Anmelden / Registrieren

The Division: Koop-Mode im Hands-on-Test

The Division: Koop-Mode im Hands-on-Test
Von

Am Mittwoch hatten wir die Gelegenheit, Ubisofts spannende Mischung aus Koop-Shooter und RPG sowohl im normalen Bereich als auch der Dark Zone zu spielen. Dabei ist ein kurzes Gameplay-Video samt Eindrücken vom zusätzlichen Überlebensleitfaden entstanden.

Spannend ist bereits das Setting von Tom Clancy’sThe Division: Im Gegensatz zum Gros der postapokalyptischen Spiele setzt Ubisoft auf einen Zeitpunkt, zu dem ein tödliches Virus in New York als Ort des Geschehens sowie weiteren Städten ausgebrochen ist, sie aber noch nicht lahmgelegt hat. Die Pandemie steckt noch in den Kinderschuhen.

Das Virus breitet sich am Black Friday und nicht zuletzt über die Verwendung von Bargeld aus. Der reale Hintergrund der Dystopie: Über 50% der Amerikaner zahlen bei der jährlichen Rabattschlacht entgegen sonstiger Gepflogenheiten in Cash, gerade Geldscheine eignen sich aber als Träger für Bakterien jeglicher Art.

Burger, Hotdogs und Zocken - Herz, was willst du mehr?Burger, Hotdogs und Zocken - Herz, was willst du mehr?

Für viel Spaß sorgt in diesem Zusammenhang Ubisofts Cash Contagion: Durch die Eingabe der ersten 5 Stellen der Seriennummer eines eigenen Geldscheins kann sich jeder Interessierte online einen Schätzwert über Bakterien, Drogen- oder auch Urinrückstände auf dem eigenen Bargeld anzeigen lassen. Das lädt geradezu zum Mitmachen und Vergleichen ein: Wer hat den schmutzigsten Geldschein?

Ein entsprechendes Video zur Ausbreitung des Virus hatten wir bereits im Rahmen unserer News vorgestellt. Der erzähltechnische Rahmen ist folglich auch nicht in einer leeren Welt angesiedelt, sondern ist in einem zwar teilweise verbarrikadierten und zonenweise nicht mehr durch die öffentlichen Ordnungsmächte kontrollierten, aber eben nicht leeren New York.

So liefen während der Einführungsmissionen, während derer wir beim Presseevent von Ubisoft bis zum siebten Level aufsteigen konnten, hustende Zivilisten durch die teilweise noch eindeutig belebte Stadt. Andernorts wurden wir aus Fenstern von Hochhäusern von besorgten Bürgern beobachtet. Und natürlich gab es auch organisierte, kriminelle Banden, die Teile der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Den berühmten, sich im Schnee erleichternden Hund bekamen wir hingegen nicht zu Gesicht.  ;)

Die Spielwelt und das Gameplay sollen laut Ubisoft maßgeblich von Wetter und Tageszeit beeinflusst werden – in unseren Testmissionen, die sich eher auf die grundlegende Missionserfüllung konzentrierten, konnten wir das noch nicht im Detail ausprobieren. Aber stimmungsvolle, düstere Settings gab es allemal.

Sämtliche mitgeschnittenen Videos stammen übrigens von der PS4-Version von The Division. Erwartungsgemäß deutlich schicker wirkt das Ganze auf dem PC, wie der offizielle 60-FPS-Trailer von Ubisoft beweist. Denn eins ist klar: Der Trend geht hin zu großen und dementsprechend hochauflösenden Bildschirmen, an denen gespielt wird. Entsprechende Inhalte können die mittlerweile betagten Next-Gen-Konsolen, die maximal 1080p-Auflösung mit 30 Bilder pro Sekunde bieten, aufgrund ihrer veralteten Hardware ganz einfach nicht liefern.

Tom Clancy's The Division - 60 FPS Gameplay Trailer

The Division erscheint am 8. März, kann aber natürlich bereits vorgestellt werden.

