Nur für Enthusiasten: Im heutigen Test vergleichen wir vier Motherboards mit Z68-Chipsatz von Asus, Gigabyte, MSI und Asrock, die vor Zusatzfunktionen nur so strotzen. Welcher der Testkandidaten kann auf ganzer Linie überzeugen und macht das Rennen?
Wir haben Intels Z68-Express-Chipsatz im Mai, als bekannt wurde, dass dieser als einziger in der Lage ist, sämtliche Features der Sandy-Bridge-Prozessoren von Intel in vollem Umfang zu nutzen, als „echten Enthusiast-Chipsatz“ bezeichnet. Das Übertakten des Prozessors durch Änderung des Multiplikators und die Nutzung der Quick-Sync-Video-Transcoding-Einheit schlossen sich auf den P67- und H67-Plattformen noch gegenseitig aus. Man musste auf den Z68 warten, damit beide Features auf einem Chipsatz verfügbar sind. Intel hat zudem eine lang ersehnte Technologie entwickelt, mit der kleine SSDs als Cache für mechanische Festplatten verwendet werden können.
Power-User könnten argumentieren, dass Intels X58-Plattform die einzig passende Lösung für wahre Enthusiasten ist, da diese Lösung mehr als doppelt so viele PCI Express 2.0-Lanes bietet wie ein Prozessor auf LGA 1155-Basis. Bei Sandy Bridge sind diese Lanes allerdings direkt mit dem Prozessor verbunden, was wiederum einen schnelleren Zugriff ermöglicht. Davon abgesehen benötigen einige Enthusiasten diese zusätzlichen Lanes auch nicht. Die gleichen Power-User könnten auch argumentieren, dass einzig und allein der LGA 1366-Sockel des X58 mit den Sechs-Kern-CPUs zurechtkommt. Andererseits haben wir gesehen, wie die Notebook-Version der Sandy-Bridge-Plattform besser als die Gulftown-Prozessoren abschneidet, zumindest bei Anwendungen, für die vier oder weniger Kerne erforderlich sind. Sandy-Bridge-Prozessoren für den Desktop sind darüber hinaus mit höheren Taktraten erhältlich und mit den CPUs der K-Serie lassen sich beeindruckende Ergebnisse beim Übertakten erzielen.
Daher sind wir der Meinung, dass die Z68-Plattform zumindest für einige (wenn nicht sogar die meisten) Enthusiasten die passende Lösung ist. Aber wodurch unterscheiden sich Z68-Boards für Enthusiasten von den Mainstream-Produkten?

| Z68 Motherboard Features | ||||
|---|---|---|---|---|
| ASRock Z68 Extreme7 | Asus P8Z68 Deluxe | Gigabyte GA-Z68XP-UD5 | MSI Z68A-GD80 | |
| PCB Revision | 1.03 | 1.00 | 1.0 | 3.0 |
| Chipsatz | Intel Z68 Express | Intel Z68 Express | Intel Z68 Express | Intel Z68 Express |
| Spannungsregler | 10 Phasen | 16 Phasen | 21 Phasen | 13 Phasen |
| BIOS | P1.1 (08/25/2011) | 0706 (08/05/2011) | F4e (08/25/2011) | V17.2 (07/18/2011) |
| 100.0 MHz BCLK | 99.8 (-0.2%) | 100.0 (+0.0%) | 99.8 (-0.2%) | 99.8 (-0.2%) |
| Internal Schnittstellen | ||||
| PCIe 3.0 x16 | 1 (16 Lanes, Shared) | Keine | Keine | 2 (x16/x0 or x8/x8) |
| PCIe 2.0 x16 | 4 (x16/x16/x0/x4 or x16/x8/x8/x4) | 3 (x16/x0/x4 or x8/x8/x4) | 3 (x16/x0/x4 or x8/x8/x4) | 1 (x4, 3 Lanes, Shared) |
| PCIe x1/x4 | 1/0 | 2/0 | 2 (Shared w/x16-3) / 0 | 2/0 |
