Trackmania Turbo im Hands-on-Test

Letzte Woche führte Ubisoft nicht nur The Division vor, sondern zeigte auch den neuesten Teil der Trackmania-Reihe: Trackmania Turbo ist wie erwartet ein wahnwitziger Arcade-Racer mit kurzweiligen Einzelrennen - und kann dennoch langfristig begeistern.

Trackmania – jetzt auch auf Konsolen spielbar

Wie schon bei Ubisofts MMO-Shooter mit RPG-Elementen namens The Division wurde uns (und anderen Pressevertretern) auch für Trackmania Turbo die Möglichkeit zur Verfügung gestellt, das Spielmaterial per Video-Capture-Box in Full-HD-Auflösung mitzuschneiden. Fast alle Elemente des Spiels, das am 24. März erscheinen soll, standen bereits bei der Präsentation zur Verfügung.

Gezockt wurde diesmal auf einer XBox One, von der folglich auch ein Großteil des Bildmaterials stammt: Turbo ist der erste Trackmania-Teil, der sowohl für den PC als auch die aktuelle Konsolengeneration erscheint. Leider verfügen die Aufnahmen nicht über den Ingame-Sound, der eigentlich hätte vorhanden sein sollen.

Zum knappen Sieg ins Ziel gerettet

Der Grund: Der Sound wurde zwar für alle Teilnehmer über Headset ausgegeben, aber nicht über den HDMI-Anschluss an die Capture-Box weitergeleitet. Aus diesem Grund haben wir auch zusätzliches Material mit Sound direkt von Ubisoft mitgenutzt - dieses scheint zudem von der PC-Version zu stammen.

Das Grundrezept des neuesten Teils der Trackmania-Reihe bleibt wie zu erwarten identisch mit dem der Vorgänger. Jede Menge Verbesserungen und Erweiterungen für ein noch abwechslungsreicheres Gameplay einschließlich neuer Multiplayer-Modi bedeuten allerdings viele Verbesserungen im Detail für insgesamt mehr Abwechslungsreichtum und Langzeitmotivation.

Ausschnitt aus dem offiziellen Videomaterial von Ubisoft (mit Sound)

Mit dabei ist natürlich auch der bekannte und beliebte Streckeneditor zum Erstellen eigener Rennkurse – auf Wunsch jetzt als Zufallsprodukt auf Knopfdruck.

Rasante Action wird in Trackmania Turbo erneut ganz groß geschrieben: Der schnelle Arcade-Racer bietet einen bunten Grafikstil, wie üblich halsbrecherische Kurse mit Loopings und weiteren Besonderheiten und eine tropische Gute-Laune-Umgebung.

Zur gefühlten Geschwindigkeit trägt auch bei, dass sich die Musik im Spiel teilweise an die Spielweise anpasst: Nach einem riskanten Drift oder dem Passieren eines Checkpoints ändert sich die Musik. Im Spielverlauf geschah das durchweg angenehm, nahtlos und passend.

Single- und Multiplayer, Garage für Fahrzeugmods

Für Single- wie Multiplayer-Action stehen zunächst einmal vier grundlegende Streckentypen zur Verfügung. Für jede dieser Kategorien gibt es ein jeweils passendes Fahrzeug wie Buggy, Nascar- oder Formel-Wagen.

Neu gegenüber den Vorgängern sind die Lagoon-Rollercoaster-Strecken, die sehr viel Spaß machen und perfekt zum Action-geladenen Franchise passen. Hier lenkt man besonders breite und tiefe Fahrzeuge. Die Strecken haben einen atemberaubenden Verlauf mit irren Loopings, Anstiegen und Gefällen – eben wie bei einer Achterbahn.

BuggyBuggy

Daneben haben es aber auch drei weitere, bereits bekannte Streckenkategorien in Trackmania Turbo geschafft: In der Kategorie Canyon Grand Drift geht es vor allem darum, gut durch enge Haarnadelkurven zu driften. Das ist von der Steuerung her (Einlenken, anbremsen und direkt wieder aufs Gas drücken) sehr einfach, erfordert aber dennoch das richtige Timing zur Perfektion.

