X58-Mainboards fürs mittlere und kleine Budget

Asus P6T SE

Dieses Modell basiert auf dem teureren P6T aus der Mittelklasse. Es übernimmt bei kürzerer Feature-Liste dessen Layout, was sich in einem niedrigeren Preis niederschlägt.

Tatsächlich sind nur der SATA-Port-Mulitplier mitsamt seinen beiden Ports, der interne Reset-Knopf und der Floppy-Anschluss dem Rotstift zum Opfer gefallen. Der interne Power-Knopf hat die Sparkur überlebt. Warum es das Floppy-Laufwerk erwischt hat, ist aber nicht wirklich schlüssig, da der Controller als Teil des Multi-I/O-Chips trotzdem vorhanden ist.

Der Käufer bekommt das gleiche gute Layout, das wir schon im Review des P6T lobten. Noch besser wäre das Board, würde ein weiterer Erweiterungssteckplatz zwischen den beiden blauen PCIe-2.0-x16-Slots zwei gleichzeitig verbauten Grafikkarten die Frischluftzufuhr erleichtern. Der weiße Steckplatz im x16-Format ist elektrisch nur mit 4 PCIe-Lanes beschaltet. Für etwas weniger leistungsfähige Grafikkarten oder RAID-Controller mit großem Bandbreiten-Hunger reicht das aber aus.

Ein Makel am ansonsten guten Layout ist, dass die Audio-Anschlüsse für die Gehäusefront ausgerechnet an der unteren linken Ecke untergebracht sind. Steckt das Audio-Panel oben im Gehäuse, muss man das Kabel quer durchs Innere ziehen und dabei allen Komponenten ausweichen. Einige andere Firmen haben bereits mit dieser unpraktischen Platzierungs-Tradition gebrochen.

Asus ist einer der wenigen Mainboard-Hersteller, die ihrem Board Bohrlöcher sowohl für LGA1366- als auch LGA775-Kühler spendieren. Das ist für Käufer, die beim Upgrade von der Core-2-Plattform ihre Wasserkühlung mitnehmen wollen, durchaus ein Kaufargument.

BIOS
Die im BIOS angebotenen Einstellmöglichkeiten für Taktrate, Timings und Spannungen haben wir zum besseren Vergleich für alle Kandidaten auf Seite 17 gesammelt.

Da das P6T SE das gleiche Board wie das teurere P6T nutzt, kann es auch dessen BIOS einsetzen. Seit unserem Review des P6T hat Asus es allerdings etwas überarbeitet.

Bei jedem Asus-Board funktionieren Intels XMP-Profile genau so wie sie sollen. Bei der Konkurrenz sieht das schon mal anders aus. Dennoch können auch weniger erfahrene Overclocker mit Leichtigkeit die Speicher-Spannung und -Latenzen von Hand einstellen.

Die Einstellmöglichkeiten für die Spannung fallen feiner aus als man bei einem X58-Mainboard dieser Klasse erwarten mag – wenngleich die meisten zusätzlichen Optionen wenig benötigte DRAM-Referenzspannungen regeln. Overclocking-Experten wissen sie vermutlich zu schätzen, doch fehlen anderen Komponenten ähnlich detaillierte  Einstellmöglichkeiten.

Im Menü DRAM Timing Control zeigt sich erneut, dass Asus einen ungewöhnlich starken Schwerpunkt auf die Speicher-Performance gelegt hat. Glücklicherweise kann der Anwender entscheiden, welche Optionen er manuell einstellt und welche er dem Automatik-Modus überlässt.

Asus' EZ Flash 2 erlaubt es, das BIOS ohne Bootmedien aus einer speziellen Benutzeroberfläche heraus zu speichern oder zu überschreiben. Dieser nützlichen Funktion steht die automatisch aktivierte Express-Gate-Funktion gegenüber, die ohne einen wirklichen Zusatznutzen die Bootzeiten verlängert: Weder das P6T noch das P6T SE verfügen über ein Express-Gate-Modul.

Zwei benutzerdefinierte BIOS-Konfigurationen lassen sich im Flash-Speicher des ASUS P6T SE ablegen.

Zubehör

Dem P6T SE liegen vier SATA-Kabel, aber keine CrossFire- oder SLI-Steckbrücke bei.

Anmerkung: ASUS hat vor kurzem die Produktseite zum P6T SE aktualisiert. Das Board wir nun nicht mehr als SLI-kompatibel beworben.