Gerüchteküche: Spekulation um Nvidias x86-CPU
Seit Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, Nvidia arbeite an einer eigenen x86-kompatiblen CPU. Sie ist so etwas wie der Yeti, ein Fabelwesen unter den Prozessoren. Bei SemiAccurate gibt es wieder ein Gerücht mit einem interessanten Ansatz.
Betrachtet man die Marktlage, würde ein solcher Schritt durchaus Sinn ergeben: Während AMD und Intel eine komplette Plattform aus CPUs, Chipsätzen und Grafikkarten anbieten können, ist Nvidias Betätigungsfeld im Desktop- und Server-Bereich auf das Grafikkartensegment geschrumpft. Für x86-CPUs hält man keine Lizenz, und aus dem Chipsatzgeschäft hat man sich mehr oder weniger freiwillig zurückgezogen.
Das neuste Gerücht kommt von Nvidia-"Fan" Charlie Demerjian und ist auf SemiAccurate nachzulesen. Demnach wolle Nvidia tatsächlich einen Prozessor herausbringen, der in die x86-Welt passt. Das Fehlen einer x86-Lizenz wolle man durch einen Kniff umgehen, nämlich mit Code-Morphing zur Laufzeit, wie es schon Transmetas Crusoe beherrschte. Als passender Unterbau solle der Tegra-5-Prozessor (Codename T50) dienen, dessen Tape-Out für 2012 angesetzt ist.
Dennoch dürfte das Ganze alles andere als einfach für Nvidia werden: Tegra 5 wird wohl auf einen neuen ARM-Kern aufsetzen, nämlich die Eagle-Reihe. Diese ist als Nachfolgegeneration zum Cortex-A9-Design geplant und wird aus 64-Bit-fähigen Quad-Core-Chips bestehen. Allerdings ist es ein für Nvidia noch völlig unbekanntes Design, und sich mit einem solchen Frischling in einen neuen Markt zu wagen und darüber hinaus mit Emulationsschichten noch eine weitere potentielle Stolperfalle einzubauen, wäre schon mutig.
Zudem ist nicht klar, wie es bei diesem Chip um die Performance stünde - von einem dann aktuellen Bobcat-Nachfolger oder Sandy-Bridge-Derivat dürfte man aber auch mit vier Kernen weit entfernt sein. Andererseits darf man davon ausgehen, dass man aktuelle Atom-Generationen hinter sich lassen könnte, sofern die Emulation nicht zu viel Performance frisst. Damit eigneten sich diese hypothetischen Nvidia-Chips für Tablets, Notebooks und Low-Power-Server mit geringen Performance-Ansprüchen.
Bleibt noch eine andere Frage: Wie sieht Intel das Ganze? Dass Intel gegen einen solchen Prozessor klagen wird, darf man fast als sicher ansehen. Immerhin geht es hier darum, das Kerngeschäft zu verteidigen. Andererseits scheint der Emulations-Ansatz durchaus praktikabel zu sein. In seiner Schlussentscheidung definierte die amerikanische Wettbewerbsaufsichtsbehörde FTC x86-kompatible CPUs als "substantially binary compatible with an Intel x86 Microprocessor without using non-native execution such as emulation." Also: Keine Emulation = x86-kompatibel, mit Emulation = nicht x86-kompatibel. Ob Intel also das Recht (und die Patente) auf seiner Seite hat, wäre in diesem Fall alles andere als klar.
Aber warten wir es ab. Das nächste Gerücht kommt bestimmt.
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Ist Schlussendscheidung nicht doppeltgemoppelt? Was ist überhaupt eine Schlussendscheidung? Geht es da um Alimente?
Ich würde eher dazu tendieren dass Nvidia sich, aufgrund der nicht mehr vorhandenen Partnerschaft zu INTEL und der Tatsache dass AMD mit ATI die Konkurrenz selbst ist, einen Partner suchen muss. Dieses könnte neben Via (x86) ebenso gut aber ARM sein, deren Systeme sich auf Basis von immer umfangreicheren Handy's und deren Ablegern wie Pad's, derweil neu bilden.
