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DirectX 9 kontra DirectX 11

World of Warcraft: Cataclysm - Die Performance-Analyse
Von , Chris Angelini

Die 3D-Engine von Blizzards World of Warcraft basiert wohl auf einer modifizierten Warcraft-III-Engine, die der DirectX-8.1-Generation entstammt. Aktuell nutzt WoW einen DirectX-9-Code-Pfad, was dafür sorgt, dass sich die Kompatibilität von aktuellen Grafikkarten bis hin zu Modellen aus dem Jahr 2003 erstreckt.

Für Gamer sind neue DirectX-Versionen (und OpenGL-Releases) eine spannende Angelegenheit, denn sie ermöglichen oft völlig neue Effekte  und Technologien, mit denen Entwickler den Realitätsgrad ihrer Spiele verbessern können. Eine neue API muss aber nicht nur Verbesserungen an der Optik mitbringen. Ebenso ist es möglich, effizientere Berechnungsmöglichkeiten für Funktionen und Effekte zu finden, die bereits anders implementiert worden sind. Ein gutes Beispiels dafür ist Civilization V, das DirectX 11 nicht zur Verschönerung der Spielewelt nutzt, sondern um die Performance zu verbessern. Auch Cataclysm bringt eine experimentelle Unterstützung für DirectX-11 mit, und auch hier geht es mehr um die Geschwindigkeit als die Optik.

Um DirectX 11 zu nutzen, muss man natürlich auch eine DX11-fähige Grafikkarte besitzen, also beispielsweise ein Modell aus AMDs Radeon HD 5000/6000 Serie oder Nvidias aktueller GT(x) 400 Familie. Der DX11-Modus lässt sich auch nicht per Menü aktivieren. Stattdessen muss man'-d3d11' an die Verküpfung zu World of Warcraft anhängen. Alternativ kann man auch die Datei config.wtf (im Ordner ...\World of Warcraft\WTF\) bearbeiten und dort die Zeile SET gxApi "d3d11" ergänzen.

Wie wirkt sich der DX11-Modus also auf die Performance aus? Überraschenderweise sehr deutlich, und zwar im positiven Sinne. Mit der neueren Grafikschnittstelle steigen die Bildraten deutlich an.

Bei einer GeForce GTX 580 steigt die Framerate bei 1680 x 1050 und 1920 x 1080 um über 30 Prozent. Bei diesen beiden Auflösungen ist das Spiel von der CPU limitiert und nicht von dieser schnellen Grafikkarte. Bei 2560 x 1600 bleiben immer noch 22 Prozent übrig. Das ist wirklich nicht übel. Allerdings zeigt sich damit auch, dass DirectX zwar Mechanismen für verbessertes Threading und bessere Speicherverwaltung mitbringt, diese aber nur dann greifen können, wenn nicht irgendwo anders ein Flaschenhals die Performance bremst.

Auch AMDs Radeon HD 5870 kann bei 1680 x 1050 in ähnlichem Maße profitieren. Da sie aber nicht so leistungsfähig wie Nvidias Spitzenmodell ist, fallen die Zuwächse bei den höheren Auflösungen geringer aus. Bei 1920 x 1080 sind es noch 26 Prozent, bei 2560 x 1600 aufgrund zunehmender Grafiklast nur noch 8 Prozent.

Das bringt uns zu einem etwas ironischen Fazit: Das größte Performance-Plus werden wohl die Spieler erreichen, die ohnehin schon mit sehr schnellen CPUs und fast überdimensionierten GPUs durch Azeroth ziehen. Wer bei der Zusammenstellung seines Spielerechners vor allem auf eine ausgewogene Konfiguration geachtet hat, wird durch die optimierte API nur wenig zusätzliche Performance gewinnen. Andererseits haben wir noch mal einen kleinen "Quertest" mit anderen DirectX-11-Karten auf älteren Core-2-Quad- und langsameren Core-i5-Systemen gemacht, und auch hier gab es oft genug bis zu 20 FPS mehr. Solange also eine DX11-kompatible GPU im System steckt, stehen die Chancen gut, dass die Performance sich mit dem neuen Code-Pfad verbessern lässt. Wie viel hängt wie immer von der Hardware ab.

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