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[Leserwunsch] 12 Workstation- und 28 Consumer-Grafikkarten im Gaming-Test und eine handfeste Überraschung

[Leserwunsch] 12 Workstation- und 28 Consumer-Grafikkarten im Gaming-Test und eine handfeste Überraschung
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Es ist nicht neu, dass Workstation- und Gamer-Karten auf den gleichen GPUs basieren und sich nur durch bestimmte Features und vor allem durch andere Treiber unterscheiden. CAD und Gamer-Karte geht meist schief, aber klappt Gaming auf Workstation-Karten?

Es ist nicht neu, dass Workstation- und Gamer-Karten auf den gleichen GPUs basieren und sich nur durch bestimmte Features und vor allem durch andere Treiber unterscheiden. CAD und Gamer-Karte geht meist schief, aber klappt Gaming auf Workstation-Karten?

Insgesamt 40 Grafikkarten, davon 12 Workstation-Grafikkarten und 28 Gamer-Karten, müssen beweisen, was mit den aktuellen Treibern machbar ist. Ich habe es ja nicht nur im Launchartikel zur FirePro W9000 und W8000 von AMD bereits ausführlich erklärt und will deshalb auch nicht noch einmal detailliert auf die Vorteile der Workstation-Karten in professionellen Anwendungen eingehen. Nur soviel sei noch einmal erwähnt: Vor allem durch spezielle und für bestimmte Programme und Funktionen optimierte Treiber können die wesentlich teureren Workstation-Karten in fast allen professionellen Anwendungen punkten. Was aber passiert, wenn man den Spieß mal umdreht und diese Edel-Karten auf so "triviale" Dinge wir ein Spiel loslässt? Da viele Leser diese Frage immer und immer wieder gestellt haben, will ich heute denn Versuch starten, den aktuellen Ist-Stand einigermaßen umfassend abzubilden.

Hier liegt der Gegenwert eines Kompaktklasse-WagensHier liegt der Gegenwert eines Kompaktklasse-Wagens

Dass die DirectX-basierte Grafikausgabe gegenüber OpenGL vor allem an der geringeren Genauigkeit der verwendeten Variablen leidet, ist sicher kein großes Geheimnis und führt vor allem bei (im Bezug auf die räumliche Ausdehnung) extrem großen Modellen schnell auch einmal zu unerwünschten Darstellungs- und Berechnungsfehlern. Trotzdem findet DirectX mittlerweile durchaus seinen Platz in professionellen Anwendungen; AutoDesks Inventory ist dafür ein recht gutes Beispiel. Außerdem wäre es durchaus reizvoll zu sehen, wie sich nahezu identische Chips verhalten, wenn sie von unterschiedlichen Treibern bedient werden. Sind die GeForce-Treiber für die Quadro-Karten und der Catalyst Pro wirklich nur fürs Arbeiten optimiert, oder können sie am Ende vielleicht sogar beides?

Wie verhalten sich die Karten, wenn sie auf nicht speziell optimierte Anwendungen treffen? Nicht immer ist also die absolute Position der Workstation-Karten in den Benchmarks interessant, sondern auch der direkte Vergleich dieser Karten untereinander.

Lassen wir uns jetzt einmal überraschen, denn der Ausgang war, zumindest bei einer Karte, auch für mich reichlich unerwartet.

Messung im VGA-Testsystem

Auch dieses Mal teste ich die Spiele aus unserer Benchmark-Suite, es kommt unser altbekanntes VGA-Testsystem 2012 zum Einsatz, und auch die Messmethoden sind immer noch die gleichen. Auf die Quadro 600 und Quadro 400 habe ich bewusst verzichtet, denn diese Karten sind noch langsamer als eine alte GT 440 und wären, selbst wenn sie gleich schnell wären wie diese, zum Spielen absolut ungeeignet.

KomponentenBezeichnung / Ausführung
CPUIntel Core i7-2600K @4,5 GHz
CPU-Kühler
Prolimatech SuperMega + Noiseblocker Multiframe                   
MainboardGigabyte Z68X-UD7 B3
RAM2 x 4 GB Kingston HyperX DDR3 1600
               Systemfestplatte               Kingston V100+  256 GB (SSD)
TestbenchLian Li
NetzteilCorsair AX1200i
BetriebssystemWindows 7 x64 SP1
Treiber
CatalystPro 9.003.3 (FirePro)
Catalyst 12.11 Beta (Radeon)
GeForce 307.45 WHQL (Quadro)
GeForce 310.70 WHQL (GeForce)

  

