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Spezial-Festplatten: Western Digital Red, Green und Purple im Test

Spezial-Festplatten: Western Digital Red, Green und Purple im Test
Von , Achim Roos

Stromspar-Laufwerk, NAS-HDD und Videoüberwachungs-Profi: Durch optimierte Firmware sollen die WD-Festplattenserien Green, Red und Purple echte Spezialisten auf ihrem Gebiet sein. Ob das auch in der Praxis zutrifft, zeigt unser Test.

Seit einiger Zeit hat WD interne 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Festplatten im Angebot, die zwar fast das gleiche Innenleben besitzen, sich aber trotzdem an ein sehr unterschiedliches Zielpublikum richten. Gemeint sind die WD-Produktreihen Red, Blue, Green, Black und Purple. Der Hauptunterschied zwischen den HDDs kommt durch eine angepasste Firmware zustande, dank der die Laufwerke das vom Hersteller jeweils anvisierte Einsatzgebiet ideal bedienen sollen.

Damit Käufer leichter erkennen, welche Festplatte sich nun am besten für welche Aufgabe eignet, hat WD deren Eigenschaften in einem Farbschema zusammengefasst. So steht beispielsweise grün für stromsparenden Betrieb und schwarz für maximale Leistung. Die bunten Laufwerke lassen sich in drei Hauptkategorien einordnen.

WD Red: NAS statt Desktop oder Nearline

Den Anfang macht die WD Red, die im 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Format erhältlich ist. Die "roten" Festplatten ordnen sich zwischen HDDs ein, die für Desktop-spezifische Anforderungen ausgelegt sind, und Nearline-Festplatten, die eher an Server-Aufgaben ausrichtet sind. Damit sitzt die WD Red zwischen den Stühlen, denn der Hersteller ordnet sie weder dem einen noch dem anderen Einsatzgebiet wirklich zu.

WD visiert explizit eine dritte Klientel an, nämlich eine NAS-Kundschaft, die kein Profi-NAS im 19-Zoll-Server-Rack oder ähnlicher Größenordnung betreibt, sondern einen kleinen Netzwerkspeicher in den eigenen vier Wänden oder in einer Büroumgebung einsetzen will. Features wie geringe Betriebstemperatur, niedrige Leistungsaufnahme, hoher Datendurchsatz beim Streaming sowie eine niedrige Drehzahl stehen bei der WD Red im Vordergrund.

WD Blue, Green und Black: Desktop-Festplatten

Weiter geht es mit den 2,5- und 3,5-zölligen Desktop-HDDs der Reihen Blue, Green und Black. Die WD Blue positioniert sich als solides Allround-Laufwerk der Einstiegsklasse, das sich beispielsweise als Systemlaufwerk ebenso gut machen soll wie als genügsamer Datenspeicher. Passend zu ihrem Farbcode ist die WD Green eine "Öko"-Laufwerksreihe, die sich durch kühlen und ruhigen Betrieb, geringe Temperaturentwicklung und höhere Zuverlässigkeit auszeichen soll. Ganz auf Performance getrimmt ist dagegen die WD Black. Mit dieser Festplatte visiert WD ein kreatives und spielbegeistertes Publikum an, die vom Massenspeicher ihres PCs eine möglichst hohe Leistung erwarten.

WD Purple: Videoüberwachungs-Spezialist

Ebenso wie die WD Red bedient auch die WD Purple eine besondere Zielgruppe, wobei es beim lilafarbenen Laufwerk noch etwas spezieller zugeht: Die WD Purple wird für Videoüberwachungssysteme angeboten, die in den eigenen vier Wänden oder kleinen bis mittelständischen Unternehmen stehen. Die Laufwerke sind für Dauerbetrieb ausgelegt und sollen hohen Temperaturschwankungen und Gerätevibrationen gleichermaßen gut standhalten, wie sie etwa bei Outdoor-Kameras vorkommen. Die WD Purple gibt es nur als 3,5-Zoll-Laufwerk.

Im Test: Die 6-TByte-Version von WD Red, WD Green und WD Purple

Wir haben uns die Frage gestellt, ob WD mit seiner bunten Festplattenmischung wirklich solche ausgewiesenen Spezialisten im Angebot hat, die aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften die bessere Wahl darstellen als Standard-HDDs. Oder anders gefragt: Lohnt sich beispielsweise der Kauf einer WD Green, wenn man nach einem sparsamen Desktop-Laufwerk sucht, oder bleibt die Firmware-Maßanfertigung gegenüber einer nicht optimierten Standard-HDD ohne nennenswerte Auswirkungen?

