Intel Xeon Phi: Steckbare Co-Prozessorkarte mit 62 Kernen

Schon länger versucht sich Intel bei der Entwicklung von Grafikchips. Integrierte Grafikchips von Intel gibt es schon seit einer gefühlten Ewigkeit; seit den Sandy-Bridge-Prozessoren werden diese sogar auf dem gleichen Die wie die CPU untergebracht - für ihre Leistungsfähigkeit sind die GPUs jedoch nicht bekannt. Auch Larrabee selbst kam über einen Projektstatus nicht heraus: Hier wollte Intel seine erste Grafikkarte mit x86-Architektur entwickeln.

Anders scheint es nun bei Xeon Phi zu werden, der mehr und mehr Gestalt annimmt. Diese Steckkarte, die für den professionellen Einsatz bestimmt und aus dem Larrabee-Projekt hervorgegangen ist, besitzt 62 x86-Kerne, die von dem ursprünglichen Pentium abgeleitet wurden und zudem über SIMD-Einheiten (vor allem AVX-Einheiten) verfügen. In aktuellen Prototypen arbeiten derzeit 61 Kerne bei einer Geschwindigkeit von über 1 GHz. Ziel des Herstellers sind 62 Kerne bei konstant 1,3 GHz betreiben zu können. Mit Hilfe eines 512-Bit-Interface werden 8 GB Speicher angebunden, sodass insgesamt eine Performance von etwa 1 Teraflop bei doppelter Genauigkeit erreicht werden soll. Das entspräche etwa dem Niveau einer aktuellen AMD FirePro W9000.

Als eigentlichen Konkurrenten sieht man bei Intel jedoch Nvidias Tesla-Chips für den HPC-Einsatz. Speziell der kommende Grafikchip GK110, der eine Leistung von 1,5 Teraflops bei doppelter Genauigkeit liefern soll, dürfte avisiert werden wobei Intel dessen Leistungsfähigkeit auch mit der nächsten Chip-Generation nicht so leicht erreichen dürfte. Allerdings bietet die Xeon Phi einen anderen Vorteil: Aufgrund der x86-Befehlssätze dürfte sie deutlich leichter zu programmieren sein, als die Konkurrenten von AMD und Nvidia. Anstatt Anwendungen aufwändig für OpenCL, CUDA oder APP neu schreiben oder anpassen zu müssen, kann man sie einfach als x86-Programm weiter verwenden.

Zudem gibt es Gerüchte, dass ein Linux-System direkt auf die Karte portiert werden könnte, sodass diese auch als vollwertiges Host-System genutzt werden kann. Außerdem ist eine Variante im Gespräch, bei der der Speicher über einen QPI-Bus angebunden wird - wie bei klassischen Xeons. Dies würde heterogene Systeme ermöglichen, bei denen Prozessor und Steckkarte gemeinsam auf einen Speicherraum zugreifen könnten.

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25 Kommentare
    Dein Kommentar
  • ketchup@guest
    @tomshardware
    "Das entspräche etwa dem Nivea einer aktuellen AMD FirePro W9000."
    haha Nivea ;)
    bitte korrigieren
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  • Galatian@guest
    @tomshardware

    Ich weiß wirklich nicht vorher ihr diese Informationen nehmt, aber erstens geht der Xeon Phi aus dem Larrabee Projekt hervor, davon zu sprechen, dass Larrabee nie aus dem Projektstatus hinaus gekommen ist, ist also schlichtweg falsch. Lediglich die Etablierung einer eigenen steckbaren Grafikkarte hat man abgebrochen, da Intel mit den damaligen Strukturbreiten und Fertigungstechniken keine Möglichkeiten sah Leistung und Verlustleistung unter einen Hut zu bringen.

    Dem entsprechend sei hier auch noch erwähnt das der Xeon Phi ein Co-Prozessor ist und keine Grafikkarte. Es ist die logische Antwort Intels auf die Nvidias Tesla. Weiß auch nicht wie ihr auf das schmale Brett gekommen seit.

    Normalerweise würde ich ja nie sowas sagen: Aber bitte nehmt der Artikel raus, recherchiert noch mal und setzt ihn dann neu und richtig wieder hoch. So missinformiert ihr hier jeden!
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  • Elkinator
    es ist doch eh ganz normal das hier ein großteil der nachrichten mist ist;)
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