AMD Athlon 64 4000+ und FX-55: Todesstoß für Pentium 4 EE?

Vier Monate nach der Einführung der Sockel-939-Plattform kommen die neuesten Prozessor-Sprösslinge von AMD auf den Markt. Der CPU-Spezialist versucht jetzt, Intel dort zu treffen, wo es wirklich wehtut: Eine noch schnellere Lösung, die zudem eine verbesserte Architektur aufweist. Intel hingegen hat gerade das 4-GHz-Projekt auf Eis gelegt. AMDs Erfolge der jüngsten Vergangenheit liegen auch an der Tatsache, dass man selbst mit den Prozessoren Athlon64 4000+ und FX-55 in der Lage ist, das letzte Performance-Quäntchen aus der 130-nm-Prozesstechnologie herauszukitzeln. Man beachte, dass Intel bereits seit Februar auf den 90-Nanometer-Prozess umstellt.

Athlon64 FX-55 (getaktet mit 2,6 GHz) und Athlon64 4000+ (2,4 GHz) heißen nun die neuen Kandidaten. Bislang war der FX-53 das Topmodell. Schon vorweg: Die Benchmarks des 4000+ sind mit denen des FX-53 identisch. Hat der Athlon 64 überhaupt das 4000+-Label verdient?

Eine Interpretation ist, dass AMD im Moment kurzzeitige Standards im Performance-Krieg mit Intel setzt. So führte der Chipbauer mit dem Athlon64 3800+ ein so genanntes "QuantiSpeed"-Rating ein, das die Taktrate von Intels schnellstem Prozessor erstmals übertraf. Nun schiebt der 4000+ die Meßlatte höher, denn er ist durchaus als ernsthafte Herausforderung für Intel anzusehen. Außerdem führt AMD nach und nach seine mit 90 nm produzierten Winchester-Cores ein, die im Prinzip verkleinerte Newcastle-Cores mit einem 512 kB großen L2-Cache sind. Dies ist mit erheblich weniger Tamtam als bei Intel verbunden. Auch die Vorgehensweise ist anders: Erst werden CPUs mit langsamen Taktraten mit der 90-nm-Core ausgestattet, später kommen die schnelleren Modelle an die Reihe. So will der Hersteller den Fertigungsprozess mit hohen Volumen in Gang halten.

Der Nachteil von AMDs stillem und leisem Wechsel zu 90 nm liegt darin, dass man die Datenblätter eingehend studieren muss, um den Unterschied zwischen den 130- und den 90-nm-Versionen zu erkennen.

Da die 90-nm-Variante des Athlon64 3500+ mit 67 Watt eingestuft wird, das 130-nm-Modell jedoch maximal 89 Watt verbraucht, erwarten wir, dass der neue Kern innerhalb der nächsten sechs Monate endlich die 3-GHz-Marke erreichen wird. Allerdings wird das Wettrennen auch davon abhängen, wie rasch Intel auf die Spur der hohen Taktraten zurückkehrt und somit wieder AMD antreibt, noch schnellere Prozessoren anzubieten.

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