Damit wäre dann allerdings Nvidia für den bisherigen Desktop-Bereich gestorben und wieder ein Konkurrent/Anbieter weniger am Markt.
Fakt ist nur dass es so mit Nvidia wohl nicht weitergehen wird. Das haben schon die letzten Quartalszahlen gezeigt. Ion und die angebotenen Lösungen sind zwar ganz nett, werden aber nicht ausreichen um die bisherige Position von Nvidia zu festigen oder zu erhalten.
Danke INTEL (inkl. monopol-größtenwahn an der börse)!
Stellt sich eher noch die Frage wann Intel sein Kaufangebot für NVidia veröffentlicht.. (da warte ich eigendlich schon länger drauf) -> angesichts einer wenn auch schwachen X86er CPU vom Grünen Zwerg wird das tendenziell warscheinlicher.
@aarfy
Die Frage ist aber dann, ob Intel nVidia sterben lässt um einfach einen Konkurenten weniger zu haben. Höchstwahrscheinlich würden sie nicht das volle Potential ausschöpfen, was dieser Aufkauf böte.
Hatte Nvidia die Zukunft nicht in der GPU gesehen, von wegen CPU hingt hinterher in ihrer Entwicklung?
Und jetzt das?
Naja, abwarten. Aber Nvidia hat wirklich ein Problem. Intel mcht einem das Leben bei Notebookgrafikkarten sowie integrierten Grafikkarten schwer. ATI bei den Desktopkarten. Wobei hier Nvidia auch selbstgemachte Probleme hat. Das Chipsatzgeschäft ist leider weg für Nvidia. Auch desswegen verbaut man sich das SLI Geschäft mit AMD Systemen. Auch wenn die paar SLI Systeme den Bock nicht fett machen. AMD wird allerdings auch aus Eigeninteresse kein SLI in seinen Chipsätzen implementieren.
Und sollte Intel Nvidia wirklich schlucken, wäre das für uns Verbraucher glaube nicht von Vorteil. AMD System, zwangweise ATI Karte, Intel System, zwangsweise Intel (Nvidia) Karte.
@aarfy
Ein interessanter Ansatz, hätte doch Intel nach der Blamage des Larabee mit den diskreten Grafiklösungen von Nvidia eine gute Ergänzung des eigenen Produktportfolios, ebenso mit Tegra 2/3 bei den bisher vernachlässigten ARM-CPUs.
Und um noch ein bisschen Wasser in die Mühlen der Spekulation zu schütten:
Wusstet ihr, dass Intels Jahresgewinn mit über 4Mrd USD 2009 höher ist, als Nvidias geschätzter Firmenwert (ca. 3,3Mrd USD).
Vielleicht lässt Intel Nvidia ja einfach noch ein wenig bluten, bevor man als Retter von über 5000 Angestellten auch die Kartellämter hinter sich hat.
Ist nicht die Frage ob Intel Nvidia gern kaufen würde, oder es nicht locker aus dem Porto könnte. Sie sind zu groß und dürfen es nicht. Anders sieht es aus wenn NV halb Pleite wär und Intel als "Retter" auftretten könnte.
Entweder NV bekommt eine eigene Plattform (cpu/chipsatzgpu gebacken, oder ihnen bleibt nur die Nische die Intel ihnen läst. Wäre Larrabee nicht so geflopt hätte intel den Pci_e schon lange "verlangsamt". Dann kann Nv seine Gpus nur noch in die eigenen Server stecken, aber Desktop adde.
Braucht man um Prozessoren herstelen zu dürfen eine Lizenz? "Für x86-CPUs hält man keine Lizenz"+"Dass Intel gegen einen solchen Prozessor klagen wird, darf man fast als sicher ansehen."
Das hört sich an als hätten Intel und AMD ein Monopol darauf... Sry aber ich hab keine Ahnung von der Situation, aber vllt kann mir ja jemand helgen
Lizensinhaber ist intel. Amd darf sie nutzen und zahlt dafür (zum teil mit eigenen Lizensen die Intel nutzt)
Intel muss laut einer us- behörde jetzt anderen die lizens überlassen. Aber ob NV dazugehört k.a.