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OCZ Vertex 4 im Test: Indilinx im neuen SSD-Flaggschiff

OCZ Vertex 4 im Test: Indilinx im neuen SSD-Flaggschiff
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Mit der Vertex 4 lässt OCZ die Bombe platzen: Die neue SSD hat keinen SandForce-Controller eingebaut, sondern den Indilinx Everest 2-Controller. Kann sich die Vertex 4 mit der Intel SSD 520, der Crucial m4 und der Samsung 830 messen?

Mit der Vertex 4 lässt OCZ die Bombe platzen: Die neue SSD hat keinen SandForce-Controller eingebaut, sondern den Indilinx Everest 2-Controller. Kann sich die Vertex 4 mit der Intel SSD 520, der Crucial m4 und der Samsung 830 messen?

Die Vertex 4 von OCZ, die auf der CeBIT vorgestellt wurde, ist nun im Handel erhältlich. Sie basiert auf dem Everest-2-Controller, der erstmals auf der diesjährigen CES in Las Vegas vorgestellt wurde. Die Vertex 4 ist nicht nur die neue Flaggschiff-SSD von OCZ, sie symbolisiert auch den Versuch von OCZ, aus der Masse der SSD-Anbieter herauszustehen - denn im SSD-Markt bieten mittlerweile viel zu viele SSD-Hersteller Produkte an, die alle auf einer äußerst überschaubaren Anzahl von SSD-Controllern basieren.

Vor wenigen Jahren hat OCZ mit der Vertex 2 die erste SSD auf Basis eines SandForce-Controllers herausgebracht, und erst vor rund einem Jahr die Vertex 3, die auf der zweiten SandForce-Generation beruht. Wir fanden es faszinierend, wie es eine relativ kleine Firma wie OCZ schaffte, dem Industriegiganten Intel, der mit der X25-M den SSD-Markt quasi geschaffen hat, Paroli zu bieten. Aber dieser Erfolg wurde von der Tatsache getrübt, dass auch andere Firmen SandForce-Controller in ihren SSDs einsetzen konnten und so das Erfolgsrezept von OCZ schon nach wenigen Wochen kopierten.

Heute gibt es nur wenige Anbieter, die einen hauseigenen Controller bzw. hauseigenes NAND-Flash und selbst entwickelte Firmware einsetzen. Der Großteil der Anbieter bezieht diese Komponenten einfach von Drittherstellern und integriert sie. Das erklärt die große Zahl an SSDs mit SandForce-Controller, die fortwährend den Weg zu unserem Testlabor finden. Nicht von ungefähr ist es OCZ leid, in der Masse ähnlicher Produkte und ihrer Hersteller unterzugehen und sich nicht differenzieren zu können.

Auf der Suche nach Unabhängigkeit

Zweifelsohne gebührt SandForce Dank und Anerkennung dafür, dass nunmehr auch Dritthersteller in der Lage sind, SSDs zu fertigen, ohne vorher ihren eigenen SSD-Controller entwickeln zu müssen. Aber die sich daraus zwangsläufig ergebende breite Palette an ähnlichen, miteinander konkurrierenden Produkten war aus der Sicht von OCZ natürlich problematisch, und OCZ wollte aus dieser Situation ausbrechen.

Vor knapp über einem Jahr hat OCZ dann den südkoreanischen SSD-Controllerpionier Indilinx aufgekauft. Obwohl (oder vielleicht sogar gerade weil) die Vorgängermodelle dieser Firma Performance-Enthusiasten nie so richtig begeistern konnten, konzentrierte man sich in der Pressemitteilung zur Akquisition explizit auf die Controller-Technologie von Indilinx für tragbare Geräte, Tinkerbell. Die Meldung erwähnt aber auch, dass OCZ weiterhin plant, SSD-Controller von Drittherstellern zu beziehen.

Erst kürzlich haben wir eine 512 GB Octane SSD, die auf dem Indilinx Everest-Controller basiert, bekommen, und wir waren durchaus von ihr angetan, obwohl ihre Performance nicht bahnbrechend war. Jedenfalls haben wir damals schon angenommen, dass OCZ ihre Indilinx-Controller auch in SSDs für Power-User einbauen will.

Mit der Markteinführung der Vertex 4 untermauert OCZ diese Annahme. Der auf der CES vorgestellte Everest-2-Controller, ein Nachfolger des in der Octane SSD eingebauten Chips, taucht jetzt in einem Produkt auf: der Vertex 4. OCZ ist so sehr von dem neuen Controller überzeugt, dass die Firma die keineswegs langsame Vertex 3 nach nur einem Jahr durch ein neues Produkt ersetzt.

