Intels Haswell-Architektur löst Ivy Bridge im Desktop- und Mobilsegment ab und bringt einen neuen Prozessorsockel mit. Wir testen fünf Mainboard, die sich laut Hersteller speziell an Overclocker richten.
Wenn man einen alten und langsamen PC hat, dann gibt es eigentlich keinen falschen Zeitpunkt für einen Neubau. Aber natürlich ist die Markteinführung einer neuen Prozessorarchitektur immer ein interessanter Zeitpunkt, über einen Neubau nachzudenken – zwar sind die neuen Produkte direkt nach ihrer Einführung meist eine Spur teurer, während die Hersteller später ihre Produkte positionieren und an den Preisschrauben drehen. Andererseits bringt Intel immer neue Architekturen auf den Markt, die bezüglich ihres Preis-Performance-Verhältnisses ihre Vorgänger übertreffen. Mit anderen Worten, selbst kleine, inkrementelle Verbesserungen könnten bedeuten, dass die Haswell-CPUs gegenüber den nunmehr abgelösten Ivy Bridge Prozessoren im Vorteil sind.
Wir haben das Flaggschiff der neuen Desktop-CPU-Baureihe kürzlich im Artikel Intels Core i7-4770K im Test: Haswell ist schneller, aber spannend geht anders vorgestellt, und wie schon die Überschrift des Artikels vorwegnimmt, waren unsere Redakteure vom Desktopprozessor nicht übermäßig begeistert – sie meinen aber, dass die neue Architektur für das Notebook-Segment einen größeren Schritt vorwärts darstellt. Wer bereits einen Core i7-3770K sein Eigen nennt, findet wahrscheinlich kaum einen triftigen Grund, der einen Neubau bzw. ein Upgrade rechtfertigt. Auch die stolzen Besitzer eines Sandy Bridge-E Prozessors mit sechs Kernen werden gegenüber der neuen Haswell-CPU nur die Nase rümpfen. Aber wer noch einen PC mit Core i7-2700K oder einem noch älteren Prozessor besitzt, könnte durchaus in Versuchung geraten, über einen Neubau nachzudenken.
Doch beim Blick auf die neuen Chipsätze der 8er-Serie ändert sich das Bild – sie geben vergleichsweise deutlich mehr Anlass zur Begeisterung. Intel hat endlich die vier altbackenen 3 Gb/s SATA-Schnittstellen durch moderne 6 Gb/s SATA-Schnittstellen ersetzt, was dem Einsatz mehrerer SSDs zu Gute kommt. Die Zahl der USB 3.0-Schnittstellen wurde um 50% erhöht und liegt nun bei sechs. Und die bezüglich Architektur und Anzahl leider gleich gebliebenen sechzehn PCIe 3.0-Lanes, die ein Sockel mit 1150 Pins herausführen kann, können, wenn notwendig, auf zwei Achtfach-Slots oder einen Achtfach-Slot und zwei Vierfach-Slots aufgespalten werden. Das ist für Gamer, die sich den Artikel Testbericht Nvidia GeForce GTX 770: Die Radeon HD 7970 im Fadenkreuz zu Gemüte geführt haben, ein gefundenes Fressen – denn drei GTX 770-Karten leisten mehr und kosten weniger als zwei 780-Karten.

Allerdings ist der neue Chipsatz keineswegs perfekt – das mittlerweile in die Jahre gekommene DMI-2.0-Interface weist nur die Bandbreite von vier USB 3.0-Schnittstellen auf, bzw. ein bisschen mehr als drei 6 Gb/s SATA-Schnittstellen. Nur aufgrund der starken Marktposition von Intel und weil wir von einer South Bridge traditionell wenig erwarten, kann es sich der Marktführer leisten, einen Chipsatz mit DMI-2.0-Schnittstelle als Top-End-Chipset zu positionieren.
Aufmerksame Leser wissen, dass dieses DMI-Interface auch bei den beiden Vorgänger-Generationen zum Einsatz kam, und Intel weist im Datenblatt sogar darauf hin, dass der Z87-Express-Chipsatz auch mit einem LGA 1155-Sockel kombiniert werden kann. Allerdings wird es kaum ein Hersteller wagen, eine derartige Hybridlösung auf den Markt zu bringen – so ein Produkt würde nur die Käufer verwirren und die Rücklaufquote eines derartigen Motherboards wäre wahrscheinlich astronomisch hoch. Unsere amerikanischen Kollegen haben so ein Experiment sogar bereits einmal in einem Artikel ausführlich diskutiert. Der zwingende Grund für die Einführung eines neuen Sockel war übrigens nur, dass die Anzahl der unterschiedlichen Versorgungspins geschrumpft ist, weil die Regelung der diversen CPU-Spannungen jetzt direkt in der CPU sitzt und nicht mehr auf einem externen Chip.