| Legacy PCI | 1 | 2 | 2 | 2 (Shared w/x16-3) |
| USB 2.0 | 4 (8 Ports) | 2 (4 Ports) | 2 (4 Ports) | 3 (6 Ports) |
| USB 3.0 | 1 (2 Ports) | 1 (2 Ports) | 2 (4 Ports) | 1 (2 Ports) |
| IEEE-1394 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Serieller Port | 1 | Keine | Keine | 1 (mini) |
| Paralleler Port | Keine | Keine | Keine | Keine |
| SATA 6.0 Gb/s | 6 | 4 | 2 | 3 |
| SATA 3.0 Gb/s | 4 | 4 | 4 | 4 |
| 4-Pin Fan | 2 | 2 | 2 | 1 |
| 3-Pin Fan | 4 | 3 | 4 | 4 |
| FP-Audio | 1 | 1 | 1 | 1 |
| CD-Audio | Keine | Keine | Keine | Keine |
| S/PDIF I/O | Nur Ausgang | Nur Ausgang | Nur Ausgang | Nur Ausgang |
| Power Button | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Reset Button | Ja | Ja | Ja | Ja |
| CLR_CMOS Button | Ja | Keine | Ja | Keine |
| Diagnostics Panel | Numerisch | Numeric | Keine | Keine |
| I/O-Panel-Anschlüsse | ||||
| PS/2 | Keine | 1 | 1 | 1 |
| USB 3.0 | 4 | 2 | 4 | 2 |
| USB 2.0 | 2 | 8 | 6 (2, shared w/eSATA) | 4 |
| IEEE-1394 | 1 | 1 | 2 (shared w/USB 2.0) | 1 |
| Netzwerk | Dual | Dual | Single | Dual |
| eSATA | 1 | 2 | 2 | 1 |
| CLR_CMOS Button | Keine | Ja | Keine | Ja |
| Digital Audio Out | nur Optisch | Optisch + Koaxial | Optisch + Koaxial | nur Optisch |
| Digital Audio In | Keine | Keine | Keine | Keine |
| Analog Audio | 5 | 6 | 6 | 6 |
| Video Out | VGA, DVI, Displayport, HDMI | Keine | HDMI | DVI-I, HDMI |
| weitere Geräte | Keine | Bluetooth Transceiver | Keine | Keine |
| Massenspeicher-Controller | ||||
| Chipsatz SATA | 2 x SATA 6Gb/s 4 x SATA 3Gb/s | 2 x SATA 6Gb/s 4 x SATA 3Gb/s | 2 x SATA 6Gb/s 4 x SATA 3Gb/s | 2 x SATA 6Gb/s 4 x SATA 3Gb/s |
| Chipsatz RAID Modi | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 |
| Add-In SATA | ASM1061 PCIe | 88SE9128 PCIe | 88SE9128 PCIe | 88SE9128 PCIe |
| USB 3.0 | 2 x AMS1042 PCIe | 2 x D720200F1 PCIe | D720200F1 PCIe 2 x VLI VL810 Hub | 2 x D720200F1 PCIe (Shared w/x16-3) |
| IEEE-1394 | VT6315N PCIe 2 x 400 Mb/s | VT6315N PCIe 2 x 400 Mb/s | TSB43AB23 PCI 3 x 400 Mb/s | VT6308P PCI 2 x 400 Mb/s (Shared w/x16-3) |
| Gigabit Ethernet | ||||
| LAN (Primär) | BCM57781 PCIe | WG82579V PHY | RTL8111E PCIe | RTL8111E PCIe |
| LAN (Sekundär) | BCM57781 PCIe | RTL8111E PCIe | Keine | RTL8111E PCIe |
| Audio | ||||
| HD Audio Codec | ALC892 | ALC889 | ALC889 | ALC892 |
| DDL/DTS Connect | Nicht spezifiziert | Nicht spezifiziert | Nicht spezifiziert | Nicht spezifiziert |
Im Gegensatz zu manchen Boards aus unserem Low-Cost Z68-Express Round-Up sind alle hier vertretenen Modelle für Enthusiasten speziell für Konfigurationen mit mehreren Grafikkarten gedacht. Das Z68A-GD80 von MSI soll insbesondere dafür sorgen, dass zwei installierte Karten von der gesamten PCIe 3.0-Bandbreite profitieren, wodurch sich die Datenrate verdoppelt sobald die nächste Generation der LGA 1155-Prozessoren (auf Basis der Ivy-Bridge-Architektur) von Intel auf den Markt kommen.
