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Fazit: Erst Performance sicherstellen, dann kaufen

Großer Vergleichstest: 9 USB 3.0 Flash-Speicher
Von , Achim Roos

Man muss generell im Fazit zwischen zwei Arten von USB-Laufwerken unterscheiden: Es gibt die traditionellen USB Speicher-Sticks (im Englischen ‘thumb drive’ genannt) und Flash-Laufwerke, die etwas mehr Platz in Anspruch nehmen. Die Sticks finden in jeder Hosentasche Platz und können immer am Mann getragen werden. Die andere Option sind Laufwerke in der Größe eines Flachmanns bzw. eines kleinen Smartphones.

Letzteres bieten Kingston und OCZ und dominieren dabei die Performance-Benchmarks deutlich. Das geht allerdings zu Lasten der Mobilität. Bei der Wahl zwischen diesen beiden empfehlen wir das OCZ Enyo, denn es bietet beim Schreiben verschiedenster Dateitypen deutlich mehr Performance, während der Unterschied beim Lesen weniger gering ausfällt.

Nicht nur Kingston verpasst unseren Kauftipp knapp. Beim FastKey von LaCie hielten uns Ungereimtheiten mit der beigelegten Software davon ab. Genauer gesagt handelt es sich um die fehlende Unterstützung von Windows 7 in der 64-Bit-Version. Das darf bei einem Premium-Produkt einfach nicht sein. Rein technisch hat LaCie alle Register gezogen, denn das FastKey ist der einzige USB-Speicher im kompakten Stick-Format, der wirklich Performance in Hülle und Fülle liefert. Zudem wäre der Lieferumfang beispiellos – schade. 

Unsere Wahl im Segment der USB 3.0 Speicher-Sticks fällt auf das SuperCrypt von Super Talent, welches Verschlüsselung und attraktive Performance ohne erhebliche Performance-Schwächen vereint.

Performance-Schwächen zeigen sich dagegen bei allen anderen Laufwerken; wenn auch jeweils in verschiedenen Disziplinen. Kaum ein Laufwerk taugt, um eine große Menge an Lese- oder Schreib-Operationen abzuarbeiten (I/Os) – dafür sind die Produkte schlicht nicht geschaffen und das sehen wir auch nicht als kritisch. Bei der Durchsicht der Leistungsdaten setzen wir jedoch die USB-3.0-Schnittstelle mit gewissen Performance-Anforderungen gleich.

Und hier ist einiges im Argen: 300 KB/s beim Schreiben kleiner Dateien bei PQI oder 800 KB/s bei Patriot sind für Geräte dieses Anspruchs ein Unding. Zumal viele der Testkandidaten locker 7,5 bis knapp 20 MB/s schaffen. Unlösbar ist diese Aufgabe also eindeutig nicht und bedeutet schlicht, dass einige Hersteller zurück ans Zeichenbrett müssen.

Auch die Kombination aus gleichzeitigem Lesen und Schreiben von gemischten Daten treibt so manches Produkt in den Kriechmodus. Kingstons Data Traveler Ultimate 3.0 liefert ansonsten tolle Performance, stagniert aber beim gleichzeitigen Lesen/Schreiben bei 8 MB/s. PQI und AData ergeht es nicht besser.

Es bleibt festzuhalten, dass wir dringend davon abraten, USB 3.0 Speicher-Sticks ohne gründliche Tests spontan im Laden zu kaufen. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einem Blender aufsitzen, der das SuperSpeed USB-Logo dazu verwendet, technisch unzureichende Produkte zu Premium-Preisen zu verhökern.

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