Update: Wir wollten hier eigentlich argumentieren, dass es für einen Gerätehersteller wie OCZ Sinn macht, einen Bauteilhersteller wie Indilinx aufzukaufen, um sich damit von der Preis-, Liefer- und Modellpolitik von Drittherstellern wie SandForce unabhängig zu machen. Vor ein paar Wochen hat aber ein Poster auf dem Hardware-Forum Extreme Systems den Verdacht geäußert, dass der Everest 2-Controller in Wirklichkeit ein Marvell-Controller ist. Wir haben OCZ um eine Stellungnahme gebeten, und drucken sie hier ab:

"OCZ und Marvell unterhalten enge Geschäftsbeziehungen und haben bei der Entwicklung der Everest- und der Kilimanjaro-Systemplattform zusammengearbeitet. Wie jedes Produkt besteht eine SSD-Systemplattform aus vielen Komponenten, und die Hauptkomponenten sind ein mit erhöhter Taktfrequenz betriebener ASIC und spezielle Firmware, die zu 100% von Indilinx entwickelt wurde. Diese Kombination ermöglicht es OCZ, erweiterte Funktionalität sowie höhere Performance und längere Lebensdauer zu erzielen und somit eine ausgereifte Systemplattform zu schaffen, die ausschließlich in OCZ-SSDs wie Octane und Vertex 4 enthalten ist."

Wir finden die Situation von OCZ interessant – anstatt endlich von Controllerherstellern unabhängig zu sein, wechselt OCZ vom Dritthersteller S zum Dritthersteller M. OCZ behauptet, dass die enge Partnerschaft mit Marvell Vorteile wie eine erhöhte Taktfrequenz bringt, streicht aber insbesondere die komplett selbst entwickelte Firmware heraus. Wir werden diesbezüglich noch weiter nachforschen und erneut berichten, sobald wir weitere Details erfahren.

Details zur Vertex 4 mit Everest 2-Controller

Bezüglich der internen Architektur des Everest 2-Controllers hält sich OCZ absichtlich bedeckt. Wir wissen aber, dass die meisten Architekturmerkmale vom Vorgänger übernommen wurden. Wie dieser ist auch Everest 2 ein Achtkanal-Controller mit einem internen Dual-Core ARM-Prozessor. Als Cache und Zwischenspeicher für Garbage-Collection-Operationen wird ein normales, außerhalb des Controllers befindliches DRAM-Array verwendet.

Und wie bei der vor einiger Zeit getesteten Octane sind auch in der neuen SSD 64 Gb ONFi 2.2 NAND-Chips in 25 nm-Technologie verbaut. Wie bei der Octane wird auch kein Flash-Speicher fürs Overprovisioning  reserviert, sondern 100% des Speichers stehen dem Anwender zur Verfügung.

Bei unserem Testexemplar mit 256 GB weist jeder der sechzehn Flash-Chips eine Kapazität von 16 GB auf (zwei Dies zu je 8 GB).

Herstellerangaben zur 256 GB SSD
OCZ Octane
OCZ Vertex 3OCZ Vertex 4
NAND
64 Gb 25 nm, ONFi 2.2
4 KB Random Read
35 000 IOPS
85 000 IOPS
90 000 IOPS
4 KB Random Write
25 000 IOPS
60 000 IOPS
85 000 IOPS
128 KB Sequential Read
480 MB/s
550 MB/s
535 MB/s
128 KB Sequential Write
310 MB/s
520 MB/s
380 MB/s

Die Unterschiede zwischen der neuen Controllergeneration und der vorigen Generation werden aus den Performanceangaben von OCZ ersichtlich. Verglichen mit der Vertex 3 weist die neue SSD durchwegs höhere Zugriffsraten auf, ist aber beim sequentiellen Datentransfer geringfügig langsamer. Die Octane-SSD wird aber in allen Belangen übertroffen.

Herstellerangaben zur Vertex 4
128 GB
256 GB
512 GB
DRAM Cache
512 MB
512 MB
1 GB
512 B Random Read
120 000 IOPS
120 000 IOPS
120 000 IOPS
4 KB Random Read
90 000 IOPS
90 000 IOPS
95 000 IOPS
4 KB Random Write
85 000 IOPS
85 000 IOPS
85 000 IOPS
128 KB Sequential Read
535 MB/s
535 MB/s
535 MB/s
128 KB Sequential Write
200 MB/s
380 MB/s
475 MB/s


Die drei nach Speicherkapazität gestaffelten Modelle unterscheiden sich voneinander nur bezüglich der sequentiellen Schreibrate.

