Funktionen und Aufbau
MSI mag sein Spitzen-Motherboard zwar nicht mehr Diamond nennen, allerdings lässt die hervorragende Liste an Funktionen keinen Zweifel an der Spitzenposition des Eclipse.
Diese Liste an Funktionen fängt mit SATA-Verbindungen an. Wie die Diamond-Vorgänger ist auch das Eclipse statt einem einfachen Codec-Riser, den zahlreiche Motherboards von Mitstreitern bieten, mit einer preiswerten Soundkarte ausgestattet.
Das Eclipse bietet im Vergleich zu seinen Mitstreitern eine gute Mischung aus gutem Board-Layout und vielen PCIe-Lanes. So ist es eins von lediglich zwei Boards, die sieben Erweiterungskarten unterstützen, allerdings ist es das einzige Modell mit genug Platz für die Installation einer Karte mit voller Baulänge im obersten x1-Steckplatz. Statt den Steckplatz neu zu positionieren, um einen ähnlichen Kühlvorteil zu erzielen, positioniert MSI seinen ersten und zweiten PCIe 2.0-Steckplatz drei Plätze auseinander, um so zusätzlichen Luftzug zu ermöglichen, wenn zwei Karten installiert werden. Allerdings ist das Fehlen jeglicher Lane Switches zwischen Steckplätzen noch einzigartiger – die X58 Express Northbridge bieten bis zu 36 PCIe 2.0-Lanes; MSI verwendet die vier „übrig gebliebenen“ Lanes für eine mögliche, dritte Grafikkarte.
Durch die Verwendung von vier PCIe 2.0-Lanes bietet MSI für dessen dritten x16-langen Steckplatz dieselbe Bandbreite wie zuvor bei PCI Express 1.1 für einen x8-Steckplatz. Wir haben die Auswirkungen dieser Bandbreitenwahl vor wenigen Monaten getestet und dabei herausgefunden, dass diese Bandbreite, die es normalerweise für eine Single-GPU Radeon HD 4870 reicht, für aktuelle High-Performance-Modelle kaum ausreicht.
Das Eclipse konzentriert sich nicht auf 3-Way-SLI, wie es zahlreiche andere Produkte tun, sondern geht als sehr gute Lösung für Vier-GPU Konfigurationen auf Basis von zwei Dual-GPU-Karten wie GeForce GTX 295 oder Radeon HD 4870 X2durch. Während der dritte Steckplatz für die jüngste Generation von Grafikprozessoren nicht ausreichen dürfte, eignet er sich zumindest perfekt für 3-Way CrossFire-Konfigurationen mit Karten der gehobenen Mittelklasse, solange die ausgewählte Karte entsprechend Raum für eine Double Slot-Karte bietet, die einen Platz unterhalb des Motherboard-Rands hängt.
Die Steckplatz-Konfiguration hat ihre Vor- und Nachteile. Allerdings sollten Käufer zudem bedenken, welchen Effekt sie auf die gesamt installierbare Hardware hat. So kann man zum Beispiel ein erstklassiges Alleskönner-Grafiksystem aus zwei GTX 295 in Quad-SLI-Modus, einer Hardware RAID-Karte im unteren PCIe 2.0 x4-Steckplatz, einer Audio-Karte in der Mitte des PCI-Steckplatzes sowie eine High End Audio/Video-Karte im oberen x1-Steckplatz zusammenstellen. Diese Art von Flexibilität bleibt im Feld der Kontrahenten unübertroffen.
Weitere Eigenarten des Boards sind der fehlende Floppy-Anschluss und die Verwendung eines Spannungsreglers mit sechs statt 12 Phasen oder mehr. Während der fehlende Floppy-Anschluss lediglich Windows XP-Anwender betreffen dürfte, dürften die „fehlenden“ Spannungsregler-Komponenten Fragen aufwerfen. MSI hatte die Absicht, durch die Verwendung von wenigen, hochwertigen Regler-Komponenten statt eine Menge geringwertiger Teile hohe Stabilität und verbesserte Effizienz zu bieten. Allerdings dürfte die niedrigere Anzahl dazu führen, dass manche High End-Käufer zögern. Unser Vergleich von Übertaktung und Leistungsaufnahme wird den Wert dieses Aufbaus zeigen.
