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Windows 8 im Gaming-Check: Genauso schnell wie Windows 7?

Windows 8 im Gaming-Check: Genauso schnell wie Windows 7?
Von , Don Woligroski

Windows 8 unterscheidet sich in vielen Punkten von Windows 7. Gilt das auch, wenn es um die Spieleperformance geht? Genau das prüfen wir anhand von neun aktuellen Spielen.

Wer sich schon länger mit Computerhardware auseinandersetzt und einen PC sein Eigen nennt, hat schon mindestens einmal eine frische Windowsinstallation auf einen bestehenden Rechner gezogen – entweder als Upgrade, oder weil es einfach an der Zeit war. Wie jede vorangegangene Windows-Version bringt uns auch diese neue Features. Manche davon werden wir im Alltag schnell nicht mehr missen wollen, andere werden wir uns wegwünschen. Anwendungen, die bislang reibungslos liefen, streiken unter dem neuen OS – und manche Dinge, die man bislang mühsam nachinstallieren musste, funktionieren jetzt vom Start weg. Bestimmte Neuerungen sorgen für höhere Performance, während neue Dienste und Funktionen an anderer Stelle wieder ein wenig mehr Leistung fressen. Auch die Meinungen zum neuen Microsoft-OS fallen sehr gemischt aus, wie unsere Redaktionsrunde zum Thema Windows 8 zeigte.

Eigentlich erwarten wir nun nicht, dass sich die Gaming-Performance eines Systems beim Umstieg von Windows 7 auf Windows 8 verändert. Immerhin hatte uns AMD schon vor dem Launch des FX-8350 mit Piledriver-Architektur versichert, dass ein gepflegtes Windows 7 mit allen aktuellen Patches sich, was die Geschwindigkeit anbelangt, nicht von Windows 8 unterscheiden sollte. Immerhin hatten Firmen wie AMD und Nvidia mehr als genug Zeit, ausgereifte und angepasste Treiber zu entwickeln und zu testen. Insofern war schon vom Starttag an gewährleistet, dass moderne Grafikkarten ihr volles Potenzial entfalten können. Insofern sollte es also eigentlich keinen Unterschied machen, ob man das Lieblingsspiel nun unter Windows 7 oder seinem Nachfolger startet.

Doch Moment einmal. Hatte nicht Gabe Newell noch im Juli lautstark vor Windows 8 gewarnt? In der Tat: "I think that Windows 8 is kind of a catastrophe for everybody in the PC space." Da Mister Newell wohl meist gut weiß, wovon er spricht, horcht man da natürlich auf. Man muss aber bedenken, wer da gerade spricht: Der Chef von Valve, einem sehr erfolgeichen Spieleentwickler, der zugleich mit Steam ein digitales Distributionstool für Spiele (und andere Software) betreibt. Spätestens wenn man darüber nachdenkt, warum Valve nun ernsthaft in eine Linux-Version von Steam und den eigenen Spielen investiert und sogar an einer eigenen Spielekonsole arbeiten will muss man sich fragen, was Newell und Valve hier eigentlich treibt. Ist Windows 8 für Spieler wirklich eine solche Katastrophe?

Nein. Die Benutzeroberfläche ist zweifelsohne gewöhnungsbedürftig, und viele Nutzer wünschen sich sicherlich, sie müssten nie mit der neuen ehemals Metro genannten Oberfläche zu tun haben. Und es ist schon ein mutiger, um nicht zu sagen gewagter Schachzug von Microsoft, das Icon-Paradigma der letzten 17 Jahre schrittweise in Rente zu schicken. Andererseits würden wir auch sagen, dass der Computer-Enthusiast auch und gerade sehr lernfähig ist. Herauszufinden, wie man einen Steam-Titel auch von der Kacheloberfläche aus startet, sollte nun kein wirkliches Hindernis darstellen. Windows 8 ist absolut kein Gamer-Gift, wenn das Betriebssystem nicht gerade mit älteren Titeln Kompatibilitätsprobleme bekommt.

Newells eigentliche Sorge bei Windows 8 gilt auch eigenen Aussagen zufolge eher dem neuen Windows Store, also Microsofts Gegenstück zum Apple App Store. Wie bei Apple müssen Entwickler auch im Microsoft Store 30 Prozent des Kaufpreises abdrücken. Größere Bedenken hat man aber, dass Microsoft wie Apple sehr streng diktieren will, welche Software auf dem neuesten Windows auch laufen und dementsprechend überhaupt angeboten werden darf. So weit, so klar. Doch was außerhalb des Stores passiert, weiß heute noch niemand. Setzt Microsoft auch da bestimmte Regeln an oder bleibt alles beim alten? Weil das Newell und Valve zu unsicher ist, schafft man sich eben mit Linux und der eigenen Hardware weitere Standbeine – und baut zugleich gegenüber Microsoft eine gewisse Drohkulisse auf.

