunderbolt-Anschluss betreiben, da jedes Thunderbolt-Gerät wie ein Hub fungiert und seinerseits Anschlüsse für weitere Thunderbolt-Geräte bereitstellt. Laut Apple funktioniert diese Daisy Chain mit bis zu sechs Peripheriegeräten und so ließe sich zum Beispiel durch eine Serienschaltung aus mehreren Massenspeichern ein extrem schnelles Storage-System aufsetzen. Mit seiner Architektur empfiehlt sich Thunderbolt deshalb besonders für Einsatzszenarien, die nach einer mit Workstations vergleichbaren I/O-Performance verlangen.

Gesucht: Thunderbolt-Hardware für Praxistest

Wer sich abseits von MacBook Air, MacBook Pro, iMac und Mac mini mit Thunderbolt-fähiger Hardware eindecken will, wird bislang kaum fündig, denn die Schnittstelle wurde erst im Februar 2011 offiziell vorgestellt, und so kann von einer flächendeckenden Unterstützung durch Hersteller noch keine Rede sein. Auf seiner Webseite führt Apple deshalb gerade einmal 10 Thunderbolt-Geräte auf, wobei drei davon Adapter sind. Auch wir hatten Schwierigkeiten, passende Hardware für einen exemplarischen Leistungscheck aufzutreiben, wurden aber schließlich doch fündig und konnten zwei der drei von Apple gelisteten Massenspeichern ins Testlabor holen: Die RAID-Storage-Systeme LaCie Little Big Disk Thunderbolt Series und Promise Pegasus R6 haben wir an einem Apple iMac angeschlossen und getestet.

Alle 15 Kommentare anzeigen.
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  • Anonymous , 6. Dezember 2011 13:30
    Zwei extrem schnelle Thunderbolt Anschlüsse 800 MB/s Bandbreite aber ein Preis von fast 2000€ ist eine Menge, netter Test von THG!
  • amd64 , 6. Dezember 2011 15:25
    Ging es jetzt nur um Thunderbolt oder warum lässt der Artikel alle Raid Modi ausser Raid 0 aussen vor? Raid0 über 6 Platten ist so ziemlich das letzte was man in der Realität macht!
  • Anonymous , 6. Dezember 2011 16:33
    Zitat :
    Ging es jetzt nur um Thunderbolt oder warum lässt der Artikel alle Raid Modi ausser Raid 0 aussen vor? Raid0 über 6 Platten ist so ziemlich das letzte was man in der Realität macht!


    So ist es!
    Von der Sicherheit her ist Raid 0 die schlechteste Lösung fällt eine Platte aus lassen sich die Daten schlecht rekonstruieren,
    während der vollständige Ausfall eines einzelnen und entsprechend größeren Speichermediums einen vollständigen Verlust aller Daten zur Folge hätte. RAID 0 ist daher nur in Anwendungen zu empfehlen, bei denen Datensicherheit kaum von Bedeutung ist oder durch eine geeignete Form von Datensicherung anderweitig gewährleistet wird.
  • Blechraucher@guest , 7. Dezember 2011 00:27
    Naja, wo bleiben die Geräte? Die LaCie sollen übrigens wahnsinnig laut sein.
  • quixx , 7. Dezember 2011 08:44
    Im Filmschnittstudio ist ein Raid0 sicher brauchbar, so fragil sind Festplatten dann auch nicht.
    Habe ich das mit der maximalen Kabellänge überlesen? Das Lacie will man nicht im Raum des Schneideplatzes laufen lassen.
  • crazymath , 7. Dezember 2011 14:31
    Im Moment kommt man also günstiger, wenn man einen Zweitrechner aufstellt, z.B. das Lian Li ITX-Gehäuse mit ITX-Board + 10Gbit-Ethernetkarte + gefüllt mit HDDs, welche man dann ans Netzwerk hängt.

    Wird auf jedenfall interessant, wenn der Anschluss am Notebook Einzug findet und man das Thema Externe Grafiklösung dann wieder betrachtet....dazu müsste Thunderbolt in diesem Fall aber 5 Mal so schnell arbeiten können.

