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Datenverschlüsselung: TrueCrypt 7.0a im Leistungscheck

Datenverschlüsselung: TrueCrypt 7.0a im Leistungscheck
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TrueCrypt bietet in der Version 7.0a zahlreiche neue Features und beschleunigt die AES-Verschlüsselung jetzt auch per CPU-Instruktionen. Wir zeigen Ihnen, auf welchen Systemen das funktioniert und wie hoch der Leistungsgewinn ausfällt.

PDF-Gehaltsabrechnungen, Anmeldedaten für Web-Dienste oder die aktuelle E-Mail-Korrespondenz sind Daten, die man keiner fremden Person anvertrauen würde. Dennoch kann es für unbefugte Dritte recht leicht sein, an diese Informationen zu gelangen, wenn sie zum Beispiel auf einer externen Festplatte, einem Notebook oder einem USB-Stick gespeichert sind. Kommt diese Hardware versehentlich abhanden oder wird gestohlen, ist der materielle Schaden das kleinste Problem.

Mit den verlorenen Daten muss nicht zwangsläufig Schindluder getrieben werden, doch im schlimmsten Fall richten Dritte damit viel Schaden an. So kann der neue Besitzer des Notebooks zum Beispiel munter dem Identitätsdiebstahl frönen, wenn er die Passwörter für den Facebook- oder Ebay-Account entdeckt. Ebenso hart kann es Unternehmen treffen, wenn mit der verlorenen Hardware auch Firmengeheimnissen abhanden kommen und dadurch ein Wettbewerbsnachteil droht.

Bequemlichkeit schlägt Sorge um persönliche Daten

Aktuelle Studien zeigen, dass sich Anwender zwar um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten sorgen, gleichzeitig aber nur wenig tun, um sich davor zu schützen. So fand der IT-Dienstleister Unisys heraus, dass 72 Prozent der in Deutschland befragten Teilnehmer Angst vor einem möglichen Identitätsdiebstahl haben, aber nur 37 Prozent sichere Passwörter verwenden oder diese regelmäßig ändern. Im Klartext: Was mit viel Aufwand verbunden ist, wird nicht genutzt. Hinzu kommt, dass einfache Schlösser wie das Windows-Passwort ohnehin kein ernstzunehmendes Hindernis für Datendiebe darstellen, weil sie die Festplatte einfach an ein anderes System anschließen und so die Daten einsehen können. Ein allzeit wirksamer Schutz besteht deshalb nur dann, wenn ein moderner Verschlüsselungsalgorithmus samt sicherem Passwort zum Einsatz kommt.

Für die Verschlüsselung muss man jedoch keinen großen Aufwand betreiben. So hat Microsoft die Zeichen der Zeit erkannt und bietet mit BitLocker eine eigene Verschlüsselungs-Software für Windows 7 an. Diese steht jedoch nur in den Versionen Enterprise und Ultimate zur Verfügung. Verschlüsselung für jedermann bietet dagegen TrueCrypt, ein ebenso sicheres und effizientes Tool wie BitLocker, jedoch deutlich flexibler, da es mehr Betriebsysteme unterstützt und mehr Optionen bietet, Daten zu chriffrireren. Die Open-Source-Software lässt sich zudem sehr leicht auf bestehende Windows-Systeme installieren und hat wie BitLocker herkömmlicher Sicherheits-Software einige Funktionen voraus, allem voran die Echtzeit-Verschlüsselung. Wie man TrueCrypt mit wenigen Mausklicks installiert, können Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung nachlesen. Und wie BitLocker in Sachen Leistung gegenüber TrueCrypt abschneidet, haben wir ebenfalls schon ermittelt. Die Ergebnisse des Vergleichs erfahren Sie in diesem Artikel.

Ohne Passwort kein Zugriff

Keine Frage, mit mehr als 16 Millionen Downloads von der offiziellen Seite ist TrueCrypt sehr beliebt. Bevor man das Programm einsetzt, sollte man sich im im Klaren darüber sein, dass es keine Möglichkeit gibt, auf eine verschlüsselte Partition zuzugreifen, sollte man das Passwort vergessen haben. Schieres Ausprobieren ist angesichts 256 Bit starker Verschlüsselungsalgorithmen von vornherein zum Scheitern verurteilt. TrueCrypt erstellt zwar während der Installation eine Wiederherstellungs-CD oder -DVD (Rescue Disk), allerdings dient dieses Medium einzig dazu, das System bei kritischen Fehlern wiederherzustellen, etwa wenn der Bootloader beschädigt wurde. Um die Passworteingabe kommt man also nicht umhin. Ein Trostpflaster: Authentifizierte Benutzer können eine TrueCrypt-Verschlüsselung jederzeit wieder rückgängig machen.

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  • Hinagiku , 2. Dezember 2010 09:15
    Ich fänds ja schon nicht schlecht beim nächsten Wechsel einen Prozessor mit hardwarebeschleunigtem AES zu haben, da meine Platten bereits jetzt verschlüsselt sind. Blöderweise sind die momentan einzigen damit ausgestatteten Prozessoren die i5 Dualcores, die unbezahlbaren i7-970 und 980, sowie Xeons. Mit anderen Worten - kein einziger Prozessor der für mich interessant wäre.
    Die Notwendigkeit sei mal dahingestellt, wenn selbst das verschieben von verschlüsselt nach verschlüsselt auf meinem kleinen 5050E keinen nennenswerten Geschwindigkeitseinbruch darstellt, nice-to-have wäre es aber definitiv.
  • Anonymous , 2. Dezember 2010 10:05
    Wer es braucht wird mit der Software gut bedient, Sicherheit ist in bestimmten Bereichen eben nötig.
  • muadib , 4. Dezember 2010 15:48
    Mich würde mal interessieren wie es bei Truecryptcontainern mit der Datenintegrität bestellt ist. Angenommen ich habe einen 2Tbyte großen Container und die HD hat einen defekten Sektor oder die CPU verrechnet sich beim Schreiben in den Container. Können dadurch alle Daten im Container zerstört werden oder gibt es da Sicherheitsmaßnahmen die das verhindern?
  • theras88 , 8. Dezember 2010 19:04
    leider kommt das fuer meine alte muehle nicht in frage. der pc wuerde denke ich nur noch ruckeln, wenn ich schon mal spielen will, aber ich habe gluecklicherweise auch nichts persoenliches drauf. studienarbeiten etc sollte man ja eh immernoch auf einem USB habe, den koennte ich allerdings verschluesseln
  • brollylssj , 30. Dezember 2010 14:31
    Ich wuerde gerne mal einen Test zu DiskCryptor sehen. Dort habe ich mit meinem P4 keine zusaetzliche CPU Auslastung und kann ganz normal arbeiten, wie vorher auch (und auch z.B. WoW spielen). Allerdings nutze ich die 1.0 Beta.