Power-, Reset- und D-LED 2-Control-Buttons befinden sich längs der Unterseite des Eclipse.
Das entfernbare D-LED 2 Modul zeigt den Systemstatus und die CPU-Grundtaktung, CPU-Temperatur sowie CPU/Northbridge-Spannungsebenen an.
| MSI Eclipse SLI (Revision 1.1) | |
|---|---|
| Northbridge | Intel X58 Express |
| Southbridge | Intel ICH10R |
| Spannungsregelung | Sechs Phasen |
| BIOS | V1.3B6 (12/26/2008) |
| 133,3 MHz Grundtaktung | 133,7 (+0,28%) |
| Taktgenerator | ICS 9LPRS133BKLF |
| Anschlüsse und Ports | |
| On-Board | 3 x PCIe 2.0 x16 (x16/x16/x4 Transfers) |
| 2 x PCIe x1 | |
| 2 x PCI | |
| 2 x USB 2.0 (2 Ports pro Anschluss) | |
| 1 x IEEE-1394 FireWire | |
| 1 x Serial Communications Port | |
| 1 x Ultra ATA (2 Laufwerke) | |
| 10 x SATA 3,0 GBit/s | |
| 1 x Fan 4-Pin (CPU, System) | |
| 5 x Fan 3-Pins (Gehäuse, Power) | |
| 1 x DrLED2 Diagnostik-Header | |
| 1 x Power Switch | |
| 1 x Reset Switch | |
| 1 x DrLED2 Display Switch | |
| I/O-Panel | 2 x PS2 (Tastatur, Maus) |
| 8 x USB 2.0 | |
| 1 x IEEE-1394 FireWire | |
| 2 x External SATA (eSATA) 3,0 GBit/s | |
| 1 x CLR_CMOS Button | |
| 2 x RJ45 Ethernet | |
| Mass Storage Controller | |
| Intel ICH10R | 6 x SATA 3,0 GBit/s (RAID 0, 1, 5, 10) |
| JMicron JMB363 PCIe | 1 x Ultra ATA-133 (2 Laufwerke) |
| 2 x SATA 3,0 GBit/s Interface | |
| 2 x JMicron JMB322 PCIe | 2 x SATA 3,0 GBit/s auf 4x SATA 3,0 GBit/s |
| JMicron JMB362 PCIe | 2 x External SATA (eSATA) 3,0 GBit/s |
| Networking | |
| 2 x Realtek RTL8111C PCIe | Dual Gigabit LAN mit Teaming |
| Audio | |
| Sound Blaster X-Fi Xtreme Audio PCIe | 8-Kanal (7.1 Surround)-Ausgang |
| EAX Advanced HD 4.0, CMSS-3D, Crystalizer | |
| EAX 5.0, CMSS-3D, Crystalizer | |
| IEEE-1394 FireWire | |
| VIA VT6308P PCI | 2 x FireWire 400 (1x Intern, 1x I/O-Panel) |
Wie bereits das Produkt des Kontrahenten Gigabyte nutzt auch das Eclipse von MSI zwei JMicron JMB322-Controller als Hubs, um die Anzahl der SATA-Ports von dessen JMB363 SATA/Ultra ATA-Controller zu verdoppeln.MBITMBit
Der JMB362 eSATA-Controller lässt zwei 3,0 GBit/s Laufwerke mit nur 2,5 GBit/s an Bandbreite via PCIe x1 quasi verhungern, während die dualen RTL8111C Gigabit Ethernet-Controller mit einer gesunden PCIe Lane-Bandbreite von 5,0 GBit/s versorgt werden. Diese Art von Bandbreiten-Unausgewogenheit trifft auf alle aktuellen Spitzen-Boards zu, da es sich hierbei um eine Einschränkung der verfügbaren Sub-Komponenten handelt.
Der VT6308P benötigt nicht mehr als 800 MBit/s, um seine beiden 400 MBit Ports zu versorgen, also ist dessen Legacy PCI-Verbindung mehr als ausreichend.
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