Das Z68 Extreme7 von ASRock ist sogar auf Three-Way SLI ausgelegt und nutzt den NF200 PCIe-Hub als Repeater (Nvidia Boradcast-Modus), um so zwei der Karten mit der vollen x16-Bandbreite versorgen zu können.
Das Asus-Board kann mit einem Bluetooth-Modul aufwarten, während Gigabyte die Anzahl der USB-3.0-Anschlüsse verdoppelt. Alle vier Hersteller setzen zur höheren Stabilität der Boards (insbesondere beim Überrtakten) auf verbesserte Spannungsregler. Drei der vier Boards verfügen über zwei Netzwerk-Controller und Asus setzt dabei auf einen Gigabit-Chip von Intel, der eine zuverlässigere Netzwerkverbindung herstellen soll.
Da es aber kaum möglich ist, sämtliche Details der vier Testkandidaten auf einer Seite abzuhandeln, widmen wir auf den folgenden Seiten jedem Board ein eigenes Kapitel.
- Vier Z68-Express-Motherboards für Enthusiasten
- ASRock Z68 Extreme7 Gen3
- Z68 Extreme7 Firmware
- Asus P8Z68 Deluxe
- P8Z68 Deluxe Firmware
- Gigabyte GA-Z68XP-UD5
- Z68XP-UD5 Firmware
- MSI Z68A-GD80 (B3)
- Z68A-GD80 Firmware
- Testkonfiguration und Benchmarks
- Benchmark-Ergebnisse: Crysis und F1 2010
- Benchmark-Ergebnisse: Just Cause 2 und Metro 2033
- Benchmark-Ergebnisse: Audio- und Video-Encoding
- Benchmark-Ergebnisse: Productivity
- Leistungsaufnahme, Wärmeentwicklung und Effizienz
- Overclocking
- Welches ist das Beste Z68-Enthusiasten-Motherboard?
Die Angabe von sechs SATA-3 Anschlüssen, obwohl es noch einen siebten gibt!
Der eSATA-3, der mit einem der internen Ports geshared wird!
Das AsRock ist ein geiles Board, guter Test!
Grundsätzlich macht man also mit keinem der Mainboards etwas falsch, Asus kann sich durch einen kleinen Kniff rein in der Prozessorleistung etwas absetzen.
Gewünscht hätte ich mir daher etwas weiter greifende Tests, etwa ob die USB 3.0 Ports auf jedem Board genug Durchsatz bieten, ob die Soundchips etwas taugen, die Lüftersteuerung vernünftig funktioniert, usw.
Aber ich nehme an, es gibt zur Zeit keine Möglichkeit, die PCIe 3.0 Fähigkeit des Gigabyte Boards zu testen, MSI stänkert schon, dass die Sache nicht funktionieren kann.
Bei mir war es am Ende der Audio-Codec, daher ein Gigabyte. - Das vergleichbare ASRock war indes großzügiger ausgestattet, ein gepriesenes MSI besaß dagegen keine lückenlose Nutzung von "Solid-Capacitors".
Andere Frage: Ist Sockel 1155 bereits angezählt? - So wie damals 1156? - Geht alles so schnell mit der Technik.