Um das heraufzufinde, haben wir uns exemplarisch die 6-TByte-Spitzenmodelle der WD-Laufwerksreihen Red, Green und Purple ins Labor geholt. Ein Blick in die jeweiligen technischen Daten zeigt, dass die drei Testkandidaten intern so gut wie identisch aufgebaut sind. Ideale Voraussetzungen also, um aufzuzeigen, wie stark sich die unterschiedlichen Firmware-Optimierungen in der Praxis auswirken.

Technische Daten

Testkonfiguration Performance-Tests

Hardware Details
CPU:Intel Core i5-2500K (32 nm, Sandy Bridge, D2), 4C/4T, 3.3 GHz, 4x 256 KByte L2 Cache, 6 MByte L3 Cache, w/ HD Graphics 3000, 95 Watt TDP, 3.7 GHz max. Turbo
Motherboard (Sockel 1155):Gigabyte Z68X-UD3H-B3, Revision: 0.2, Chipset: Intel Z68, BIOS: F3
RAM:2x 2 GByte Corsair TR3X6G1600C8D, DDR3-1333,
System-SDD:Intel X25-M G1, 80 GByte, Firmware 0701, SATA 3 GBit/s
Controller:Intel PCH Z68, SATA/600 
Netzteil:Seasonic X-760 760W, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Performance-Messungen:h2benchw 3.16
PCMark 7 1.0.4
I/O-Performance:IOMeter 2006.07.27
Fileserver-Benchmark
Webserver-Benchmark
Database-Benchmark
Workstation-Benchmark
Streaming Reads
Streaming Writes
4K Random Reads
4K Random Writes
System-Software & Treiber
Treiber:Details
Betriebssystem:Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf:9.2.0.1030
Intel Rapid Storage:10.5.0.1026

Testkonfiguration Leistungsaufnahme

Hardware Details
CPU:Intel Core 2 Extreme X7800 (65 nm, Merom XE, E1), 2C/2T, 2.6 GHz, 4 MByte L2 Cache, 44 Watt TDP
Motherboard (Sockel 478):MSI Fuzzy GM965, Revision: 1.0, Chipset: Intel GM965, BIOS: A9803IMS.220
RAM:2x 1 GByte Crucial BallistiX CM128M6416U27AD2F-3VX, DDR2-666
System-HDD:Western Digital WD3200BEVT, 320 GByte, SATA 3 GBit/s, 5400 U/min
Controller:
Intel ICH8-ME
Netzteil:Seasonic X-760 760W, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Video-Playback:VLC 1.1.1
Big_Buck_Bunny_1080p
I/O-Performance:IOMeter 2006.07.27
Database-Benchmark
Streaming Writes
System-Software & Treiber
Treiber:Details
Betriebssystem:Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf:9.2.0.1021
Intel Graphics:15.12.75.4.64
Alle 11 Kommentare anzeigen.
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  • Michalito , 14. Januar 2015 12:50
    Danke für diesen Test. Festplattentests werden mittlerweile leider viel zu selten gemacht. Nun hoffe ich das auch das die Platten der Konkurenz getestet und diesen gegenüber gestellt werden. Allerdings fehlt mir die Angabe der nicht korrigierbaren Lesefehler pro gelesene Bits. Klar, das kriege ich selber hin, aber das eingehen auf das Thema insbesonders unter dem Aspekt von Raid 5 und 10 Rebuilds und der wahrscheinlichkeit eines Fehlers bei Platten größer als 4 TB.
    Fazit für mich: Die billigste als Datengrab für zu Hause reicht, aber, welche für ein NAS oder ein Raid? Da hat der Test mir nicht geholfen..
  • presgomacho , 14. Januar 2015 13:41
    Interessant fände ich auch: Wenn es hardwaretechnisch wirklich nur marginale Unterschiede zu den einzelnen Platten gibt, besteht dann die Möglichkeit eine WD Green bspw. mit der Firmware einer WD Black zu bespielen? Preisunterschied bei 4TB immerhin ca. 50€
  • quixx , 14. Januar 2015 15:11
    Bei WD gibt es einen, der das macht. Allerdings für 100€.

    Drehzahl misst man ganz einfach: Man macht eine Audioaufnahme mit Kontaktmikrofon und schickt die in eine Spektrumanalyse. Da kann man einige Peaks sicher vernachlässigen, aber der Fachmann weiß sofort Bescheid.

