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Die zweite Ultrabook-Generation: Schneller und günstiger dank Ivy Bridge

Die zweite Ultrabook-Generation: Schneller und günstiger dank Ivy Bridge
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Wie schneidet ein 17-Watt-Prozessor verglichen mit dem größeren 77W-Modell ab? An Intels Referenz-Ultrabook mit Ivy-Bridge-CPU testen wir, wie sich die geringere TDP auf Gaming, Transcoding, Blu-ray-Wiedergabe und andere Aufgaben auswirkt.

Spätestens seit Apples MacBook Air steht Intel in der Pflicht, PC-Herstellern bei der Entwicklung von vergleichbar dünnen, leichten und zugleich leistungsstarken Notebooks zu helfen. Bis jetzt sind sie damit noch nicht sonderlich weit gekommen, und der Grund liegt auf der Hand: Die Ultrabooks, die wir bisher in den Händen hatten, sind in keinem Bereich besser als der Titelverteidiger von Apple. Noch dazu sind sie immer noch teuer. Jeder möchte doch heute schlanke Hardware für unterwegs - keiner aber möchte für mittelmäßige Performance mehr bezahlen, nur weil sie der Hersteller schöner und kleiner verpackt. Und so warten wir immer noch auf einen ernst zu nehmender Herausforderer, der rundum überzeugen kann.

Dünne und leichte Notebooks, die es schon vor Intels Ultrabooks gab, hatten in der Regel 11"- oder 13"-Displays, ULV-Prozessoren mit ultraniedriger Betriebsspannung und integrierte Grafik. Der Schwerpunkt lag dabei immer darauf, den Energieverbrauch zu senken, damit neben einer attraktiven Form des Notebooks auch eine ausreichende Batterielaufzeit erreicht wurde. Das ging in der Regel stets auf Kosten der Performance.

Das erste MacBook Air kam vor mehr als vier Jahren auf den Markt und lief mit einem Core 2 Duo-Prozessor und später mit einem Grafikchip von Nvidia. Mit der im letzten Jahr vorgestellten Sandy-Bridge-Architektur wurden auf einen Schlag dünne Geräte mit deutlich mehr Performance und längerer Akkulaufzeit möglich. Für einen Preisrutsch sorgte das bisher leider noch nicht. Die Ultrabooks der ersten Generation mussten per Intel-Dekret mit Sandy-Bridge- CPUs der 17-Watt-Klasse ausgestattet werden und lieferten Batterielaufzeiten von mehr als 5 Stunden, kosteten aber selbst im günstigsten Fall mindestens 600 bis 700 Euro.

Wenn wir nur auf x86-Performance blicken, ist Intels Ivy Bridge ohne Zweifel gegenüber Sandy Bridge nur ein evolutionärer Schritt nach vorn. Doch der 22-nm-Herstellungsprozess erlaubt es, trotz gleich gebliebener TDP von 17 Watt eine deutlich kräftigere Grafikeinheit zu verbauen. Intel geht daher davon aus, dass die zweite Generation der Ultrabooks jetzt den Mainstream-Markt für kleinere und schnellere Geräte erobern wird. Lenovos IdeaPad U310 (mit einem Core i3-3317U) findet man beispielsweise im Online-Handel bereits ab 655 Euro – bedenkt man, wie jung die mobilen Ivy-Bridge-CPUs noch sind, ist das viel versprechend.

Mobile Ivy Bridge heute: Dual-Cores mit 35W und 17W

Schon mit Sandy-Bridge-CPUs erreichte Intel schon die TDP-Bereiche 17W, 25W und 35W. Um sich aber auch wirklich Ultrabook nennen zu dürfen, musste im Innern schon ein CULV-Modell mit 17-Watt-TDP stecken, wobei CULV für Consumer Ultra-Low Voltage steht. Das gilt ebenso für die zweite Ultrabook-Generation . Doch während Sandy Bridge in 32 nm gefertigt wurde, nutzt Intel bei Ivy Bridge kleinere 22-nm-Strukturen und kann so auf gleichem Raum mehr Transistoren unterbringen. Zu einem großen Teil hat Intel diese in die GPU investiert.

