Taktraten von Wii U unterhalb der Xbox 360 und PS 3

Betrachtet man die Chip-Archirektur und -Taktraten von Nintendos neuer Wii U, sind die Spezifikationen schon recht enttäuschend. Ein Hacker namens Marcan behauptet nämlich, Details dazu herausgefunden zu haben.

Demnach soll Nintendo als Prozessor eine Variante des IBM PowerPC 750 mit drei Kernen sein, die jeweils eine Taktrate von 1,24 GHz haben. In der Wii steckte noch ein PowerPC 750CL mit 729 MHz. Der Grafikkern der Wii U soll mit knapp 550 MHz takten, während die Hollywood GPU der Wii es nur auf 243 MHz brachte.

Natürlich sind die Taktraten allein nicht alles und die Gesamtperformance einer Spielekonsole setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Dennoch passen die Angaben zu den Aussagen von Spieleentwicklern, dass die Wii U bereits an ihre Grenzen stößt, obwohl sie von Nintendo für Full-HD-Spiele entwickelt wurde. Vergleicht man die Frequenzen der Chips mit den in die Jahre gekommenden Modellen der Konkurrenz, so liegt die Wii U teilweise schon recht deutlich zurück: Sowohl der Cell-CPU der PlayStation 3 als auch der Xeon-Chip der Xbox 360 lassen ihre Kerne auf 3 GHz laufen. Der Grafikchip der Wii U ist zwar ähnlich schnell getaktet wie die GPUs der beiden Konsolen (Xbox 500 MHz, PS3 550 MHz), dennoch ist auch das für eine Radeon HD der 7000er-Serie fast schon die Minimal-Taktrate.

Es sieht also so aus, als ob dem Haupt- und Grafikprozessor der Wii U das Wort "Kompromiss" auf die Stirn geschrieben steht. Auch scheinen sich so die Gerüchte zu bewahrheiten, dass Nintendo eine schnelle Antwort auf Microsofts Kinect-Erfolg brauchte und keine Zeit hatte die Konsolenhardware gründlich zu überarbeiten. Das schlägt sich laut VentureBeat auch darin nieder, dass die Spielekonsole keine zwei Tablet-Controller auf einmal ansteuern kann oder zumindest die Framerate des Spiels senken muss um beide Eingabegeräte auch mit Video-Signalen zu versorgen.

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14 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Schwachsinniger Artikel - Herr Lutz Meier und Herr Wolfgang Gruener haben offenbar nicht den Hauch einer Ahnung, womit sie es hier zu tun haben und wovon sie reden.

    Warum ist das so? Weil Taktraten heute Schall und Rauch sind! Jeder Core 2 Duo-Prozessor macht mit seinen gemächlichen 2,4 Ghz jeden Pentium 4 mit über 4 Ghz (!) sowas von platt. Ein Core 2 Duo hat gar die Leistung eines nicht erhältlichen 6 Ghz Pentium4-Prozessors! Ein Core i3 - davon möchte man gar nicht reden. Der würde jeden Core 2 Duo mit 3 Ghz alt aussehen lassen mit nur 2 Ghz.

    Und nicht anders ist das hier:

    Während die Xbox 360 eine laut Entwicklern sehr langsame IPC-Leistung von ca. 0,5 Instruktionen hatte (was sehr schlecht ist), schaffte die Wii mit ihrem besser strukturierten Broadway-Chip satte 2-3 Instruktionen IPC-Leistung in derselben Zeit! Das einzige was die Wii nicht hatte, war mehrere dieser Kerne, dafür hatte sie a) gleichgroßen Cache, b) bessere, weil effizientere Architektur (ein 3-Kerner würde eine Xbox 360 arg in Bedrängnis bringen und das allein schon mit selben Architektur von damals!).

    Der Xenon der Xbox 360 war eben einfach nur ineffizient! Genau wie der Cell der PS3, der gleich nach dem Pentium 4-Urgetüm die uneffizienteste CPU war, die jemals gebaut wurde. Das kann man überall im Netz nachlesen diese Zahlen. So- laut Entwicklern hatte die Wii die ausgeglichenste Hardware, die jemals eine Konsole hatte! Damit ist gemeint, CPU, GPU (mit ihren komplizierten TEV-Shader-Einheiten), der Cache der CPU und allgemein der Arbeitsspeicheraufbau (24 MB sehr schneller 1T-Ram, und 64 MB externer DDR3-Speicher) waren allen anderen Konsolen (auch Xbox 360 und PS3!) in Sachen Latenz und Geschwindigkeit weit voraus. Die PS3 hatte nur lahmen DDR 3-Speicher, davon auch nur 256 MB, was sich später als echter Flaschenhals herausstellte. Die Xbox 360 hatte zwar 512 MB flexiblen DDR3-Speicher, der aber mit der GPU geteilt werden musste, was ebenfalls wenig in dieser Zeit war für HD-Spiele.