Alle 37 Kommentare anzeigen.
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  • Brat , 3. Januar 2013 07:33
    schöner artikel, bin ma gespannt was amd sagt, ob das für die überhaupt relevanz besitzt
  • FormatC , 3. Januar 2013 07:55
    Das besitzt durchaus Relevanz, sonst würde sich ja nicht das Treiber-Team in Toronto dafür interessieren... ;) 

    AMD hat eigentlich nichts zu verlieren, aber eine Menge zu gewinnen. Wenn auch die Performanve in nicht optimierten Anwendungen stimmt, wäre das einmal mehr ein gutes Argument neben dem durchaus interessanten Preis.
  • wiemi , 3. Januar 2013 09:22
    Was dazu noch interresant gewesen wäre ein CAD Bench.
  • FormatC , 3. Januar 2013 10:29
    Der ist doch verlinkt. Ich habe seinerzeit beim Launch der V3900 auch mal eine Consumer-Karte mitlaufen lassen, das ist wirklich einfach nur sinnlos. Mal abgesehen von der begrenzen Farbtiefe und massenweise Darstellungsfehlern bei komplexen Scenen und Modellen, die OpenGL-Performance ist (treibergebremst) nicht wirklich berauschend und die meisten professionellen Anwendungen sind im Endeffekt nahezu "unspielbar" :) 
  • aarfy , 3. Januar 2013 10:36
    Das Problem bleibt nach wie vor das bestimmte Anwendungen ebend nur auf der HW eines Herstellers sinnvoll zu betreiben sind.. und damit schiesst sich der andere Hersteller ins Knie... Die Gaming geschichte ist wohl eher eine Randerscheinung und wird in den wenigsten Fällen Anwendung finden.

    Btw. gab es da nicht mal bestimmte Registry- und Treibertweaks um den Desktoptreiber auf der FirePro Karte zum laufen zu bringen? Also die Fire temporär auf Radeon zu "modden"? Damit wären die Optimierungen seitens AMD ja überflüssig.. Ich glaube ohnehin das AMD da nur den Code der Desktopversion für bestimmte Anwendungsfälle übernimmt.. ist die einfachste, schnellste und billigste Lösung .. Quick und Dirty wie man so schön sagt. Bei "Metro 2033" wird halt auf den leicht angepassten Desktoptreiber umgeschaltet.
  • FormatC , 3. Januar 2013 11:04
    Die Gaming-Geschichte steht eigentlich nur stellvertretend für die große Anzahl an nicht zertifizierten und auch nicht speziell optimierten Anwendungen, die es nicht auf die Liste beider Hersteller geschafft haben. Wenn ich z.B. einige meiner eigenen 3D-Lösungen zum Test heranziehe (so trivial das im Vergleich zu einem komplexen Spiel auch sein mag), dann merkt man sehr schnell den Nutzen der professionellen Karten, denn den Unterschied sieht man einfach, auch wenn einiges etwas langsamer abläuft. Wie langsam, stellt der Perfomnce-Index übrigens recht gut dar, denn es deckt sich auch mit den Benches meiner getesteten Anwendungen. Somit ist so ein Spiel nur eine Art Platzhalter für andere 3D-Anwendungen außerhalb der Prio-Liste der Hersteller.
  • konkretor , 3. Januar 2013 11:42
    Interessant ist es schon

    Jetzt aber ein Faß auf zu machen das Graka´s von AMD zu langsam in irgendwelchen Spielen ist, halte ich für übertrieben
  • FormatC , 3. Januar 2013 12:11
    Lies das Fazit doch noch einmal. Es ging nicht darum, dass die Karten generell zu langsam sind, sondern darum, dass die nominell stärksten Karten sich hinter den schwächeren einsortieren. Eine W7000 ist liegt zwar auf Grund des etwas niedrigeren Taktes "nur" zwischen der HD 7850 und einer HD 7870, ist aber im verhältnis kaum langsamer als die entsprechende Consumer-Karte. Die mächtige W9000 ist noch langsamer als eine W5000 oder eine alte V7900 mit niedrig getaktetem Cayman-Chip. Ich halte diesesen Performance-Einbruch der 2 Tahiti-Karten für einen recht ernsthaften Bug, der sich nicht nur auf Games auswirkt, während sich die Pitcairn-Karten mehr als passabel verhalten.
  • greatest , 3. Januar 2013 12:25
    Was mir dabei aufgefallen war, und ich nun euch fragen möchte:
    gab es bereits einen Versuch die PRO-Treiber auf eine "normale" Spieler-Karte draufzuspielen?
    Sprich: welchen Einfluß hat hier das nutzen von "falschen" Treibern?
  • greatest , 3. Januar 2013 12:27
    ... EDIT:
    Was wäre wenn man die PRO-Karten mit normalen SPieler-Treibern nutzen würde?
  • FormatC , 3. Januar 2013 12:37
    Es geht beides nicht, auch das Umflashen der neuen Karten hat keinen Erfolg mehr :) 