    Schlecht finde ich allerdings, dass bereits jetzt 2/3 der maximalen Leistung erreicht wird. Diese Reserve dürfte dann doch schnell ausgeschöpft werden.
  • Crass Spektakel , 8. Dezember 2011 06:51
    Also nichts für ungut, eine Schnittstelle die im Rechner mehrere 100 Euro Aufpreis kostet, Endgeräte die das doppelte von USB3-Hardware kostet und dann gerademal 30-40% Mehrleistung bringen... wer braucht das?

    Während man in Villa Apple noch auf Donnerbolzen wartet hat man in Villa Spektakel schon für 30 Euro ein externes USB3-Laufwerk gekauft.

    Und das allerbeste: Mit Ethernet gibts schon seit fünf Jahren schnellere Lösungen und zwar günstiger und mit RIESIGER Auswahl.

    Beispiel, Eurostor NAS mit 6 Laufwerken, 4x1GBit Ethernet für 600 Euro (leer) oder für 200 Euro Aufpreis mit 2x10GBit Ethernet (wohl ohne Märchensteuer).

    Viele gehobene PCs haben längst 2x1Gbit oder können für 100 Euro mit 4x1Gbit, für 300 Euro mit 2x10GBit oder für 600 Euro mit 2x40GBit aufgerüstet werden.

    Flexibler sind diese Geräte auch, entweder als NAS oder SAN angesprochen (vereinfacht gesagt, NAS=Samba, SAN=iSCSI)

    Endgeräte dafür gibts genug um mehrere Messehallen mit Ausstellern zu füllen.
  • besserwisser11@guest , 8. Dezember 2011 08:20
    Zitat aus dem Artikel: "Thunderbolt ist eine von Intel unter dem Namen Light Peak entwickelte Schnittstelle, die vorerst nur bei Apple-Rechnern anzutreffen ist."
    Und was ist mit dem Sony Vaio Z (z.b. VPCZ21V9E)?
    Dort wird die Dokingstation via Light Peak angeschlossen.
    Ob und wie kompatibel mit anderen Geräten als der Dokingstation? keine Ahnung.
  • Tino33@guest , 8. Dezember 2011 13:05
    So lange es Thunderbolt nicht zum Aufrüsten gibt wird diese Schnittstelle genau so wie FW800 neben USB2.0 ein Schattendasein führen.
    Dazu vergisst man leicht das die Geräte immer nur in Reihe angeschlossen werden können und eine Hub wird es nicht geben. Dazu wäre mal interessant was passiert wenn neben einem RAID noch ein zwei Displays anschließt, da bleiben dann auch keine 20Gbit mehr übrig.
    Jeder hochwertige Rechner kommt per eSATAIII oder SAS auf die gleiche Geschwindigkeiten.
    Im Laptop Segment sind solche Geschwindigkeiten sogar im Gerät möglich. Eine Thinkpad W520 kommt im RAID0 mit zwei SSD auf knapp 600MB/Sekunde.
  • firejohn , 15. Dezember 2011 19:02
    doll-by-dollSo ist es!Von der Sicherheit her ist Raid 0 die schlechteste Lösung fällt eine Platte aus lassen sich die Daten schlecht rekonstruieren, während der vollständige Ausfall eines einzelnen und entsprechend größeren Speichermediums einen vollständigen Verlust aller Daten zur Folge hätte. RAID 0 ist daher nur in Anwendungen zu empfehlen, bei denen Datensicherheit kaum von Bedeutung ist oder durch eine geeignete Form von Datensicherung anderweitig gewährleistet wird.


    Häh? Wisst ihr überhaupt um was es hier geht? Nicht um Sicherheit/Redundanz.
    Es geht um den Anschluss und mit Raid 0 holt man in der Hinsicht das meiste raus.

    Crass SpektakelAlso nichts für ungut, eine Schnittstelle die im Rechner mehrere 100 Euro Aufpreis kostet, Endgeräte die das doppelte von USB3-Hardware kostet und dann gerademal 30-40% Mehrleistung bringen... wer braucht das?Während man in Villa Apple noch auf Donnerbolzen wartet hat man in Villa Spektakel schon für 30 Euro ein externes USB3-Laufwerk gekauft.Und das allerbeste: Mit Ethernet gibts schon seit fünf Jahren schnellere Lösungen und zwar günstiger und mit RIESIGER Auswahl.Beispiel, Eurostor NAS mit 6 Laufwerken, 4x1GBit Ethernet für 600 Euro (leer) oder für 200 Euro Aufpreis mit 2x10GBit Ethernet (wohl ohne Märchensteuer).Viele gehobene PCs haben längst 2x1Gbit oder können für 100 Euro mit 4x1Gbit, für 300 Euro mit 2x10GBit oder für 600 Euro mit 2x40GBit aufgerüstet werden.Flexibler sind diese Geräte auch, entweder als NAS oder SAN angesprochen (vereinfacht gesagt, NAS=Samba, SAN=iSCSI)Endgeräte dafür gibts genug um mehrere Messehallen mit Ausstellern zu füllen.