Storybasierte Kampagne, wöchentliche Updates

Die Kampagne von The Divison kann von Kooperationsunwilligen auch allein durchgespielt werden. Im Gegensatz zu Star Wars: Battlefront gibt es eine echte Storyline entlang einer Reihe von Pimäraufgaben. Hinzu tritt eine ganze Menge an Sidequests, um noch tiefer in die  Welt eintauchen zu können. Auch mit vertonten Zwischensequenzen scheint Ubisoft nicht gespart zu haben, das darf von einem AAA-Titel allerdings auch erwartet werden.

Einführung in die erste Mission

Mit ein paar Freunden im Teamspeak machen Spiel und Story aber letztlich noch mehr Spaß. Ein Team kann bis zu vier menschliche Spieler umfassen, Zentrum des Geschehens ist Manhattan mit vielen bekannten und begehbaren Orten: Von U-Bahn-Stationen und –Schächten bis hin zum Madison Square Garden, der zu Beginn der Epidemie im Rahmen des Katastrophenschutzes zu einer zentralen Versorgungsstelle für die Bürger der Stadt umfunktioniert wurde.

Zwischensequenz zwischen den Missionen

Ubisoft verspricht wöchentliche Content-Updates auch unabhängig von später folgenden, kostenpflichtigen DLCs: Sicherlich eine gute Basis für viel Langzeitmotivation, wenn sie denn umfassend genug ausfallen.

Eigene Fraktion und Gegner

Die eigene Fraktion ist die Strategic Homeland Division (SHD). Dabei handelt es sich um eine Art Geheimdienst, der erst dann aktiv wird, wenn die regulären staatlichen Kontroll- und Organisationsmechanismen einschließlich der bekannten Geheimdienste in Folge einer Katastrophe versagen. Die Mitglieder sind zwar handverlesen und trainiert, gehen aber ansonsten einem alltäglichen Leben und Beruf nach.

Zentrum: Die eigene Basis, hier noch im schrottreifen AusgangszustandZentrum: Die eigene Basis, hier noch im schrottreifen Ausgangszustand

Sie unterstehen allein dem Präsidenten selbst und sollen die wichtigste Infrastruktur sowie die Überlebenden schützen. Hintergrund ist eine tatsächliche US-Studie, die sich mit der Frage befasste, was getan werden könne, um im Katastrophenfall eine Regierung handlungsfähig zu halten und völliges Chaos zu verhindern. Ansonsten ist die Division selbst dezentral organisiert und besteht aus vielen, an sich bis auf die Hörigkeit gegenüber dem Präsidenten autonomen Gruppen.

In Deckung zu gehen ist nicht immer die beste Wahl ;)

Als Kontrahenten treten der Gruppe in der Spielwelt vier Hauptkategorien von Gegnern entgegen. Bei den Randalierern handelt es sich um jene Gruppierungen, die sich am schnellsten nach dem Ausbruch von Unruhen und dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung auf den unsicheren Straßen: Bandenartige Zusammenrottungen des kriminellen Pöbels, der Teile der Stadt unter seine Kontrolle bringen möchte.

Randalierer im Nahkampfangriff - unpraktisch, wenn die eigene Waffe leer ist...Randalierer im Nahkampfangriff - unpraktisch, wenn die eigene Waffe leer ist...Deutlich spielspezifischer sind demgegenüber die Cleaners: Dabei handelt es sich überwiegend um Wahnsinnige, die ausgestattet mit Schutzanzügen und Flammenwerfern versuchen, alles und jeden niederzubrennen, um so die Bedrohung durch das Virus ganz einfach auszulöschen. Besonders gefährlich: Im Kampf können Sie aufgrund ihrer Munition explodieren und dem Spieler Schaden zufügen.

Cleaner beim Explodieren

Bei den Rikers handelt es sich um eine Zusammenrottung von gewalttätigen Schwerstkriminellen, die im Zuge der Verwirrung aus dem Gefängnis auf Riker Island ausbrechen konnten.

Schließlich gibt es das Last Man Batallion: Zu Beginn des Ausbruchs des Virus sollte die Präsenz der Angehörigen einer privaten Militärfirma in Manhattan für  Ruhe und Ordnung sorgen. Dumm nur, dass sich ihr Arbeitgeber nach einer weiteren Ausbreitung des Virus weigerte, sie wieder aus der Stadt herauszuholen. Im Interesse ihrer eigenen Sicherheit versuchen diese trainierten und organisierten Soldaten nun selbst, New York unter ihre Kontrolle zu bringen.

