Low-Profile Tower-Kühler Alseye Wind Cube LP im Test: Exotischer China-Direktimport

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Der Alseye Wind Cube LP ist ein perfekt in das oben skizzierte Beuteschema passender Exot, dessen Gesamthöhe von nur 9,7 Zentimetern auf den ersten Blick darüber hinweg täuschen mag, dass man es trotz allem mit einem ausgewachsenen Twin-Tower-Kühler zu tun hat, der einfach mehr in die Breite und Tiefe geht statt in die Höhe.

Doch wer ist eigentlich Alseye? Als OEM für so einige Hersteller vetreibt das chinesische Unternehmen seine Produkte auch unter dem eigenen Brand – nur bekommt man exakt diese nicht auf dem üblichen Weg hier in Deutschland zu kaufen, leider. Abseits von eBay, Amazon & Co. gibt es allerdings noch viele weitere Möglichkeiten, um sich im Zeitalter des globalen Handels genau das in Übersee zu besorgen, was man wirklich braucht.

Wir wollen am Ende dieses Reviews natürlich auch zeigen, wie man so ein Teil eigentlich bestellt und dass sich Hersteller wie Alseye sogar zum Direktversand ab Werk breitschlagen lassen. Denn die chinesischen Online-Plattformen schließen Paypal zwar aus, die Hersteller selbst nutzen es aber trotzdem – und sei es über Hong Kong.

Doch zurück zum Kühler, der so speziell ist, dass wir sogar bereit wären, über die eine oder andere Macke und Nachlässigkeit hinwegzusehen. Aber zumindest die Verpackung ist schon mal unerwartet gut: Sauber verpackte Komponenten und ein eingeschweißter Kühlkörper, dessen Deckel sogar noch mit einer extra Schutzfolie versehen wurde, widerlegen die landläufige Meinung, dass per se alles luschig daherkommt, was nicht in der EU verpackt wurde.

Werfen wir einen Blick auf den Lieferumfang. Wir erhalten einen Kühlkörper mit abnehmbarem Deckel, auf dessen Unterseite der mittlere 6-cm-Doppellüfterblock bereits vormontiert ist. Derüber hinaus findet man eine Backplate für die Kühlermontage, ein sehr stabil wirkendes Montagekit für alle gängigen Sockel sowie zwei weitere 6-cm-Doppellüfter mit Gummiummantelung, Lüfteradapter und Wärmeleitpaste. Ein Handbuch in Englisch gibt es ebenfalls.

Die jeweils zu einem Block zusammengefassten Doppellüfter quirlen am Mainboard angeschlossen in unserem späteren Belastungstest unter Extrembedingungen auch schon mal mit bis zu 3000 U/min – der reinste Orkan. Aber im Alltag hält die PWM-Regelung des Mainboards diese sechs Quirle bei Verlustleistungen von 100 Watt und weniger dann auch wieder locker unter 1000 U/min, was sich nicht nur wesentlich entspannter liest, sondern auch so anhört.

Die Rotoren sitzen übrigens in einem Silikonrahmen und der gesamte Block aus den zwei Lüftern besitzt zudem einen weichen Gummimantel, der beim Kontakt mit der Umgebung ärgerliche Vibrationen dämpfen soll.

Der Kühler selbst setzt auf sechs vernickelte 6-mm-Heatpipes aus Kupfer-Kompositmaterial und einen Vollkupfer-Heatsink, dessen Kontaktfläche zum Heatspreader wohl bewusst nicht vernickelt wurde.

Die Seitenansichten vedeutlichen noch einmal den Gedanken hinter dem Kühlprinzip, denn die Seiten sind geschlossen, wodurch die Luft ziemlich konsequent durch den kompletten Kühler zur Gegenseite gepresst wird. Der mittlere Lüfterblock ist notwendig, damit der aufgebaute Druck nicht verloren geht. Hätte man den Kühler als Vollkörpervariante ausgeführt, würde wohl der von dann nur vier Lüftern erzeugte Airflow erst recht nicht ausreichen. Reduzierte Größe zwingt also zu Kompromissen.