    Netzwerkschnittstellen, die im Privatgebrauch üblich sind.... jaja xD. Thunderbolt zielt ja wohl eher weniger auf Serverfarmen oder so was in der Art.
    Überhaupt diese Netzwerkgeschichten gegenüber dem Thunderboltanschluss zu stellen...

    Außerdem hat man am Thunderboltanschluss mehr die Variation verschiedener Endgeräte anzuschliesen.
  • Anonymous , 16. Dezember 2011 09:50
    @firejohn

    Zitat :
    Häh? Wisst ihr überhaupt um was es hier geht? Nicht um Sicherheit/Redundanz.
    Es geht um den Anschluss und mit Raid 0 holt man in der Hinsicht das meiste raus.


    Mein Kommentar bezog sich ausschließlich auf ein Raid 0 Verbund mehr nicht!
  • firejohn , 16. Dezember 2011 22:12
    doll-by-doll@firejohnMein Kommentar bezog sich ausschließlich auf ein Raid 0 Verbund mehr nicht!


    aha und gemeckert wurde nicht, wieso Raid 0 verwendet wird, und die selbstverständlichen sinnvolleren Raid-Modi angeführt wurden. :D 
  • Anonymous , 17. Dezember 2011 09:50
    Zitat :
    Es geht um den Anschluss und mit Raid 0 holt man in der Hinsicht das meiste raus.


    Der link beantwortet alle Fragen!
    http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=738685
  • res_severa@guest , 6. Januar 2012 22:49
    Es ist doch immer das gleiche: Menschen, die (wohlwollend) keinen vernünftigen Einsatzzweck oder (weniger wohlwollend) keinen Plan von der Konzeption von bestimmten IT-Produkten haben, maßen sich völlig schmerzfrei an, endgültig darüber zu urteilen.
    Ich lasse in meinem kleinen Unternehmen Videos produzieren, vornehmlich für KMU, fast alle für Web und DVD-Distribution. Einer unserer Arbeitsplätze besteht seit ein paar Wochen aus einem iMac, Final Cut X (noch so ein Bashing-Einfallstor für Vollpfosten und Senderfestangestellte) mit zwei zusätzlichen Thunderbolt-Displays und nun einem R6. Komisch, kein Stück Technik in meinem Laden ist äter als 13 Monate, aber wenn die Cutter freie Wahl haben, dann gehen sie an den iMac. Und wenns dem Herrn Geschäftsführer zu wohl wird - also mir - dann schließt er sein Macbook pro an das Display/Raid-Bundle und freut sich wie ein Schneekönig, während er sich die Abnahme-Schnitte auf sein Notebook zieht und zum Kunden düst.
    Nach 12 Jahren im Geschäft, diversen "mühseeligen Trampelpfaden" mit irrsinnig teuren SCSI-Arrays, dauernd meckernden Avids, hakligen Multimonitor-Lösungen mit Matrox, rauchenden Serverschränken, Mac Pros etc. ist diese Konfiguration so dermaßen nah dran am Optimum FÜR UNS UND UNSER UNTERNEHMEN, dass ich mich auf die Zukunft nur freuen kann.
    Dieses "iss doch scheiße, das kann das und das nicht" ist ziemlich engstirnig. Ein Nischenprodukt abwertend als ein ebensolches zu bezeichnen auch: Leute, es gibt irrsinnig viele Menschen da draußen, die sich irrsinnig über genau die passende Nischenlösung freuen. Es tut mir ernsthaft leid, dass Thunderbolt nicht genau für Euch gemacht wurde. Dann könnte es sicher noch mehr!
  • Anonymous , 3. Juni 2012 13:11
    Mit einer vernünftigen Thunderbolt Storage Konfig und mehreren € Tausendern sollte das auch kein Problem sein aber wer hat die als privat User übrig!
    ;)