    Die wären ja auch schön dumm, wenn sie das zulassen würden. Dann würde keiner mehr die 5000 Euro für eine Quadro 6000 hinlegen und auch eine HD 7970 kostet ja nur ein Bruchteil einer W9000, die dann keiner mehr angucken würde :) 
    Naja, die besseren WS-Karten habe schon Features, die die normalen Karten nicht haben und sei es eine bessere Farbtiefe oder ECC-RAM.

  • greatest , 3. Januar 2013 13:11
    Vielen Dank für die Antwort, FormatC!
    Daß Professionelle Karten einen anderen Zweck zu erfüllen haben, und somit produktiver sind ist mir klar. Ich weiß, daß diese hypothetische Fragerei wenig sinnvoll ist, aber ich hoffe es sei mir erlaubt ... ;) 

    1. Wenn die PRO-Karten ja zusätzliche Funktionen bieten, so müssten diese doch mit entsprechendem Treiber bei normalen HOME-Anwendungen leistungsfähiger sein, als die normalen Karten?
    2. Oder beschränken sich diese (zusätzlichen) Funktionen ausschließlich darauf, was gerade in Spielen gar nicht angewandt wird (aber eben in Professionellem Bereich)?
  • greatest , 3. Januar 2013 13:13
    EDIT: wenn ich mir die Grafik von der folgenden Seite anschaue, so könnte ich mir schon vorstellen, daß die Eigenschaften einer PRO-Karte sinnvoll in Spielen genutzt werden kann:

    http://www.tomshardware.de/firepro-gcn-workstation-grafikkarte,testberichte-241074-2.html
  • IbugYou , 3. Januar 2013 14:52
    Ich hoffe bei diesem Test wurde auch folgendes berücksichtigt oder wäre gut der Frage mal nach zu gehen :


    http://www.3dcenter.org/artikel/zeigt-amds-radeon-hd-7000-serie-die-schwankenderen-frameraten
  • FormatC , 3. Januar 2013 15:47
    @IbugYou
    Da wir aus verschiedenen Gründen kein Windows 8 verwendet haben, stellt sich die Frage nach den schwankenden Framerates nicht, denn der dort in einigen Spielen festgestellte Bug ist ein reines Windows 8 Treiber-Problem. Windows 8 hat derzeit auf einer Workstation einfach nichts zu suchen und im Gaming sehe ich aktuell auch eher Nachteile als Vorteile.

    @geatest:
    Jain. Klar, würde man DOF in Metro 2033 von der W9000 gescheit berechnen lassen, hätte diese Karte wohl schon einen Vorteil. Es ist nur eben so, dass die Treiber in "normalen" 3D-Anwendungen, zu denen nach Lesart der Pro-Nutzer auch Spiele fallen, faktisch in einer Art Legacy-Modus arbeiten. Sie tun alles das, was sie müssen, durchaus korrekt aber eben auch ohne Optimierung und besondere Motivation. Es gibt nichts, was nicht funktionieren würde, aber man geht treiberseitig nicht auf die Besonderheiten einer bestimmten Software ein und büßt dadurch Performance ein. Oft genug ist aber die Forcierung im Consumerbereich auf gewisse Programmeigenschaften bei Spielen auch mit (meist nicht sichtbaren) Qualitätseinbußen verbunden. Diese Kompromisse wird man aus gutem Grund bei den Pro-Treibern ewig suchen. Dort steht eine durch Kompromisse und Tricks erkaufte Performance-Steigerung gar nicht erst zur Debatte.

