Fazit
Aus technologischen Gesichtspunkten ist die Neon 250 zweifelsohne ein interessantes Produkt. Theoretisch müsste diese Karte in vielen Spielen-Applikationen an vorderster Stelle liegen. Leider beweisen die Praxistests etwas anderes. Die Performance ist generell nicht schlecht, dennoch haben wir für diese Preisklasse etwas mehr erwartet.
Im Performance-Vergleich zeigt die Karte ein sehr gutes Verhalten unter den OpenGL-Tests wie Quake Arena. Auch die Bildqualität ist nicht zu beanstanden. Dies verdankt die Karte im wesentlichen einem sorgfältig optimierten MiniGL-Treiber. Vermisst wurde zum Testzeitpunkt der vollwertige OpenGL-ICD. Ohne diesen ist nicht das komplette Spektrum an OpenGL-Spielen nutzbar. Bis auf Nvidia haben sich bereits schon viele Chiphersteller an der OpenGL-Problematik die Zähne ausgebissen.
Zugegeben, bei Auflösungen kleiner als 1024 x 768 Pixeln kommt die Neon auf sehr gute Werte. Das gilt für Direct3D und OpenGL gleichermaßen. Nur gibt es für diesen Markt bereits preiswertere Karten. Bei der Standardauflösung von 1024 x 768 erreicht die Neon 250 zwar vernünftige Ergebnisse, Voodoo3 oder TNT sind jedoch harte Gegenspieler. Bemerkbar machen sich bei höheren Auflösungen und 32 Bit Farbtiefe die Speicherbandbreite. Der TNT2 zieht dann mit 128 Bit spielend davon. Zum Vergleich: Der PowerVR 250 auf der Neon 250 besitzt nur 64 Bit Bandbreite.
Etwas heikel ist die Preisgestaltung. So ist nach dem Erdbeben in Taiwan der Speicher teurer geworden. Für Videologic entpuppt sich die Entscheidung, eine 32-MB-Karte für den gleichen Preis wie die erst vorgesehene 16-MB-Version anzubieten, als schwieriges Unterfangen. Die Gewinnmargen dürften auf ein Minimum sinken.
Nun noch etwas zur allgemeinen Situation. Am Vorabend der Einführung des GeForce 256 von Nvidia dürften die Preise für den TNT2 (Ultra) bald rapide fallen. Der Verkaufspreis von 300 DM ist dann sicherlich schwer zu halten.
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