Knackige Bossgegner, viel Loot als Belohnung

Die initiale Aufgabe besteht darin, die Flügel der eigenen Operationsbasis auszubauen (medizinische Versorgung, technische Unterstützung, Sicherheit), das scheint im Verlauf des Spiels kontinuierlich fortgeführt werden zu können.

In Viererteams konnten wir zwei der ersten Aufgaben erfüllen – gerade die Bossgegner hatten es dabei in sich und erfordern vermutlich eine etwas intensivere Auseinandersetzung mit der Spielmechanik als ein direktes Loslegen. Zum Glück hatte jedes Team einen erfahrenen Ubisoft-Guide dabei, der notfalls auch mal schnell den gefallenen Charakter reanimieren konnte.Die große Karte bietet eine SchnellreisefunktionDie große Karte bietet eine Schnellreisefunktion

Getötete Gegner droppen jede Menge Loot – von dringend benötigter Munition und Medipacks bis hin zu Waffen und sonstiger Ausrüstung einschließlich entsprechender Aufrüstungsmöglichkeiten in verschiedenen Qualitätsklassen, die nach dem bekannten Muster unterschiedlich oft vorkommen und farblich kodiert sind. 

Loot: Farblich codiertLoot: Farblich codiertLoot: DetailansichtLoot: Detailansicht

Schön: Alle Teammitglieder können Loot aufsammeln, hier scheint es also keinen Kampf um den schnellsten Zugriff zu geben. Als Waffe trägt jedes Teammitglied zwei Haupt- und eine kleinere Nebenwaffe bei sich, auch hier scheint es ein breites Angebot zu geben, um sich entsprechend der eigenen Vorlieben auszurüsten und einzudecken.

Bereits während der ersten angespielten Levels war es möglich, den Charakter mit speziellen Fertigkeiten bzw. Talenten auszustatten. So eignet sich die Fähigkeit zum Umgang mit Granaten hervorragend, um hinter einem Hindernis versteckte Gegner auszuschalten. Die Handhabung ist dank einer justierbaren Flugbahn einfach und effektiv.

Praktisch: Automatisch feuerndes GeschützPraktisch: Automatisch feuerndes GeschützAndere Skills auf den unteren Stufen erlauben beispielsweise Heilung oder den Umgang mit Geschützen – diese Fähigkeit scheint gerade im wahlweise kompetitiven und/oder kooperativen Multiplayerpart in der Dark Zone Vorteile mitzubringen.

Damit ist prinzipiell schon einmal alles an Bord, was für eine befriedigende und belohnende Charakterentwicklung auf –aufwertung im RPG-Stil nötig ist.

Wenig zieführend, aber dennoch möglich: Leibesertüchtigung in der Gruppe ;)

Kämpfen oder kooperieren: Ab in die Dark Zone

Die Dark Zone ist der Bereich, in den ein Team oder auch ein einzelner Spieler auf andere menschliche Spieler trifft und mit diesen entweder gegen KI-Gegner kooperieren oder sie direkt bekämpfen kann. Die Erfahrung aus der Beta hat Ubisoft gezeigt, dass sich die meisten Spielergruppen für den Kampf gegeneinander entscheiden, also ist hier besondere Vorsicht geboten.

Allerdings hat das Töten anderer Agenten einen gravierenden Nachteil: Die Kennzeichnung als abtrünniger Agent. Der Spieler erscheint anschließend als für alle anderen sichtbares Ziel auf der Regionskarte. Hier wird es sich also letztlich als ausschlaggebend erweisen, wie gut Ubisoft das Balancing bis zum kurz bevorstehenden Release hinbekommt.