Der persönliche Favorit des Autors ist Valley – Down & Dirty. In einem Buggy geht es über teils matschige Pisten. Für waghalsige Action sorgen hier vor allem die Sprünge. Das Fahrzeug sollte besser vor dem Sprung halbwegs gerade ausgerichtet sein, sonst landet es anschließend neben der Strecke.

Herber Crash nach einem Sprung

Auf den International-Stadium-Kursen geht es schließlich auf Asphalt-Strecken mit Stadion-Ambiente. Hier gibt es Felder, die das Fahrzeug zusätzlich beschleunigen und Streckenbereiche, in denen der Fahrer nicht weiter beschleunigen und abschnittsweise mit dem aus den letzten Metern gewonnenen Schwung vorankommen muss.

Looping voraus!Looping voraus!

Wirklich ganz exzellent gelungen ist das Balancing in Trackmania Turbo. Für alle vier Streckentypen gibt es fünf Schwierigkeitskategorien (White, Green, Blue, Red und Black Series) mit jeweils 10 Rennstrecken: Damit kann das Spiel mit stolze 200 vorprogrammierten Strecken aufwarten. Um schwierigere Strecken fahren zu können, müssen sie erst durch das Absolvieren jener aus den geringeren Schwierigkeitsklassen freigeschaltet werden. Hier können sich Einsteiger wie auch Profis nach Belieben austoben.

In der Single-Player-Kampagne geht es dabei Trackmania-typisch darum, Bronze-, Silber- oder Goldmedaillen zu gewinnen. Wer eine bestimmte Medaille angestrebt, lässt sich ein entsprechendes Geisterfahrzeug auf der Strecke anzeigen, an dem der Spieler dann seine eigenen Fahrkünste festmachen kann und das auch dabei hilft, die richtige Linie für ein gutes Zeitresultat zu erringen. Zusätzlich kann ein durchsichtiges Fahrzeug mit der eigenen bisherigen Bestzeit hinzugenommen werden.

Hilfreich ist auch, dass Hinweisschilder auf den Strecken anzeigen, was zu erwarten ist: Bremsen wegen scharfer Kurve, S-Kurvenverlauf, Richtungshinweise und andere Anzeigen sorgen für Übersicht auf dem Rennkurs. Dadurch fühlt sich der Spieler auch bei ungewöhnlichem Streckenverlauf nicht verloren und kann Schikanen vorausahnen.

Achtung, U-Turn!Achtung, U-Turn!

Dass die kleineren Medaillen recht einfach erworben werden können, motiviert. Bei Gold wird es dann gerade auf schwierigeren Strecke etwas komplizierter - ohne Übung keine Chance.

Durch das Sammeln von Goldmedaillen können Fahrzeuganpassungen freigeschaltet und in der Garage angebracht werden: Hier hat der Spieler die Wahl zwischen 200 Länderflaggen, unterschiedlichen Lackierungen, Maskottchen, Felgenfarben und mehr. Im Laufe der Zeit lassen sich die Fahrzeuge somit immer weiter personalisieren.

Das macht natürlich gerade dann Sinn, wenn die Vehikel sich später im Multiplayer-Teil von der Konkurrenz absetzen sollen. Gern hätte das Feature noch weiter ausgefeilt werden können: Customizing ist vielleicht kein Kernbestandteil des Arcade-Racers, aber dennoch ungemein beliebt und eignet sich fantastisch als Belohnungssystem für gute Fahrleistungen.

Der Multiplayer-Modus ist eins der Herzstücke von Trackmania: Nicht umsonst war der Vorgänger des neuesten Teils der Reihe beliebter Bestandteil kompetitiver Auseinandersetzungen im Rahmen großer Gaming-Events.

In diesem Bereich kann selbstverständlich online gegen Fahrer aus der ganzen Welt gespielt werden, aber eben auch im Party-tauglichen Modus: Per Split-Screen gegen bis zu vier Freunde oder im neuen Double-Driver-Modus. Dabei müssen zwei Spieler den gleichen Wagen steuern und es kommt folglich auf eine möglichst synchrone Bedienung des Gamepads an.