| LGA 1150 ATX Motherboards - Ausstattung | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| ASRock Z87 Extreme6 | Asus Z87 Pro | ECS Z87H3-A2X Extreme | Gigabyte Z87X-UD4H | MSI Z87-GD65 Gaming | |
| PCB Revision | 1.06 | 1.02 | 1.0 | 1.0 | 1.1 |
| Chipsatz | Intel Z87 Express | Intel Z87 Express | Intel Z87 Express | Intel Z87 Express | Intel Z87 Express |
| Spannungsregler | 12 Phasen | 12 Phasen | 12 Phasen | 16 Phasen | 12 Phasen |
| BIOS | M1.21D (05/17/2013) | 1007 (05/17/2013) | 30514 (5/14/2013) | F5 (05/16/2013) | V1.1 (04/26/2013) |
| 100 MHz BCLK | 99.97 (-0.03%) | 99.94 (-0.06%) | 99.77 (-0.23%) | 99.77 (-0.23%) | 100.01 (+0.01%) |
| Anschlüsse an der ATX-Blende | |||||
| PS/2 | 1 | 1 | nein | 1 | 1 |
| USB 3.0 | 4 | 6 | 6 | 6 | 4 |
| USB 2.0 | 2 | n.v. | 2 | n.v. | 2 |
| Network | 2 | 1 | 2 | 1 | 1 |
| eSATA | 1 (geteilt mit SATA) | 1 | 2 | 2 (geteilt mit SATA) | n.v. |
| CLR_CMOS Button | ja | nein | ja | nein | ja |
| Digital Audio Out | optisch | optisch | optisch | optisch | optisch + koaxial |
| Digital Audio In | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. |
| Analog Audio | 5 | 6 | 5 | 6 | 6 |
| Displayanschlüsse | DVI-I, DisplayPort, HDMI | HDMI, DisplayPort, VGA, DVI-D | DisplayPort, HDMI | VGA, DVI-I, HDMI, DisplayPort | VGA, DVI-I, HDMI |
| Sonstiges | HDMI-In (Pass-through) | 802.11n / Bluetooth Combo | 802.11n, Bluetooth | n.v. | n.v. |
| Interne Abschlüsse | |||||
| PCIe 3.0 x16 | 3 (x16/x0/x0, x8/x8/x0, x8/x4/x4) | 2 (x16/x0, x8/x8) | 3 (x16/x0/x0, x8/x8/x0, x8/x4/x4) | 2 (x16/x0, x8/x8) | 3 (x16/x0/x0, x8/x8/x0, x8/x4/x4) |
| PCIe 2.0 x16 | n.v. | 1 (x4/x1 geteilt mit 3x x1) | n.v. | 1 (x4/x1 geteilt mit x1) | n.v. |
| PCIe 2.0 x1 | 1 | 4 (3 geteilt mit x4) | 1 | 3 (2 geteilt mit x4) | 4 |
| USB 3.0 | 2 (4 Ports) | 1 (2 Ports) | 1 (2 Ports) | 2 (4 Ports) | 1 (2 Ports) |
| USB 2.0 | 2 (4 Ports) | 4 (8 Ports) | 1 | 3 (6 Ports) | 3 (6 Ports) |
| SATA 6Gb/s | 10 (1 geteilt miteSATA) | 8 | 7 | 8 (2 geteilt mit eSATA) | 8 (1 geteilt mit mSATA) |
| SATA 3Gb/s | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. | n.v. |
| 4-Pin Lüfter | 2 | 6 | 2 | 5 | 5 |
| 3-Pin Lüfter | 4 | None | 2 | 1 | n.v. |
| FP-Audio | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 |
| S/PDIF | n.v. | nur Ausgang | nur Ausgang | Ein- und Ausgang | n.v. |
| Internal Buttons | Power, Reset, CMOS selector | Power, DirectKey, MemOK, BIOS Flashback, TPU, EPU | Power, Rest, Backup ROM, Quick OC, 8OP Switch | Power, Reset, CLR_CMOS, CMOS IC/Mode selectors | Power, Reset, OC Genie, Go2Bios, OC-Switch, BIOS Switch |
| Diagnostics Panel | Numerisch | Numerisch | Numerisch | Numerisch | Numerisch |
| Other Devices | Mini PCIe x1, Dual PCI, Serial | TPM | mSATA, PCI, Serial | TPM, Serial, PCI | mSATA, TPM, Serial |
