Update: Portable und mobile SSDs im Vergleichstest, Februar 2017

Ultrakompakte SSDs bieten auf kleinsten Raum hunderte Gigabyte an mobilem Speicher, der zudem auch noch mit Spitzengeschwindigkeiten angebunden wird. Wir testen aktuelle Modelle.

Der Universal Serial Bus ist wohl die dem durchschnittlichen PC-Nutzer am besten bekannte Schnittstelle. Ganz grundlegend ermöglicht eine USB-Verbindung einen seriellen Datentransfer. Dabei werden die einzelnen Bits nacheinander übertragen.

UPDATE: 9. Februar 2017
Mit dem heutigen Update erweitern wir unseren Vergleichstest von externen Mini-SSDs und Laufwerken um zwei weitere Modelle:

>>>   Adata SE730 Portable SSD
>>>   Adata SV620
>>>   G-Drive Slim SSD
>>>   Plextor X1
>>>   Porsche Design Slim Drive SSD
>>>   Transcend ESD400

Die ursprüngliche Version dieses Test erschien am 26. Oktober 2015 und wird ständig erweitert. Zuletzt kamen im August letzten Jahres zwei Modelle hinzu: Intenso Portable SSD und SanDisk Extreme 510.

Die Signale werden überdies über zwei Kabel gleichzeitig übermittelt, einmal unverändert und einmal in invertierter Form, was in einem größeren Abstand zwischen 1- und 0-Signalpegeln resultiert und dadurch die Übertragungssicherheit erhöht.

Parallele Schnittstellen, die mehrere Bits auf mehreren Leitungen gleichzeitig übertragen werden, sind im Aussterben begriffen: Während PCI noch eine parallele Schnittstelle war, ist der Nachfolger PCIe seriell. Bei einer seriellen Verbindung entfällt die aufwendige Laufzeitkorrektur der parallelen Datenübertragen, die sicherstellen muss, dass die entsprechenden Signale der unterschiedlichen Datenpfade gleichzeitig ankommen.

Ein Teil der Laufzeitkorrektur ist beispielsweise bei RAM-Modulen sichtbar: Zwischen dem eigentlichen Speicherchip und dem Anschluss des Moduls sind die Leiterbahnen mäanderförmig angelegt.

USB-3.1-Steckkarte mit PCI-Express-AnbindungUSB-3.1-Steckkarte mit PCI-Express-Anbindung

Die große Verbreitung von USB ist kein Zufall: Die Schnittstelle ist leicht und vielfältig anwendbar, kommt also im alltäglichen Gebrauch ohne aufwendige Konfiguration aus und ist – besonders im Vergleich zum Thunderbolt-Standard - dank fehlender proprietären Chips vergleichsweise günstig. Der eigentliche USB-Stecker ist relativ kompakt und vor allem in den aktuellen Versionen USB 3.0 respektive USB 3.1 wird eine hohe theoretische Übertragungsraten von 500 und 1.200 Mbyte/s ermöglicht.

Historische Entwicklung des USB-Standards

Der Universal Serial Bus wurde 1995 von einem Industriekonsortium entwickelt, beteiligt waren unter anderem HP, Intel und Microsoft. Der ein Jahr später eingeführte Standard ermöglichte eine Datenübertragung mit maximalen 1,5 bis 12 Mbit in der Sekunde. Das war schon aus damaliger Sicht bescheiden, unterstützte der 1994 entwickelte „Enhanced Parallel Port“-Modus für serielle Schnittstellen doch bereits eine Datentransferrate von bis zu 2 Megabyte in der Sekunde. Der erste USB-Standard war somit trotz prinzipieller Unterstützung von Festplatten nicht zur schnellen Datenübertragung geeignet, zudem unterstützen Windows 95 und NT 4.0 den Standard schlecht respektive gar nicht. Auch der USB-1.1-Standard erhöhte den Datendurchsatz nicht.

USB 2.0 erhöhte die Übertragungsrate schließlich auf theoretisch bis zu 480 Mbit/s, was genau 60 Mbyte in der Sekunde entspricht. Auch der im Jahre 2000 fertiggestellte Standard wurde im Laufe der Zeit zunehmend zum Flaschenhals: Die angeschlossenen Geräte, insbesondere externe Datenträger, konnten eine größere Geschwindigkeit liefern als eine USB 2.0-Verbindung stemmen kann. Der Standard IEEE 1394b (FireWire) schaffte ab 2003 theoretisch 800, später 1600 Mbit/s und mit eSATA stand später eine weitere Möglichkeit zur schnellen Anbindung externer Speicher zur Verfügung.

Der im Jahr 2008 vorgestellter USB-3.0-Standard war schließlich der erste seiner Art, der eine größere Übertragungsrate als die anzuschließenden Geräte bot und damit keinen Flaschenhals mehr darstellte. 