Eingang zur Dark ZoneEingang zur Dark ZoneSelbstverständlich ist die dunkle Zone instanziiert – bis zu 64 Spieler können sich hier gleichzeitig pro Instanz aufhalten. Bei unserem Anspielen des Multiplayers war es verständlicherweise noch ein wenig leer, was aber ganz einfach an der geringen Anzahl an verfügbaren Mitspieler lag. Dennoch konnten wir in eine Konfrontation von zwei gegnerischen Trupps hereinplatzen und uns als lachender Dritter gegen die geschwächten Teams durchsetzen.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, das Spielgeschehen zuweilen in die Dark Zone zu verlagern – sei dies nun als abtrünniger oder normaler Agent: Hier können laut Ubisoft deutlich öfter hochwertige Gegenstände und Waffen gefunden werden als im Rahmen der regulären Kampagne. Da das Virus an diesem Ort zuerst ausbrach, wurde das Gebiet auch besonders schnell von der Bevölkerung verlassen und hält somit die meiste Ausrüstung bereit.

PvP in der Dark Zone

Das Ganze hat allerdings einen  Haken: Egal ob die Beute von KI-Gegnern oder menschlichen Gegnern erbeutet wird, sie ist kontaminiert. Daher muss zum finalen Bergen eine Leuchtrakete abgeschossen und auf einen Hubschrauber gewartet werden.

Warten auf den Hubschrauber...Warten auf den Hubschrauber...Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein Spieler muss nach dem Bergen 90 Sekunden lang in der Dark Zone überleben, um die Beute an den Hubschrauber weiterzureichen. Vor Ablauf dieser Zeitfrist können sich gegnerische Spieler alles unter den Nagel reißen, wenn sie schnell genug zuschlagen und den Spieler ausschalten.

Innovativ: Überlebensguide als gedruckte Verknüpfung mit der Realität

An dieser Stelle gibt es noch ein paar Impressionen eines Offline-Features, das besonders vielversprechend zu sein scheint: Ein Überlebensleitfaden samt handschriftlicher Ergänzungen der fiktiven Person April Kelleher. Das an sich ist schon eine spannende Ergänzung zum Spiel und erklärt aus Sicht der ehemaligen Besitzerin des Buchs, wie sich die Pandemie entwickeln konnte.

Neben den handschriftlichen Ergänzungen gibt es viele zusätzliche Gimmicks: Ein eingeklebtes Post-It, ein zusammengefaltetes Plakate mit einer Vermisstenanzeigen, ein Merkblatt, eine Manhattan-Karte und mehr.

Der Clou an der Sache: Auf den Beilagen und im Buch lassen sich Hinweise auf Orte in der Spielwelt von The Division finden. Wer selbiges gut studiert, kann weiteren Geheimnissen auf die Spur kommen und somit zu Ingame-Gegenständen finden, die im Laufe des normalen Spielflusses verborgen bleiben würden.

Sollte das Buch als Zusatzfeature auch nur näherungsweise gut ins Spielgeschehen an sich implementiert worden sein, und davon ist angesichts der Liebe zum Detail der gesamten Aufmachung schon beinahe auszugehen, dann handelt es sich hier um einen schon fast verpflichtenden Zusatzkauf für alle, die nicht nur schnell durch die Gebiete der Spielemap hindurcheilen, sondern wirklich tief in The Division eintauchen wollen.

Ausblick

Ein wirkliches Fazit ist an dieser Stelle sicherlich noch nicht möglich, dazu war die Anspielmöglichkeit dann doch etwas zu kurz. Dass The Division aber über viele gute Gene verfügt und verspricht, richtig viel Spaß zu machen, wenn sich die positiven Ansätze auch über den restlichen Verlauf des Spiels erstrecken sollten, ist klar. Das Setting ist stimmungsvoll und noch nicht verbraucht, die Story hat Potential und das Gameplay wirkte leicht zugänglich und dank Karte mit Schnellreisefunktion und der zumindest auf den ersten Blick guten Verwaltungsmöglichkeiten für Ausrüstung, Aufrüstung und Gruppe übersichtlich aufgebaut.

Herbe Probleme hatte der Autor dieser Zeilen allein mit der Steuerung per Gamepad - was passiert, wenn ein Keyboard-und-Maus-Spieler plötzlich gezwungen ist, auf ein Gamepad umzusteigen, ist im abschließenden Video zu sehen. Frei nach dem Motto: So schlecht sollet Ihr bitte nicht spielen - selbstverständlich darf an dieser Stelle aber gern gelästert werden!

Redakteur mit miserablem Aiming erhält seine gerechte Strafe

Es gibt keine Kommentare.
Auf dieser Seiten können keine Kommentare mehr abgegeben werden