| Festspeichercontroller | |||||
| SATA (Chipsatz) | 6x SATA 6Gb/s | 6x SATA 6Gb/s | 6x SATA 6Gb/s | 6x SATA 6Gb/s | 6x SATA 6Gb/s |
| RAID-Modi (Chipsatz) | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 | 0, 1, 5, 10 |
| SATA (Zusatzchip) | 2x ASM1061 PCIe 4x SATA 6Gb/s 1x eSATA 6Gb/s | ASM1061 PCIe 2x SATA 6Gb/s | 2x ASM1061 PCIe 2x SATA 6Gb/s 2x eSATA 6Gb/s | 88SE9172 PCIe 2x SATA 6Gb/s or 2x eSATA 6Gb/s | ASM1061 PCIe 2x SATA 6Gb/s |
| USB 3.0 | ASM1074 Hub (4 Ports) | ASM1074 Hub (4 Ports) | ASM1042 PCIe (2 Ports) | 2x PD720210 Hub (8 Ports) | n.v. |
| Netzwerk | |||||
| LAN (primär) | WGI217V PHY | WGI217V PHY | 8111G PCIe | WGI217V PHY | Killer E2205 PCIe |
| LAN (sekundär) | WGI211AT PCIe | n.v. | 8111G PCIe | n.v. | n.v. |
| WLAN | n.v. | AR9462 PCIe Combo, 802.11a/b/g/n Dual-Band | AR9271 USB 2.0 802.11b/g/n Single-Band | n.v. | n.v. |
| Bluetooth | n.v. | AR9462 BT 4.0 | AR3011 BT 3.0 (USB) | n.v. | n.v. |
| Audio | |||||
| HD Audio Codec | ALC1150 | ALC1150 | ALC1150 | ALC898 | ALC1150 |
| DDL/DTS Connect | DTS Connect | DTS Connect | None | n.v. | n.v. |
| Garantie | Drei Jahre | Drei Jahre | Drei Jahre | Drei Jahre | Drei Jahre |
Anstatt wie bisher über sechs verschiedene Prozessorspannungseingänge verfügt ein Haswell-Prozessor nur mehr über zwei – einen für die CPU selbst und einen für das DRAM-Interface. Obwohl diese Maßnahme die Komplexität der Spannungswandler auf dem Motherboard reduzieren sollte, haben wir davon wenig bemerkt – denn nach wie vor müssen die Spannungswandler mehrphasig ausgelegt sein und extrem schnell auf von der CPU digital übermittelte Anforderungen nach einer höheren oder niedrigeren Spannung reagieren. Wir haben jedenfalls in diesem Test ein Augenmerk darauf gelegt, inwieweit sich Haswell-Motherboards überhaupt noch zum Übertakten und Übervolten der CPU eignen.
- Haswell: Ist es Zeit für eine Aufrüstaktion?
- ASRock Z87 Extreme6
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- Z87 Extreme6 Software
- Asus Z87-Pro
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- Gigabyte Z87X-UD4H
- Z87X-UD4H Firmware
- Z87X-UD4H Tuning Software
- Z87X-UD4H Software
- MSI Z87-GD65 Gaming
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- Z87-GD65 Gaming Tuning Software
- Z87-GD65 Gaming Software
- Test-Hardware und Benchmarks
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- Benchmarks: Audio und Video Encoding
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- Leistungsaufnahme, Wärmeentwicklung, Effizienz
- Overclocking
- Der Testsieger unter fünf Z87-Boards
Hoffentlich wird auf künftigen AMD-Brettern auch bald vermehrt ein 898 bzw. 1150 zum Einsatz kommen.
Bislang gibt es nur zwei FM2-Bretter, die den 898 verbaut haben: Das eine ist von ASRock, das andere von Biostar (und letzteres schwer zu bekommen).
