Virus tarnt sich als FBI-Wurm
"Die Idee, des FBI, sich Daten mit Hilfe eines Wurms zu besorgen, hat Aufmerksamkeit im Computer-Untergrund erregt", schreibt Denis Zenkin von Kaspersky Labs. Die russische Antiviren-Firma hat nun einen Virus entdeckt, der sich als magisches FBI-Lämpchen ausgibt - aber vielleicht ein bisschen zu hell strahlt. Denn es meldet sich lautstark mit großen roten Buchstaben als "FBI"-Meldung und erzählt dem erstaunten PC-Nutzer, er würde nun beim Essen, Trinken und anderen, ähemmm, menschlichen Verrichtungen beobachtet.
Der 17jährige argentinische Hacker mit dem Codenamen "AgentLinux" schickte gestern seine Form der magischen Lampe auf Reisen. Der Virus heißt "Malantern" und ist ein sehr simples Visual-Basic-Programm. Das Programm geht als "Patch für Internet Explorer" auf Feldzug gegen Bits und Bytes auf der Festplatte.
Beim Start des Rechners löscht das lästige Programm des Teenagers alle Dateien im Windows-Temp-Verzeichnis und alle .SYS-Dateien im Treiber-Verzeichnis (windows\drivers). Das Programm verbreitet sich nicht schnell, seine Gefahr wird also nicht als groß eingestuft. In gebrochenem Englisch schreibt die Antiviren-Schmiede auf seiner Website "humeristic".
Ernst fügt Virenlabor-Chef Eugene Kaspersky an, es sei sehr wichtig, sich auszumalen, dass - wenn einmal der echte FBI-Virus kommt und vielleicht sogar von Antivirensoftware ignoriert wird - zahlreiche Clones des offiziellen Tastatur-Loggers das Internet überschwemmen würden. Außerdem könne das Originalprogramm in der Hand von Hackern landen und noch mehr Schaden anrichten.
Kaspersky Labs ist als russisches Unternehmen nicht angewiesen, FBI-Viren einfach zu ignorieren. Sie seien ohnehin nur ein Gerücht, meint Kaspersky.
Eine genaue Beschreibung der eher witzigen Bildschirm-Pop-Ups des Programms hat Kaspersky Labs
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