Hier werden Produkte vorgestellt - und dem Käufer das Maul wässerig gemacht. Genau diese "early Adopters" brauchts dann ja auch für den wartenden potentiellen Vernunftkäufer und - wenn Glückfall auch für den Hersteller - um herauszufinden, was geht und wo noch Macken sind. Frage. Sollte alles in der ersten Revision schon laufen? Die Erfahrung läßt daran zweifeln. Der beste Tester ist jener, der das Ding zuhause hat.
Die "bessere" Mittelklasse mag letztendlich technisch und auch leistungsmässig schon ganz gut sein, aber der frische X79 Chipset wird und soll das Ganze doch noch toppen können.
Die Überlegung, sich einen PC - und dann welchen - zu kaufen, sollte
doch daran orientiert sein, was gebraucht wird und dann auch daran, was man sich leisten kann und was nicht. Ein wenig Geduld beim Kauf erspart auch Unfrieden und genauso Fehlausgaben. Den Letzten beißen nicht immer die Hunde, sondern belohnen auch die Preise.
Da Ivy Bridge nur ein Shrink von Sandy Bridge wird, mit marginalen Veränderungen, trau ich dem Sockel 1155 mehr zu als die 1,5 Jahre des 1156.
@ Dr. No
teilweise Zustimmung
Selbst das µATX Asrock Z68/USB3 hat Übertaktungsfunktionen (die außer notorischen Spielmatzen) keiner braucht. Man muss sich regelrecht einen i3-2100 kaufen um ihn übertakten zu müssen.
Mir jedenfalls schwebt vorgenanntes Board und ein Celeron G530 (2C/2,4GHz) als neue Büroschla... vor.
Für meinen Spieltrieb benutze ich einen i7-2630QM (4C/8T). Außer mit 8x Prime95 hab ich ihn noch nicht voll beschäftigen können, er läuft also höchsten auf halber Last...
Das erklärt auch die auf dem Foto abgebildete Tripple-SLI-Brücke, welche zu beiden Seiten hin gleich lang ist.
"MSI Z68A-GD80 (B3)" oder doch das neue "MSI Z68A-GD80 (G3)"
???????
Laut der Überschrift von Seite 8 ist es das B3.
Es müsste das G3 sein. Es wird mit PCIe 3.0 aufgeführt und erläutert und die Bilder von Board und Verpackung zeigen ebenfalls das G3.
Es ist lediglich einmal in der Überschrift falsch betitelt.
Leider wird in keinem Test erwähnt, dass die Boot Up Time wahnsinnig miserabel ist. Bis zum Bootscreen dauert es mit normalen Komponenten gut und gerne 30 Sekunden + die Zeit, die das Betriebssystem zum laden benötigt.
Klemmt man alles ab, was zwar unglaublich produktiv ist, da kein Medium zum BS laden vorhanden ist, deaktiviert noch alle Automatismen, dauert es dennoch ca. 14 Sekunden, bis der Bootscreen erscheint.
Asus hat meines Erachten nach ein wahnsinniges Problem mit ihrem Bios. Jedes meiner alten Boards ist nach dem Einschalten sofort beim Bootscreen. Desweiteren kann man das eingebaute Bluetooth-Modul in die Tonne treten, wenn mehr als zwei Geräte gekoppelt werden sollen und ein Wacomtablet mag es nicht mal allein.
Die wichtigen, alltäglichen Dinge bleiben demnach sehr häufig beim Testen auf der Strecke.
Falls jemand eine Möglichkeit (außer Boardwechsel) kennt, um wenigstens die BootUpTime in den Griff zu kriegen, möge sich bitte melden. Ich wäre sehr dankbar!
Was soll das heissen?? Was ist ein Serieller-Mini-Port?
Auf der offiziellen Produktseite von MSI wird zu dem Board (B3 und G3) _kein_ serieller Port genannt.
Meinen selbstgebastelten Infrarot-Empfänger würde ich eigentlich gerne weiter verwenden wollen...