Für die Montage muss man den Deckel samt mittlerem Lüfterblock zunächst entfernen. Dazu liegt ein Inbus-Schlüssel bei, mit dem sich die insgesamt vier Schrauben recht einfach entfernen lassen. Doch im Handbuch ist nicht extra vermerkt, dass man von nun ab Vorsicht walten lassen sollte, denn die oberen Kühlfinnen sind um die Bohrung herum nur mit eingelegten und aufeinander gesteckten Abstandshaltern voneinander getrennt.

Wenn man diese Finnen nach oben biegt, fallen die Metallringe schneller heraus, als es einem lieb ist. Dann wird man weitere Schrauben lösen und alles wieder zusammenstecken müssen – eine ziemlich fummelige Bastelei. Einen solchen Ring haben auch wir verloren, aber wieder eingesetzt bekommen.

Über die Backplate und die Mainboard-seitige Verschraubung muss man nichts weiter schreiben, denn dies ist simpel, selbsterklärend und wirklich überzeugend gelöst. Die mitgelieferte Wärmeleitpaste ist dünnflüssig genug, um mit der Klecksmethode glücklich werden zu können. Die vorhandene Menge reicht übrigens locker für drei Montagen aus.

Die nachfolgende Bilder veranschaulichen die H-förmige Montage aus zwei Seitenstreben und einer finale Querstrebe, die mittig im Heatspreader mit einem kleinen Knubbel gegen das Verrutschen gesichert ist und an den Seiten mit massiven Schrauben samt Feder arretiert wird. Die einzelnen Teile des Mounting-Kits wirken sehr solide und die gesamt Ausführung gut durchdacht. Wenn wir da an so manches Bracket anderer Hersteller denken, dann verströmt dies fast schon die Solidität eine russischen Panzers.

Die Lüfter kann man durchaus – so wie wir auch – nach der Kühlkörpermontage montieren, aber es bietet sich doch an, dies als Erstes zu erledigen und danach erst den komplettierten Kühlkörper zu montieren, wenn man noch nicht so vertraut mit dem Aufbau ist. Die umlaufende Gummiummantelung lässt sich leicht zur Seite schieben, so dass man die Knubbel der Silikonbefestigung recht einfach zu fassen bekommt und diese final durchziehen kann.

Der RAM findet unter dem Kühler genügend Platz, allerdings sollte man auf den üblichen Spoiler-Klimbim wohl besser verzichten, denn dafür könnte es dann doch knapp werden.

Wie sich die Lüfter des Kühler dann am Mainboard anschließen und betreiben lassen, das wird unser Praxistest auf der nächsten Seite klären, auf der wir dann auch die Temperatur und Schallpegelmessungen unterbringen. Doch zunächst noch einmal schnell die wichtigsten Daten auf einen Blick:

Technische Daten: Alseye Wind Cube LP
Abmessungen:
17 x 13 x 9,7 cm
Gewicht: 1015 g (komplett)
Material:
Aluminium (Finnen)
Kupfer (Heatsink, Heatpipes)
Lüfter:
3x 2 Lüfter, 6 x 6 x 2,5 cm
Lüfterdrehzahl:
1000 bis 3000 U/min (± 15%)
Durchsatz:
12 bis 35 cfm (± 10%)
Lager:
hydraulisches Lager
MTBF:
40.000 Stunden
Leistungsaufnahme: max. 1,8 Watt
Geräuschpegel:
20 bis 33 db(A) ± 15% (Herstellerangabe)
Lüftergewicht:
155 g
Preis:
ca. 55 Euro inkl. Versand (ohne 19% Einfuhrumsatzsteuer)
Hersteller:
Alseye Corp. Ltd.
Shop:
Aliexpress
Seiten:

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