Beispiel:
Wenn ich mir eines dieser Bretter zulegen würde + einen i7-4770K + natürlich einen gescheiten Kühler, da muss ich über 150€ tacken für den bescheidenen Performance Plus ausgeben - Denn wer einigermaßen Schlau ist, kauft sich ein günstiges Z87 ca. 80€, einen i7-4770 und benutzt als Kühler den Boxed und übertaktet sofern überhaupt gewünscht über all Turbotakt - Da kommt Freude auf im Knipke und die Stromrechnung fällt auch besser aus
P.S. Übrigens sind CPUs noch immer Unikate, eine Garantie das i7-4770K auch dann mit 4,7 löppt mit so einen teuren Mainboard gibt es ja auch nicht ^^
Achso fasst vergessen, dass sich nur Bencher so einen Mist anschaffen um damit in irgendwelchen Ranglisten ganz oben zustehen
Gruß Michalit
Es ist ja nun Mode geworden, den Sandy 2700K im Vergleich mit aufzuführen, seitdem die Zahl sieben bei den CPU Neubauten aktuell ist. ( Früher war der 2600K mehr im journalistischen Mittelpunkt.)
Wir sollten nicht vergessen, daß der 2700K zum Weihnachtsgeldabgreifen in 2011 auf den Markt gekommen und mittlerweile schon!! 1 1/2 Jahre alt geworden ist, für den Neuheitenkäufer und Meinungsführer quasi schon auf dem halben Weg zum Outsourcen in die Bucht oder zum Gebrauchtwarenhändler. (Wenn man so will ;-))
Dort wo der Rechner 24/7 läuft, und die CPU gleich nach Erscheinen angeschafft - ist das Mobo derzeit bummelige 13000 Stunden gelaufen und nach der doppelten Zahl dieser Stunden hört man das Ende der Leiterbahnen bereits lauter ticken. Insofern ist eine Sandy - augenzwinkernd geschrieben - wirklich schon alt.
Ja, neue Chipsätze, die jetzt endlich ohne Zusatzchips all das an Board haben, was zum Tiefflug benötigt und bereits erwartet wird. Und das soll's sein? Das Angebot einer fetten und lahm gewordenen Technoschmiede an ihr Kundenpotential. Soso. Irgendwie habe ich den Verdacht, daß hier marketingtechnisch diese Nummer läuft.: < Kauft und fresst, ihr Schweine! > Wir machen jetzt Tabletts und Co; Desktops sind Randmärkte, der Umsatz in diesem Markt ist sowieso rückläufig, der Bedarf gedeckt, und für die Ersatzkäufer, denen die Altkiste abgeraucht ist, da gibt es diese jetzt. Das isses jetzt für euch, kauft und wer nicht bei uns kaufen will...AMD hat schon längst nichts besseres zu bieten.
hab gerade in gelesen, dass die Gehäuse-Lüfter Anschlüsse auf dem Z87 Pro gar keine *echten* 4 pin Lüfter sind. Laut Schaltplan liegen auch an dem Pin der eigentlich das PWM Signal liefert 5V an. Die Lüftersteuerung erfolgt dann wie bei einem 3Pin Lüfter durch Änderung der Spannung.
Demzufolge hat dieses Board eigentlich nur 2 4pin Lüfteranschlüsse.
hier der Link zu meinen Infos:
http://www.silentpcreview.com/forums/viewtopic.php?t=66283p=575878
hab gerade in gelesen, dass die Gehäuse-Lüfter Anschlüsse auf dem Z87 Pro gar keine *echten* 4 pin Lüfter sind. Laut Schaltplan liegen auch an dem Pin der eigentlich das PWM Signal liefert 5V an. Die Lüftersteuerung erfolgt dann wie bei einem 3Pin Lüfter durch Änderung der Spannung.
Demzufolge hat dieses Board eigentlich nur 2 4pin Lüfteranschlüsse.
hier der Link zu meinen Infos:
http://www.silentpcreview.com/forums/viewtopic.php?t=66283p=575878
Ist inzwischen noch immer das Asus empfehlenswert?
Das mit den 4-Pin lüftern juckt mich jetzt nicht so, hab eh keine.
Ist inzwischen noch immer das Asus empfehlenswert?
Das mit den 4-Pin lüftern juckt mich jetzt nicht so, hab eh keine.