  

Alle 10 Kommentare anzeigen.
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • Brat , 30. April 2012 11:21
    schlägt aber keine m4/830 meiner ansicht nach

    und nicht zu vergessen: ocz hat auf gewissen plattformen ihre produkte selber gut bewertet und die der konkurrenz negativ ... und ich glaub deswegen ist bis heute nichts passiert :o 
  • Gaensebluemchen , 30. April 2012 11:46
    Hallo :) 
    Warum ändert sich die Farblegende während der Tests? Beispiel Crucial m4, Seite 3, Zufällige Zugriffe: erst orange mit O als Zeichen, dann blau ohne Zeichen. Verwirrend.
  • Diesel_im_Blut , 30. April 2012 18:34
    Schöner Test, zumal der noch zum richtigen Zeitpunkt raus kam. Habe auch vor mir demnächst ne neue SSD zuzulegen und die Vertex 4 gehört neben der Intel 520 und der Samsung 830 zu meinen Faforiten. Ich besitze zwar schon eine SSD, doch die 120 GB sind mir zu wenig und ich werde mir eine mist 240 GB zulegen.

    Aber ich hab nach dem Test immer noch das Problem, welche nehmen. Intel und OCZ etwa gleich teuer und 5 Jahre Garantie. Samsung etwas günstiger und nur 3 Jahre Garantie. In den Benchmarks ist jede der 3 zur Auswahl stehenden mal vorne, mal irgendwo im Mittelfeld. Man muss sich dann auch die Frage stellen, merkt man die unterschiede der SSDs in der Praxis, oder ist das nur Mess-, aber nicht Fühlbar. Dann kommt die Frage mit der Firmware uns Zuverlässigkeit. In dem Punkt hat Intel von mir irgendwie das meiste Vertrauen.

    Generell finde ich, SSD-Kauf ist schwieriger als Festplattenkauf.
  • bluray , 1. Mai 2012 11:00
    Ich selbst bin etwas gebrandmarkt von SSDs von OCZ. Hatte damals versucht, mein Notebook umzustellen, was in einem Bluescreen endete. Jetzt habe ich eine Corsair Force 3 in meinen grossen Rechner eingebaut und das OS einfach geclont. Das hat reibungslos funktioniert...

    Aber vielleicht werde ich der OCZ doch nochmal eine Chance geben...
  • Oshiyo@1336483272@guest , 2. Mai 2012 08:29
    geht mir ähnlich... ich hatte mit der Vertex 3 zig firmware probleme bis sie dann bei der letzten (funktionierenden) FW den geist komplett aufgegeben hat. wurde mir dann ausgetauscht mit bereits neuester FW und seither funktioniert das ding 1A... meine nächste für den laptop wird trotzdem eine force 3... funktioniert bei vielen bekannten einfach problemlos und schnell- so soll es sein.
  • Fabo@1338799925@guest , 2. Mai 2012 08:57
    P/L technisch halte ich die samsung 830er immernoch für die bessere wahl
  • JochenTE@guest , 2. Mai 2012 10:18
    Die Crucial M4 erreicht viel bessere Ergebnisse/Zahlen, wie hier zu sehen http://www.supportnet.de/ssd
  • SupportOpfer@guest , 2. Mai 2012 17:17
    OCZ ist vielleicht in Ordnung solange alles funktioniert.
    Der Support ist allerdings unterirdisch schlecht. Mein Revodrive läuft trotz 2x RMA bis heute nicht richtig rund.
    Bei einer anderen Begegnung mit der Kundenabwehr wurden intakte Rams einfach ungeprüft entsorgt (natürlich ohne Ersatz) Begründung: der Produktzweig wurde aufgegeben. So viel ist OCZs Lifelong Warranty wert.
    Von daher darf man auf die Garantie dort nicht zu viel geben.
  • modena , 8. Mai 2012 20:29
    Anscheinend gibt es eine neue Firmware für die Vertex 4, welches sie deutlich beschleunigen soll.
  • leremius , 5. Oktober 2012 07:21
    alles Mist, solange die Qualitaet von OCZ so miserabel bleibt wie bisher. 3 OCZ SSDs sind in 14 monaten defekt gegangen - sowohl Vertex2 als auch Agility3 SSDs. jetzt reichts, OCZ Schrott fliegt bei mir entgueltig raus, Intel Platten sind bestellt.
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