Den Modus haben wird zwar im Rahmen des Events nicht antesten können, aber er klingt zumindest nach einer Menge kurzweiligem Spaß – gegenseitige Beschimpfungen der Mitspieler nicht ausgeschlossen. ;)  Zusätzlich gibt es einen Hot-Seat-Modus und einen Arcade-Modus, bei dem der jeweils schwächste Fahrer rausfliegt.

Überarbeiteter Streckeneditor

Der Streckeneditor erhält ein Update, bei dem sich vermutlich jeder fragt, warum es das nicht schon vorher gab: Wer sich nicht lange mit dem Aufbau einer eigenen Strecke auseinandersetzen möchte, aber dennoch neue Kurse benötigt, kann diese nun per Zufallsgenerator erstellen lassen.

Unmittelbar nach der Generierung können die Renntrecken testweise befahren und dann für gut befunden und abgespeichert oder eben verworfen und neu erstellt werden.

Das funktionierte im Test sehr gut und problemlos. Bis ins letzte Detail konnten wird hier selbstverständlich nicht testen, aber nach ein paar wenigen vorzunehmende Einstellungen ergaben im Handumdrehen stimmige, automatisch generierte Kurse. Die nötigen Grundeinstellungen beziehen sich lediglich auf die Tageszeit (Sunrise, Day, Sunset, Night, Random) und die Länge der Strecke (Mini, Small, Medium, Large, Random).

Zufällig generierte StreckeZufällig generierte Strecke

Spätestens, wenn der Spieler in Trackmania Turbo etwas weiter fortgeschritten ist, sollte er sich aber dann doch etwas intensiver mit dem Tool zum Streckenbau auseinandersetzen. Was macht mehr Spaß, als einen fordernden Kurs zu entwickeln und zu meistern, der die eigenen Freunde in die Verzweiflung treibt?

Der Einstieg in das Erstellen wurde sehr übersichtlich gestaltet, denn es gibt unterschiedliche Modi bzw. Schwierigkeitsgrade, die ausgewählt werden. Soll nur eine schnelle Strecke erstellt werden, ohne viel Zeit zu investieren, dann ist der Beginner Mode dich richtige Wahl.

Mit dem Normal Mode und dem in der Demo leider noch nicht zugänglichen Advanced Mode können demgegenüber deutlich feinkörnigere Funktionen des Trackbuilders genutzt werden.

Damit stehen dann auch sehr viel detailliertere Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das setzt natürlich entsprechend mehr Zeit, Geduld und Arbeit beim Bau eines Kurses voraus, dafür ist das Ergebnis aber auch umso personalisierter.

Fazit: Sinnvolle Neuerungen für noch mehr Spielspaß

Wer Trackmania prinzipiell mag, sollte Trackmania Turbo lieben. Die grundlegende Steuerung ist sehr einfach und erlaubt auch Anfängern einen schnellen und motivierenden Einstieg. Durch die Hot-Seat-Spielemodi (Normaler Mutliplayer und Double Driver) eignet sich das Rennspiel auch als Party-Spaß. Fortgeschrittene Spieler hingegen können sich auf den schwierigeren Strecken an Goldmedaillen-Zeiten sowie im Multiplayer gegen menschliche Spieler im Online-Modus probieren.

Videomaterial direkt von Ubisoft

Nachdem in letzter Zeit viele, viele auf Ultra-Realismus getrimmte Rennsimulationen die Spielelandschaft bestimmten, macht ein schneller und ansehnlicher reiner Arcade-Racer wie Trackmania Turbo nun umso mehr Spaß. Das Spiel eignet sich sowohl als kurzer Pausenfüller für ein paar schnelle Rennen nach dem Mittagessen, kann aber auch sehr zeitintensiv werden, wenn es darum geht, alles mit Bestwerten freizuschalten.

Zur Grafik der PC-Version können wir an dieser Stelle noch keine Aussage treffen, aber auch auf der Konsole macht das Spiel bereits sehr viel Spaß, was nicht zuletzt an der sehr guten Bedienbarkeit über das Gamepad liegt.

Neben der überarbeiteten Grafik gibt es Mehrwert vor allem in Form des auf den ersten Blick gut funktionierenden Track-Builders mit der Möglichkeit, nun auch zufallsgenerierte Strecken auf Knopfdruck zu entwerfen.

Alles in allem sieht Trackmania Turbo wirklich gut aus!

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