Fazit: 1394b hoffentlich bald On-Board
Firewire 800 alias IEEE 1394b hält tatsächlich, was es verspricht: Mit bis zu 54 MB/s im Betrieb mit einer schnellen Festplatte übertrifft die beschleunigte Schnittstelle die bislang gewohnten Bandbreiten locker. Auch im Betrieb als Netzwerkadapter kann 1394b überzeugen, denn etwa 400 MBit/s brutto bzw. nutzbare 30 MB/s beim Kopieren großer Datenmengen sind schon ein ganzes Stück mehr als von 100-MBit-Ethernet gewohnt (siehe Benchmarks).
Fundament der überzeugenden Ergebnisse ist jedoch die Abwärtskompatibilität zu langsameren 1394-Modi. Jeder 1394b-Adapter ist in der Lage, auch alle langsameren Firewire-Geräte zu bedienen - ein entsprechendes Adapterkabel vorausgesetzt.
In der Theorie sollten jedoch bis zu 800 MBit/s brutto möglich sein. Dass nicht mehr als die gemessenen Datenraten über die beiden Adernpaare fließen, liegt derzeit zum einen am Fehlen von schnelleren Anwendungen: ATA-Festplatten liegen bei maximal 60 MB/s. Es bedarf schon einer RAID-Konfiguration, um 1394b an seine Grenzen zu bringen.
Beim Einsatz als Netzwerkschnittstelle leidet Firewire unter der Tatsache, dass es vielen Anwendungen gerecht werden muss und nicht ausschließlich Netzwerkverkehr. Darüber hinaus genießt die Windows Netzwerkimplementierung nicht gerade den besten Ruf - Unix/Linux bietet meist höhere Nettotransferraten.
Die Nachteile von Firewire als Netzwerklösung liegen außerdem in der nur auf das IP-Protokoll eingeschränkten Nutzbarkeit sowie der Abhörbarkeit transferierter Informationen an allen angeschlossenen Stationen. Ausgehend von nicht sicherheitsrelevanten Anwendungen macht die Koppelung zweier Rechner via Firewire durchaus Sinn, denn die Übertragungsraten übertreffen konventionelle Ethernet-Systeme deutlich. Für kurzfristige Datenkopien oder Backups eine überlegenswerte Alternative.
Bleibt zu hoffen, dass 1394b-Controller bald auch bei Motherboard-Herstellern Gefallen finden, denn das schnelle Interface bietet Mehrwert, ohne den Preis einer Hauptplatine spürbar in die Höhe zu treiben.
Letzten Endes stellen Firewire-Geräte wiederum eine sinnvolle Anwendung für PCI Express dar, denn mit 250 MB/s pro Kanal könnte selbst ein zukünftiger Firewire-Adapter nach S1600-Standard und 1.600 MBit/s (200 MB/s) ohne Flaschenhals angebunden werden.