USB 3.0

USB 3.0 überträgt Daten theoretisch mit bis zu 500 Mbyte/s und der Anschluss kann nun, sofern nötig, bis zu 900 mA und damit bei 5 V maximal 4,5 Watt an angeschlossene Geräte liefern. Eine wichtige Änderung: Angeschlossene Geräte dürfen eigenständig Daten senden, es findet somit kein hostgesteuertes Polling mehr statt und die Kabel enthalten nun getrennte Adernpaare für das Senden und Empfangen. Damit ist USB 3.0 vollduplexfähig. Ein weiteres Feature ist der Burst-Modus, welcher große Daten übertragen kann, ohne dabei jedes übertragene Paket einzeln zu bestätigen – das ermöglicht eine höhere Datenrate.

UAS, der USB-Turbolader

Beim USB Attached SCSI Protocol handelt es sich um den Nachfolger des USB Mass Storage Protocol (mit Bulk-Only Transport).  Das ältere, für USB 1.1 entwickelte Protokoll limitiert die erreichbare Geschwindigkeit beispielweise durch die Nutzung der gleichen Kanäle für Kommandos, Kanäle und Daten. UASP nutzt dafür getrennte Kanäle und erlaubt zudem das Command Queuing, also die parallele Verarbeitung mehrere Kommandos. Im Jahr 2013 haben wir das UAS-Protokoll bereits ausführlich beleuchtet. Inzwischen gehört UASP zur Standard-Ausstattung und ist dementsprechend weit verbreitet.

Die Bestätigung, dass ein USB-3.0-Gerät im UAS-Modus arbeitet respektive das verwendete Mainboard den Standard unterstützt, liefert überdies der Windows-Geräte-Manager, dieser bezeichnet eine entsprechende Verbindung als „Per USB angeschlossenes SCSI (UAS)-Massenspeichergerät“.

Von Steckertypen und Stromversorgung

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil einer USB-Verbindung: Diese liefert Strom. Das ermöglicht es, Massenspeicher und andere Geräte ohne weitere Stromversorgung an einem USB-Port zu betreiben. Recht präsent ist diese Funktion spätestens seit 2009 im Zuge der Bemühungen der EU-Kommission zur Vereinheitlichung der Standardladebuchsen für Mobilfunkgeräte.

USB 3.0 Typ-BUSB 3.0 Typ-B

Ganz generell liefert ein USB-Port erst einmal 100 oder 150 mA. Benötigt ein Gerät mehr, so muss es dies vom Host anfordern und kann dann auf 0,5 Watt (USB 1.0), 2,5 Watt (USB 2.0) respektive 4,5 Watt (USB 3.0/3.1) zurückgreifen. Mit USB Power Delivery lassen sich an einem USB-Typ-C-Stecker überdies bis zu 100 Watt realisieren. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass fehlerhaft designte USB-Hubs sowohl angeschlossene Geräte als auch den Host-PC beschädigen können.

Übrigens: Ein bestimmter Steckertyp lässt nicht ohne Weiteres einen Schluss auf die zu erreichende Datenübertragungsrate zu, hängt diese doch in erster Linie vom dahinter liegenden Controller und nicht von der physischen/elektrischen Ausgestaltung einer Steckerbuchse ab. Ein aktuelles Beispiel sind etwa Tablets, die einen USB-Typ-C-Abschluss zu Ladezwecken besitzen und deren Datenrate am entsprechenden Port trotz "neuem" Typ-C-Stecker nicht über USB-2.0-Niveau hinausgeht. Vor 2015 war die Verteilung überdies noch klar: Am PC hing ein USB-Standard-A-Stecker (Hostseite) und auf der Geräteseite ein anderer Steckertyp, wie etwa USB-B ("Druckerkabel") oder wie hier im Test ein USB-3-Micro-B-Stecker.

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4 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • quixx
    Der Witz bei der differentiellen Übertragung besteht nicht darin, durch hohe Pegel mehr Sicherheit (und Abwärme :D ) zu erzeugen, sondern dass

    -zum einen eventuelle Störungen den elektrischen Abstand zwischen der logischen 0 und der 1 nicht verändern,
    -zum anderen kaum Abstrahlung in die Umgebung erfolgt.

    Da kann man dann den Pegel viel geringer halten, siehe LVD-Technik.
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  • samserious
    So langsam müsste ich meine USB2/eSata Platte echt mal ersetzen. Nur sieht die irgendwie edler aus als die getesteten hier...
    :/

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  • Scour
    Woher hat Digitrade denn eine Evo mit 256GB? Dachte die gibts nur als 250GB?
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  • quixx
    Anonymous sagte:
    So langsam müsste ich meine USB2/eSata Platte echt mal ersetzen. Nur sieht die irgendwie edler aus als die getesteten hier...
    :/



    eSata reicht doch. USB2 ist natürlich eine echte Bremse. Aber eine SSD für so etwas halte ich für übertrieben.
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