  • avaka , 3. Januar 2013 16:35
    Genau da liegt der Hund nämlich begraben, in der Genauigkeit. Im Spielebereich kratzt es doch keinen wirklich ob der Schattenwurf oder die Reflexion wirklich exakt an DER Stelle ist wo er hingehört oder ob das Orange vielleicht doch etwas roter ist als es sein sollte. Bei der ganzen Filterung ist es vermutlich noch krasser. Wer schonmal ernsthaftes CAD betrieben hat, weis wie ***eiße das auf Dauer ist die ganzen filmmernden Kanten beim Drehen zu begucken.
    Hast du vielleicht mal die Qualität des Antialiasing verglichen? Keine Ahnung, wenn die schweren Tahiti-Chips mit doppelter Genauigkeit drüberbügeln während die kleine W7000 schön mit Single rechnen darf sind solche Unterschiede realistisch.
  • FormatC , 3. Januar 2013 16:53
    Nein, die sehen NICHT besser aus. Ich habe auch mal ein extremes Mesh händisch getestet, bei dem man wirklich den Beschiss oder die Unterschiede hätte sehen können - mit verschiedenen AA-Stufen und ohne - die W9000 kotzt immer bös ab, warum auch immer. Unter OpenGL sieht das wiederum anders aus, aber das war ja nicht die Aufgabenstellung.
  • Headyman , 3. Januar 2013 18:53
    Hmmm, ich finde es irgendwie witzig. 200 Euro-Karten sind praktisch immer schneller wie der ganze multi 1000 Euro Fuhrpark.
    Man sieht ganz klar, wer wohin optimiert. Verständlich aus Herstellersicht, unverständlich aus Kundensicht.

    Mich würde mal interessieren, wieviel der 100ten MB heutiger Treiber allein auf die diversen Spieleoptimierungen entfallen.

    Selbst wenn ich ne Profi-Karte daheim hätte, würde ich zum Spielen wohl noch ne 200€ Karte investieren, lohnt sich aus meiner Sicht trotzdem (falls das problemlos geht).

    @FormatC
    Die Consumer-Karten sollten aber nicht derart einbrechen, wie sie es heute tun. Das liegt nicht nur an irgendwelchen Anwendungs-Optimierungen, sondern meines Wissens leider auch an (Hardware-Optimierungs-Abschaltung =) Software-Modus für Sachen wie Antialiasing-Lines (typisches CAD-Thema).
    Das ist ein Unfug (aus Verkaufssicht der Hersteller natürlich nicht...) der muss nicht sein, und blockiert interessante Rendering/AA-Ansätze, die auf Lines basieren, nur ist das auf Consumerhardware leider nicht beschleunigt und damit zum scheitern verurteilt, sehr schade.

    Ich finde das ganze eh völlig falsche Richtung.
    Da wird Man-Power für jede Spieloptimierung verfeuert, anstatt den Spieleherstellern zu zeigen, wie man vernünftig Power aus dem "Legacy"-Modus bekommt.
    Aber da haben sich die Hersteller bzw. deren Marketingabteilung selbst hineinmanövriert.
    Der Dumme ist der Kunde, der die Power für seine Applikationen abrufen will, die nicht in die Kategorie "Spiele" bzw. "Enterprise-Professional" passen.
  • Headyman , 3. Januar 2013 19:06
    An den Verfasser:
    Könnt Ihr in Zukunft den Unsinn mit den 1-2 Stellen nach dem Komma lassen (also so was wie "67.3" bzw. "106.14")?
    Es ist reichlich witzig anzunehmen, man könnte bei sowas komplexem wie Spiele-Benchmarks auf 5 Stellen genau messen!
    Der typische Streuverlust liegt doch sicher bei etwa 5%, also wären schon 3 Stellen unsinnig. Der besseren Lesbarkeit wegen sollte man sich auf 2 Stellen (von 10-99, z.B. "67" fps) bzw. 3 Stellen (ab 100 also z.B. "104" fps) beschränken.
    Alles unter 10 fps ist sowieso witzlos und da reicht dann auch 1 Stelle.
  • FormatC , 3. Januar 2013 19:26
    Die Benches laufen je nach Spiel bis zu 8 x durch, der mieseste und der beste Durchlauf werden gestrichen, der Rest kumuliert. Je mehr Nachkommastellen ein Test ausweist, um so höher war auch die Zahl der Durchläufe. Ich gebe zu, dass eine Nachkommastelle eigentlich reicht, aber das kaufmännische Runden z. bei Metro 2033 auf die Ganzzahl würde bei vielen Ergebnissen den tatsächlichen Werten nicht gerecht. Ich plane aktuell die Charts für 2013 und überlege bereits seit Längerem den Ersatz der Nachkommastellen - zumindest in Spielen, bei denen eine größere Streuung auftritt (die aber auch auflösungs- und qualitätsbedingt ausfällt). 5% in der Kumulation und mehr wären für mich übrigens nicht akzeptabel, so einen Benchmark würde ich wohl verwerfen. Es ist eine Frage der Standpunkte und ich hoffe, ich kann mich damit auch durchsetzen.
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