Mobile Core-CPUs der dritten Generation: Dual Core Prozessoren
Modellnummer
Cores / Threads
Basistakt CPU
Max. CPU-Turbo
L3-
Cache
HD Graphics
Basistakt GPU
Max.
GPU-Turbo
TDP (W)
Preis*
Core i7
-3667U2/42,0 GHz3,2 GHz4 MB4000350 MHz1,15 GHz17$346
-3520M
2/4
2,9 GHz
3,6 GHz
4 MB
4000
650 MHz
1,25 GHz
35
$346
-3517U2/41,9 GHz3,0 GHz4 MB4000350 MHz1,15 GHz17?
Core i5
-3427U2/41,8 GHz2,8 GHz
3 MB
4000350 MHz1,15 GHz17$225
-3360M
2/4
2,8 GHz
3,5 GHz
3 MB
4000
650 MHz
1,20 GHz
35
$266
-3320M
2/4
2,6 GHz
3,3 GHz
3 MB
4000
650 MHz
1,20 GHz
35
$225
-3317U2/41,7 GHz2,6 GHz3 MB4000350 MHz1,05 GHz17?
-3210M
2/4
2,5 GHz
3,1 GHz
3 MB
4000
650 MHz
1,10 GHz
35
?

*Intel gibt die offiziellen Preise nur in Dollar an.

Die Modelle Core i5-3667U, -3517U, -3427U, und -3317U sind für uns am interessantesten, weil sie die einzigen Ivy-Bridge-CPUs sind, die Intels Ultrabook-Spezifikation erfüllen (thermische Verlustleistung bis maximal 17W). Um das zu erreichen, muss Intel allerdings an einigen Stellschrauben drehen. Verglichen mit einem Core i7-3720QM, der in einem normal großen Notebook besser aufgehoben ist, müssen die ULV-Versionen auf zwei CPU-Kerne und rund die Hälfte des L3-Caches verzichten. Zudem fällt der Basistakt der GPU deutlich niedriger aus.

Zum Glück ändert sich der Maximaltaktbei der Grafikeinheit nicht nennenswert. Während die mobilen Ivy-Bridge-Prozessoren der 45-Watt-Klasse ihre HD Graphics 4000 bis auf 1,3 GHz bringen, ist bei den 17W-Modellen bei 1,15 GHz Schluss - übrigens genau die GPU-Geschwindigkeit, die ein Core i7-3770K auf dem Desktop erreicht. Da Hyper-Threading aktiv ist, können bis zu vier Threads gleichzeitig laufen.

Das Namensschema bei Mobile Ivy Bridge

Intel ordnet jeder Stelle in der Modellbezeichnung seiner CPUs eine bestimmte Bedeutung zu: Die erste Stelle, in diesem Fall die 3, weist auf die Ivy Bridge-Architektur hin, also auf Intels Core-CPUs der dritten Generation, wie sie offiziell heißen. Ein angehängtes M steht für Modelle mit Standardspannung, also 35W. Modelle, die auf Performance hin ausgerichtet sind, tragen die Bezeichnungen XM oder QM. Dazu zählen die Quad-Cores und die Extreme Editions.

Sandy-Bridge-Modelle, deren Modellnummer auf 9 endete, waren Low-Voltage-Bauteile (LV). Die 17-Watt-Varianten (ULV für ultra-low-voltage) endeten auf 7. Aktuell gibt es keine Ivy Bridge-basierten CPUs mit 25W, dafür aber noch weitere 17-Watt-Prozessoren mit dem Modellnamen xxx7U.

Wir haben über die Architektur und den Chipsatz-Unterbau von Ivy Bridge bereits in unserem Launch-Artikel Intel Core i7-3770K im Test: Wie Sandy Bridge, nur etwas mehr berichtet. Im wesentlich gibt profitieren Intels neue Chipsätze der 7-Serie von drei Neuerungen: die Unterstützung von nativem USB 3.0, die Möglichkeit, bis zu drei Displays gleichzeitig anzusteuern, und die Option, einen Thunderbolt-Controller anzuschließen.

Von den dreien ist die Multi-Monitor-Funktionalität vermutlich die interessanteste, denn damit gehört die Beschränkung auf nur ein externes Display auch endlich bei Intel-Notebooks mit integrierter Grafik der Vergangenheit an. Ivy-Bridge-CPUs können also neben dem eingebauten Panel noch zwei weitere angeschlossene Displays antreiben.

Intels Ivy Bridge-basiertes Referenz-Ultrabook in der Praxis

Intel ist natürlich bestrebt, möglichst bald das volle Potential der 2012er-Ultrabooks unter Beweis zu stellen, und so schickte man uns ein von Intel-Ingenieuren entwickeltes Referenz-Design um zu zeigen, was Hersteller aus dieser Plattform machen können. Intel versucht zwar, einige der Unzulänglichkeiten damit zu entschuldigen, dass das Produkt in der gegenwärtigen Form den Einzelhandel nicht erreichen wird, aber dennoch ist dieses Proto-Ultrabook hinreichend dünn, leicht und schnell genug, um als „echtes“ Ultrabook durchzugehen

Intel stattete unser Testgerät mit einem Core i5-3427U Dual-Core-Prozessor (1,6 GHz), 4 GB Speicher und einer 240 GB SSD aus. Alle Features einer Ivy Bridge nutzt dieses Gerät noch gar nicht: So gibt es z.B. nur einen HDMI-Ausgang, aber immerhin zwei USB 3.0 Schnittstellen, einen Kopfhörerausgang und einen Kartenleser. Mit einer Auflösung von 1600x900 ist das Display eine leichte Verbesserung gegenüber Apples 1440x900, die das aktuelle MacBook Air zeigt. Vermutlich werden aber nicht alle Hersteller diese bessere Auflösung anbieten.

