Microsoft experimentiert mit Unterwasser-Rechenzentrum

Mit den Unterwasser-Rechenzentren will Microsoft insbesondere zwei große Vorteile ausnutzen: Zum einen befinden sich große Siedlungen und damit auch Data-Center häufig an Küsten und ließen sich durch Server-Farmen im Meer wesentlich kürzer und mit einer besseren Latenz anbinden.

Darüberhinaus ist durch die geringeren Temperaturen in tieferen Meeresschichten eine direkte, energieeffiziente Kühlung möglich - die enorme Abwärme von Rechenfarmen muss sonst aufwändig abgeführt werden und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen etwa zur Heizung von Schwimmbädern effektiv genutzt werden.

Auf einer eigens eingerichteten Seite pries Microsoft weitere Vorzüge an: So ließen sich entsprechende Rechenzentren etwa in nur 90 Tage realisieren, was beispielsweise bei Naturkatastrophen oder Massenveranstaltungen äußert vorteilhaft wäre. Darüber hinaus könnten sich die versenkten Server durch die Nutzung von Wellenenergie autark mit Strom versorgen und somit weitere Betriebskosten einsparen. Nach jeweils fünf Jahren sollen die Container gehoben und mit neuer Hardware bestückt werden, die Lebenszeit einer Anlage soll mindestens 20 Jahre betragen.

Microsofts Project Natick

Der Test mit einer ersten, mit Stickstoff gefüllten Kapsel verlief Microsoft-Angaben zufolge überaus erfolgreich: In den vier Monaten auf dem 10 Meter tiefen Meeresgrund sei keine Wartung erforderlich gewesen, nun wollen die Redmonder mehr und größere Kapseln versenken. Bereits 2008 experimentierte Google mit solchen Servern - damals allerdings noch auf und nicht im Wasser.

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3 Kommentare
    Dein Kommentar
  • es wird doch trotzdem dieselbe menge an energie / abwärme abgegeben.
    nur geht diese dann direkt ins meer.
    was will microsoft denn mit der abwärme machen, anstatt schwimmbäder zu heizen?
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  • Wenn die Abwärme ein Abfallprodukt direkt aus der über Wellenenergie erzeugten Stromversorgung des Rechenzentrums ist, würde es der Energiebilanz ja nicht schaden. Einzig die Konzentration der Abwärme auf das lokale Umfeld des Rechenzentrums könnte ökologische Auswirkungen haben.
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  • Wegen der Abwärme würde es reichen am Meer zu bauen.

    Um eine Bucht von 20 auf 21 °C zu erwärmen braucht es schon extreme Hardware.
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