    Die Wii hat mit ihrem Wii-Prozessor der nur mit 729 Mhz (!) taktete das erreicht in der IPC-Leistung, was andere (Xenon der Xbox 360) nur auf dem Papier hatten. Man sagt, die Wii-CPU hatte etwa 50% der Alltags-Leistung des Xenon! Und jetzt bedenkt mal: 729 Mhz vs 3,2 Ghz! Was für eine Lücke klafft hier?

    Wer in der IT aufgepasst hat, der weiß heute: nicht der am schnellsten getaktete Prozessor gewinnt, sondern derjenige, der a) viel Cache hat (WiiU hat 3 MB, vs mickrige 256 Kilobyte bei der Xbox 360), b) eine sehr gut durchdachte Struktur besitzt (Architektur in der Techniksprache genannt), und c) derjenige, der kaum Schwachstellen hat.

    Die WiiU wird der Konkurrenz zeigen, was es heißt, effizient zu sein. Das wird wie der Kampf mit dem Pentium 4 werden. Die PS3 ist dabei der Athlon 64 x2 (heiß, ineffizient, mittelschnell), der Pentium 4 ist die Xbox 360 (auch nur mittelschnell, dabei immer noch heiß und ineffizient), und der WiiU-Power7-Derivat- (Power PC 7-Series) Prozessor wird die Rolle des Core 2 Duo einnehmen und anderen zeigen, was es heißt, viel Cache zu haben.

    Überlegt mal: Heute PCs haben in der CPU meist 2-3 MB Cache, manche haben auch 4 oder 12 oder 20 MB Cache, aber wir reden wir von Durchschnitt! Und der hat nunmal nur Core 2 Duos drin maximal. Also sind 3 MByte extrem guter, vom Power 7-Prozessor bekannter "Smart"-Cache eine sehr gute Lösung.

    Man weiß, dass der Power750-Prozessor der WiiU auf Power 7 basiert und dass er eine sehr gute Branch-Prediction besitzt, den allein schon die PS3 und die Xbox 360 nicht haben, weshalb sie ja ziemlich ineffizient sind und 100 Watt schlucken. Desweiteren darf man nicht vergessen, dass die WiiU eine GPGPU hat, und dazu sehr schnellen, mit der CPU geteilten Level 3-Cache (32 MByte).

    Die Grafiklösung ist in etwa wie in aktuellen CPUs von Intel und AMD. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass viel mehr Cache da ist und deshalb wesentlich höhere Leistungen möglich sind. 32 MB reichen für Full HD aus.

    Also, das nächste Mal bitte. Klappen halten hier. Keine schwachsinnigen Artikel schreiben, wenn man sich nicht auskennt.

    Rein theoretisch müsste der WiiU-3Kern-Prozessor eine Leistung erbringen, die 3-5x besser als die der Xbox 360 ist. Warum? Weil 3072 KByte vs 256 KByte = 12x Unterschied. IPC WiiU soll bei ca. 5 liegen. Ihr könnt auch also selber ausrechnen, wie hoch der Unterschied sein wird.

    Ach und bevor ich es vergesse: 1,25 Ghz dafür reichen locker aus. Wie gesagt. Pentium 4 mit 4 Ghz ist heute einfach nicht mehr zeitgemäß. Heute hat man min. einen Core 2 Duo, der auch nur 2,x Ghz (oder sogar nur 1,8 Ghz!) hat und trotzdem alle Pentium 4s und Pentium Ds sowas von platt macht und alt aussehen lässt.

    Rechnet man dann noch die 3 Kerne rein, kommt man auf 6-8 fache Rechenleistung, im Extremfall sogar bis zu 10x schneller (in manchen Szenarien wie z.b. Verschlüsselung, Streaming-Leistung oder Fließkommaberechnung). Also erzählt hier nicht was vom Pferd, wenn ihr von IT und Prozessoren nichts versteht... Schönen Tag noch.
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  • Tschuldigung, oben sollte natürlich 1024 KB Cache für die Xbox 360 stehen. Aber auch das wird nichts am Ergebnis ändern, der Unterschied ist immer noch 3x und der Cache der WiiU soll sogar dem eines Core i7 überlegen sein. Die WiiU wird wesentlich effizienter und mit weniger Takt problemlos der Xbox 360-CPU zeigen, was Fortschritt heißt und dass man mit bloßem Gigahertz-Wahn nichts mehr erreicht in heutiger Zeit- damals war Takt einfach das übliche - heute gewinnt der, der den besten und cleversten Branch Prediction hat, der die beste und ausgereifteste Architektur hat - und der keine Schwachstellen hat. Vielleicht wird die WiiU-CPU nicht gleich am Anfang zeigen, was sie kann, weil man erstmal anders lernen muss, zu programmieren. Aber die Zeit wird schnell kommen, in der Programmierer zeigen, zu was moderne Technik in der Lage ist.
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  • der artikel ist schon irgendwo ein armutszeugnis für ein tech-magazin. dickes DANKE an smart für diese überaus detaillierte und fachkundige erläuterung.

    mittlerweile lohnt es vor dem lesen eines artikels einen blick in die kommentare zu werfen.
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