Intels Ultrabook der zweiten Generation im Test

Um einige der Variablen auszuschließen, die unsere Resultate potentiell verfälschen könnten, testen wir mit einem externen Display anstelle des eingebauten: Das LCD eines Notebooks kann schnell einmal die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs ausmachen. Individuelle Einstellungen andererseits bringen ebenfalls die Ergebnisse durcheinander, besonders wenn es sich um ein Referenzgerät handelt, das nicht für den Einzelhandel bestimmt ist. Mit einem externen Bildschirm können wir den Energieverbrauch genauer präzisieren und so konkrete Rückschlüsse auf die verbaute Hardware ziehen.

Es überraschte kaum, dass Intel das Referenz-Ultrabook mit einer der hauseigenen SSD 520 ausstattete. Wir entschlossen uns, mit einer 256 GB großen Crucial  m4zu testen, da wir diese SSD auch in unserem Test von leistungsstärkeren Ivy Bridge-Modellen verwendeten und die Ergebnisse miteinander vergleichen wollten.

Alle Netzwerk-Test liefen über unser LAN, um die Leistungsunterschiede verschiedener drahtloser Lösungen zu eliminieren.

Test Hardware: Mobile Systeme
Prozessoren
Intel Core i5-2467M (Dual-Core, 1,8 GHz)Intel Core i5-3427U (Dual-Core, 1,6 GHz)Intel Core i7-2820QM (Quad-Core, 2,3 GHz)Intel Core i7-3720QM (Quad-Core, 2,6 GHz)
Arbeitsspeicher
4 GB DDR3-13334 GB DDR3-16008 GB DDR3-13338 GB DDR3-1600
Grafiklösung
HD Graphics 3000
HD Graphics 4000HD Graphics 3000HD Graphics 4000
 GeForce GT 630M
Notebook
Acer S3-951-6828
Intel Reference Design
Unknown Clevo modelAsus N56Vm
Systemlaufwerk
Crucial m4 256 GB SATA 6Gb/s
DirectX
DirectX 11
Betriebssystem
Windows 7 Ultimate 64-bit
Grafiktreiber
Intel 8.15.10.2725Intel 8.15.10.2725
Intel 8.15.10.2725Intel 8.15.10.2725
Nvidia 301.24
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  • theo371 , 31. Juli 2012 16:13
    Ist bei dem Ultrabook nun IPT (Identity Protection Technology) aktiv? Kann man es im Bios ausschalten?
  • theo371 , 2. August 2012 08:24
    Danke für die Info! :-(
  • benkraft , 2. August 2012 10:09
    Zitat :
    Danke für die Info! :-(


    Das getestete Ultrabook war wie im Artikel erwähnt ein Referenzmodell, das nicht für den Handel bestimmt ist. IPT ist allerdings eines der Vorzeigefeatures der neuen UB-Generation; insofern darf man davon ausgehen, dass Intel die Hersteller dazu drängen wird, es zu implementieren. Ob die es deshalb auch wirklich tun und ob es einen BIOS-Schalter geben wird, kann ich dir leider nicht beantworten. Das kann von Hersteller zu Hersteller und Modell zu Modell anders sein.
    Mein Rat: Solltest du dich für ein konkretes Modell interessieren, dann frage am besten beim Händler deines Vertrauens.

    Tut mir leid, dass ich dir keine konkretere Auskunft geben kann.
  • iceman1@guest , 2. August 2012 10:22
    hi ich besitze schon ein Ultrathin mit 17 Watt. Also hat AMD das schon runterskaliert.
  • theo371 , 2. August 2012 11:20
    Danke für die Info! :-)

    Ich war nur neugierig, welche Strategie Intel in dieser Sache fährt. Persönlich halte ich eine Ausführungsebene unter dem eigentlichem OS die, wenn Intel und die Hersteller so wollen, nicht kontrollierbar ist, für eine Katastrophe. Trusted Computing mal als Stichwort in dem Raum gestellt.

    Leider bekommt man wenig handfeste Informationen im Netz. Wäre das nicht mal einen Bericht wert?

    Danke nochmal für deine schnelle Antwort auf mein "Heulpost"!^^