Soweit wir wissen, hat Microsoft keine Schritte unternommen, um Windows 8 derart abzuschotten. Steam lässt sich problemlos installieren, so wie jede andere Desktop-Anwendung auch. Bei Windows RT liegen die Dingen natürlich wieder anders, denn hier kann man tatsächlich nur die Anwendungen installieren, die im Microsoft Store angeboten werden. Insofern wird es für Firmen wie Valve schwieriger sein, mit Windows-RT-Geräten genauso viel Geld zu verdienen – und es bleibt eben die beunruhigende Ungewissheit, ob Windows 8 nicht bald auch so festgezurrt wird und man den 30-prozentigen Store-Zoll an Microsoft abdrücken muss.

Doch das ist alles irgendwo zwischen Spekulation und Zukunftsmusik anzusiedeln. Vorerst ist unsere größte Sorge, wie aktuelle Spiele auf dem neuen Betriebssystem laufen. Windows 8 bringt mit DirectX 11 eine leicht überarbeitete Version der API mit, die Direct3D 11.1, DXGI 1.2, WDDM 1.2, usw. umfasst, was aber aktuell keine Auswirkungen auf die Bildraten haben sollte. So viel zur Theorie, aber am Ende interessiert uns eben die Praxis. Und genau deshalb vergleichen wir heute neun unserer Benchmark-Spiele unter Windows 7 und Windows 8.

9 Kommentare anzeigen.
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  • THGLeser , 4. Januar 2013 10:52
    Interessant wäre auch gewesen wie die Game Performance aussieht wenn man das mal mit einem nicht mehr so tollen Rechner testet... Ob hier der Unterschied zwischen Win 7 und 8 größer ausfällt.
  • asghan , 4. Januar 2013 12:11
    Ich bitte auch im einen Test mit deutlich schwächerer Hardware! Der Test so jetzt, ist eigentlich genau NULL Aussagekräftig.
  • klomax , 4. Januar 2013 12:16
    Im Ergebnis ist W8 also nicht zwingend notwendig, um weiterhin ein gutes Spielgefühl zu erleben. - Was anderes hätte mich dahingehend auch stark irritiert.
  • THGLeser , 4. Januar 2013 21:20
    Jap mit deutlich langsamerer Hardware wäre der Test interessanter gewesen... eben gerade gesehen das der Testrechner auch noch bis zum Anschlag übertaktet ist... für Otto Normal User ist das nix.
  • Diluvian , 5. Januar 2013 12:48
    Ohgott .. ihr findet immer einen Grund einen Test nieder zu schreiben oder?
  • black-byte , 5. Januar 2013 20:18
    Für mich zeigt es nur zu deutlich das ich Win8 ruhig ignorieren kann und gemütlich auf den Nachfolger warten kann der vieleicht einiges Besser macht was sich dann wieder lohnt.
  • ert666 , 7. Januar 2013 11:31
    Guter Test!
    Mich würde das allerdings auch mit älterer Hardware interessieren.

    Bis jetzt kann man auf jeden Fall sagen, dass die Treiber so weit sind, dass auf aktuellen Systemen kein Leistungseinbruch wie bei Vista ist und schneller reagiert wurde als bei der Einführung von Win7 (Quelle: Meine Erinnerung).

    Da es aber bei einigen meiner (älteren) Komponenten Win 8 Treiberprobleme zu geben scheint werde ich nicht umsteigen. Und einen neuen PC brauche ich eh erst wenn der alte eingeht.
  • Deathdrep , 9. Januar 2013 14:14
    netter Test, wobei ... eigentlich Kurz-Test.

    Was mich interessiert hätte wäre:

    1. auf älterer Hardware und/oder auf der "durchschnitts"-Hardware eines Gaming-PCs (hier könnte man ja zb. die Steam-Surveys zu rate ziehen)

    2. ältere Spiele. Das relativ neue Spiele problemlos laufen erwarte ich ja und WoW wird ja durch die monatlichen Gebühren auch schön aktuell gehalten. Wie siehts aber mit älteren Spielen aus? CS:S, Doom3, Anno1701, MaxPayne2, Starcraft1, C&C3, Sacred2, TestDrive Unlimited2 ... also eine bunte Mischung aus Genre und Release-Datum zwischen 2004 und 2009 ...

    aber ansonsten ein schicker Kurz-Test, allerdings sagt mir dieser Test auch nur das was mir der normale Menschenverstand gebietet, auf aktueller Hardware und mit aktueller Software gibt es keine Probleme.
  • derLordselbst , 11. Januar 2013 14:57
    Interessante Kommentare hier, ich wollte eigentlich gerade schreiben, dass ich es gut finde, dass nicht besonders potente Grafikkarten eingesetzt wurden.^^

    Da der einzige Grund, um akut auf Windows 8 zu wechseln, der Erwerb eines neuen Computers ist (außer, man muss sich für die Firma fit machen :-( ), ist die Auswahl der Grafikkarten durchaus angemessen. Wer Wert auf Gaming-Performance legt, wird sich wohl kaum schwächere kaufen.

    Der übertaktete Prozessor ist natürlich nicht ganz passend, aber wohl sinnvoll, wenn Probleme mit der 3D-Performance, insbesondere bei der Treiberunterstützung nicht durch CPU-Limitierung verwässern will.

    Bei Spielern mit schwächeren Grafikkarten und CPUs sollte ja sowieso kein Geld für Windows 8 verschwendet werden, sondern lieber etwas für die Hardware angespart werden.