3D Vision von Nvidia oder HD3D von AMD – was ist besser? Anhand von 18 Spielen haben wir genau untersucht, welche 3D-Technologie sich am besten für Spieler eignet und wo es noch hakt.
Als Nvidia 2009 seine 3D-Vision-Technologie vorstellte, war das das bislang größte Bekenntnis eines großen Herstellers zu 3D-Gaming. Zwar basiert diese Technologie auf einer proprietären Kombination aus aktiven Shutterbrillen mit 120 Hz, die auf lizenzierten Bildschirmen zusammen mit den hauseigenen Treiberlösungen ein räumliches Bild aufs Display zaubern, doch hatten Anwender von Anfang an sämtliche benötigten Hardware-Puzzleteile in der Hand. Es fehlte lediglich die Software, und so hat sich Nvidias berühmtes Team zur Unterstützung von Entwicklern gleich an die Arbeit gemacht und Spielehersteller bei der Entwicklung von Titeln mit 3D Vision unterstützt. Dennoch läuft bei 3D Vision auch heute noch nicht immer alles ganz rund. Andererseits ist es nach wie vor die derzeit umfangreichere End-to-End-Lösung für 3D-Gaming.
AMD brauchte beinahe zwei Jahre, um Nvidias 3D-Offensive zu kontern. Erst mit der Einführung der Radeon-HD-6800-Karten startete AMDs eigene 3D-Initiative mit Namen HD3D, die einen ganz anderen Ansatz verfolgt, um räumliche Bilder am PC zu ermöglichen.An Stelle eines proprietären Systems bietet AMD Spiele-Entwicklern Treiber-Schnittstellen und überlässt es Drittherstellern, die passenden 3D-Displays und -Brillen anzubieten. Aufgrund des offeneren Umfelds dauerte es zwar deutlich länger, bis sich HD3D als brauchbare Lösung nutzen ließ. Immerhin mussten andere Unternehmen entsprechende Hardware und Software liefern, die HD3D unterstützen. Inzwischen ist ein Jahr vergangen, und es gibt DisplayPort-Monitore, die 120 Hz schaffen und uns so endlich einen Direktvergleich der beiden Technologien ermöglichen.

Dann gibt es natürlich noch Intels HD Graphics 2000/3000, also die integrierte Grafikeinheit der Sandy-Bridge-Prozessoren. Dank zahlreicher Fixed-Function Decodereinheiten macht Intel bei der Wiedergabe von Blu-ray 3D-Inhalten eine überraschend gute Figur. Im heutigen Artikel geht es allerdings in erster Linie um stereoskopisches Gaming mit spielbaren Bildraten - und dafür fehlt Intels HD-Graphics-Hardware einfach die notwendige Power. Anwender mit anspruchsvoller Home-Theater-Ausstattung, die lediglich an Blu-ray 3D interessiert sind sollten allerdings wissen, dass die Intel-Hardware dieser Aufgabe absolut gewachsen ist.
An dieser Stelle wollen wir nicht noch einmal die Grundlagen der stereoskopischen Darstellung erklären. Wir gehen davon aus, dass die grundlegende Funktionsweise unseren Lesern bekannt sein dürfte. Stattdessen wollen wir die Systeme der beiden großen CPU-Hersteller gegenüberstellen.
Ein kurzer Vergleich
Die Unterschiede zwischen 3D Vision von Nvidia und HD3D von AMD lassen sich am besten in einer Tabelle darstellen:
| Nvidia 3D Vision | AMD HD3D | |
|---|---|---|
| Grafik-Hardware: | verschiedene GeForce-Karten (vollständige Liste hier) | mindestens AMD Radeon HD 5000 (hardwarebeschleunigte 3D-Blu-ray-Wiedergabe setzt eine Radeon HD 6000 voraus) |
| Unterstützte Displays: | 3D-Vision-Monitore per DVI-D (60 FPS/1080p) 3D-fähige Fernseher per HDMI (24 FPS/1080p oder 60 FPS/720p) | 3D-fähige Monitore mit 120 Hz per DisplayPort (60 FPS/1080p) 3D-fähige Fernseher per HDMI (24 FPS/1080p or 60 FPS/720p) |
| 3D-Brillen: | 3D Vision: aktive 3D-Vision-Brille mit 120 Hz 3D-fähiger Fernseher per HDMI: aktiv oder passiv (je nach Displaytyp) | aktiv oder passiv (je nach Displaytyp) |
| Spiele-Software: | 3D-Vision-Monitor: GeForce Treiber 3D-fähiger Fernseher per HDMI: 3DTV Play | Je nach Anwendung: TriDef- oder iZ3D-Treiber für Spiele; derzeit zwei Spiele mit nativer HD3D-Unterstützung |
| Blu-ray 3D-Software: | ArcSoft TotalMedia Theatre, Cyberlink PowerDVD und Corel WinDVD für Blu-ray 3D | |
| Mehrkarten-Unterstützung: | Ja (SLI) | Nein (CrossFire noch nicht unterstützt) |
| Multi-monitor 3D-Unterstützung: | Ja (mit SLI) | Ja (nur mit einer Karte) |
Offen oder geschlossen?