    So findet man auch Planeten. Die Nachrichtentechnik ist die Crux der ET.
  • Big-K , 15. Januar 2015 21:30
    Schade keine Lautstärke Test. Also ich hab hier greens und reds von 2, 3 und 4 TB (TiB) und ich hab den Eindruck gerade beim Anlaufen das die grünen leiser sind...
    Aber vielleicht liegt das auch an der Anzahl der Plattern?
  • quixx , 15. Januar 2015 21:35
    Nein, die Platten sind physikalisch identisch.

    Wenn Du wüsstest, wie man Lasten intelligent beschleunigt, dann wäre Dir das Anlaufgeräusch in seiner Variabilität klar.

    Gegen den schnellen Anlauf der Scheibe ist Dragster technisch Kokolores.
  • Big-K , 16. Januar 2015 01:53
    Schade keine Lautstärke Test. Also ich hab hier greens und reds von 2, 3 und 4 TB (TiB) und ich hab den Eindruck gerade beim Anlaufen das die grünen leiser sind...
    Aber vielleicht liegt das auch an der Anzahl der Plattern?
  • Tesetilaro , 16. Januar 2015 09:50
    je nach dem wie man sein system baut kann es inzwischen sein, daß das geklacker der platten so ziemlich das lauteste geräusch ist, was man hört - u.a. natürlcih weil es durch den ständig veränderlichen pegel dominanter ist als ein rauschen, was ausgeblendet wird...

    auf jeden fall bin ich zu notebookplatten gwechselt - 8 gummiringe um die platte selber vom blech und das blech vom gehäuse zu entkoppeln und schon ist auch diese lärmquelle beseitigt :-P und ja ich habe diesbezüglich einen schaden ;) 
  • quixx , 16. Januar 2015 13:20
    Ich höre von meinen 3,5ern nichts mehr, die schlafen oder sind so leise, dass man mit Anstrengung noch ihren Anlauf bemerkt. Und das Geräusch ist eher in tiefer Frequenz-Lage und nicht so, wie die SCSI-Serverplatten, die Nerds wie ich lange erdulden mussten.

    Das feine Rauschen im Lauf kommt nicht mehr durch ein Silentgehäuse durch.

    2,5er sind tendenziell eher langsamer.
  • Tesetilaro , 16. Januar 2015 13:39
    ich hab mal geschaut - der letzte Schreibzugriff auf meiner Festplatte war vor etwas über 3 Wochen... als ich das letzte verbleibende spiel auf der platte gepatcht habe *g* ansonsten dreht die bei systemstart einmal hoch und legt sich dann pennen - weil alles nur noch auf meinen ssds abläuft...

    Ach naja, ich vergass - sie muß sich beim vollbackup einen scan gefallen lassen ob sich was geändert hat *g*
  • Krampflacher , 27. Januar 2015 12:50
    Wäre es schwierig gewesen, die Balken in der zugewiesenen Farbe der Festplatte (rot, grün und purpur) darzustellen? So ist es total unübersichtlich, zumal im Benchmark auch die Reihenfolgen ständig wechseln.
  • SoniXXX , 29. Januar 2015 20:09
    Da hat Manuel Masiero nur halbe Arbeit geleistet mit diesem Artikel.

    Einfach nur ein paar Benchmarks drüberlaufen lassen und dann entscheiden ob sich die verschiedenen Modelle rechtfertigen ist Unsinn.

    Die Modelle unterscheiden sich in mehr Punkten als nur der Zugriffszeit, Datendurchsatz und Stromverbrauch.

    Die Firmware der zB RED, welche für RAIDS gedacht ist, unterscheidet sich zB gegenüber der GREEN dadurch, dass sie bei Fehlern nicht so viele Leseversuche durchführt, da dies ein ein RAID System stören würde. Auch die Spin-up Zeiten der Modelle unterscheiden sich; bei einem PC mit einer GREEN Platte kann der Spin-up gerne länger dauern als in einem RAID System und da darf es wieder länger dauern als bei der PURPLE für Videoaufzeichnung. Auch mögliche Vibrationen fliessen in die Firmware ein, welche in einem PC eher gering ausfallen; in einem NAS mit mehreren Platten schon mehr und bei einer Videoaufzeichnung noch mehr.

    Ums auf den Punkt zu bringen: Die getesteten Werte sind nicht die jeweiligen Optimierungen/Anpassungen; sie sind bloß der Nebeneffekt ebendieser.