Geht man von der Tabelle aus, halten sich die Unterschiede bei den Fähigkeiten von 3D Vision und HD3D in Grenzen. Die beiden Technologien unterscheiden sich vor allem folgendermaßen: Wirft man einen Blick auf ein 3D-fähiges Gaming-System, wirkt der Ansatz von Nvidia deutlich einfacher: Hier geht es lediglich um eine proprietäre Zertifizierung, nämlich 3D Vision. Man benötigt nur ein 3D Vision-Kit mit aktiven Brillen, eine 3D Vision-fähige GeForce Grafikkarte und einen 3D-Vision-fertigen Monitor. Anwender, die eine angenehme 3D-Erfahrung sicherstellen wollen (auch wenn die Anzahl verifizierter 3D Vision-fähiger Spiele noch relativ gering ist), sollten sich an Spiele halten, die für 3D Vision zertifiziert sind. Andererseits kann man auch mehrere Karten im SLI-Modus betreiben, um die Performance zu steigern. Das ist zudem eine nette Option, da räumliches 3D die Bildraten praktisch halbiert, was oftmals leistungsfähigere Grafik-Hardware erforderlich macht.
Bei einer Lösung auf AMDs HD3D-Basis kombiniert man eine Radeon HD 5000- bzw. 6000-Grafikkarte, einen TriDef- oder iZ3D 3D-Middleware Game-Treiber (oder beide) und einen 3D-fähigen 120 Hz DisplayPort-Monitor mit zugehöriger 3D-Brillen. Es scheint keine offizielle TriDef- oder iZ3D-Zertifizierung für Spiele zu geben. Will man wissen, ob ein Spiel mit einem der Treiber kompatibel ist, muss man deshalb ein wenig Eigenrecherche in Artikeln wie diesem betreiben. Leider gibt es noch nicht allzu viele Berichte, ob und wie gut welche Spiele funktionieren.
Spiele mit nativer HD3D-Unterstützung benötigen keine Middleware, allerdings gibt bislang es lediglich zwei Beispiele: Deus Ex: Human Revolution und DiRT3. Angeblich bietet ab sofort auch Battlefield 3 native HD3D-Unterstützung. Eine CrossFire-Nutzung von AMD Radeon-Karten ist derzeit zur Optimierung von räumlicher 3D-Performance noch nicht möglich. Das ist vor allem für Anwender wichtig, deren Board nicht leistungsstark genug ist für entsprechend hohe Bildraten des Lieblingsspiels.
Aber es gibt auch Gutes über AMDs HD3D-Technologie zu sagen. Auch diese Lösung bietet ein hervorragendes 3D-Erlebnis. In einigen Spielen schneidet AMD sogar besser ab als 3D Vision von Nvidia. Der zuvor angesprochene 3D-Ansatz entscheidet allerdings über die Effektivität jeder Initiative. 3D Vision ist die proprietäre Apple-artige Lösung mit stark kontrollierten Komponenten, während HD3D eher einem PC-Modell entspricht – mit Standards, an die sich separate Anbieter von Komponenten halten müssen. Kein Ansatz ist richtig oder falsch. Allerdings hat jede Lösung jeweils Vor- und Nachteile.
Eine Debatte unter Gamern
In unserem Artikel geht es ausschließlich um Gaming auf 3D-fähigen Monitoren, die mit einem 120 Hz-Panel eine Framerate von 60 FPS zu erreichen versuchen. In Bezug auf Blu-ray 3D über eine HDMI-Verbindung auf einem 3D-fähigen Fernsehgerät sind Nvidia, AMD und sogar Intel bei 1080p auf 24 FPS begrenzt und können mit allen möglichen mitgelieferten Brillen eingesetzt werden. Der HDMI 1.4a-Standard stößt bei 24 FPS und 1920x1080 an seine Grenzen. Allerdings ist auch eine Performance von 60 FPS über HDMI möglich, wenn man die Auflösung auf 1280x720 (720p) verringert. Für Gelegenheitsspieler dürfte das ausreichen. Enthusiastische Gamer dürften allerdings native Auflösungen und volle Frameraten wollen und kommen daher nicht um 120 Hz 3D-fähige Monitore herum.
- 3D-Gaming Heute
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- Dragon Age 2
- Deus Ex: Human Revolution
- DiRT 3
- Zwei überzeugende 3D-Lösungen mit Stärken und Schwächen
Kann da einfach nicht zustimmen. Tut mir leid.
@tadL: Den Eindruck hatte ich nicht, SC2 sah imho ziemlich gut aus. Und war WC3 sehr ähnlich.
würd ich so nicht sagen, folgender monitor kann meinen recherchen zufolge mit beiden standards umgehen
http://www.amazon.de/gp/product/B004FC418Q/ref=noref?ie=UTF8&s=computers&psc=1
Acer HS244HQbmii
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1) einige Cross-Viewing-Bilder (vor allem bei HD3D, IIRC) sind vertauscht
2) 3D Vision funktioniert sehr wohl nativ mit passiven Brillen, mein zeilenweise polarisierender Zalman ZM-220W wird z.B. nativ unterstützt
3) eine Untersuchung von DLP-Beamern zum Nutzen von stereoskopischem 3D wäre sehr schön gewesen
4) Tridef bzw. iZ3D kann man wunderbar genauso gut mit Nvidia-Karten nutzen - einzig der Rabatt wie bei dem AMD-Karten entfällt
5) zudem: ich würde mir noch verschiedene Tiefen- und Konvergenz-Einstellungen im visuellen Vergleich wünschen. Ich bin geübter 3D-Nutzer und habe deswegen zumindest die Tiefe immer auf Anschlag.
Wann geht's mit der Performance weiter? ;-)
Radeon Karten unterstützen genauso 120Hz (60Hz 3D) über DVI-D !