Nvidia-CEO: Vorerst kein Fermi im Mainstream

So zumindest lässt sich eine Äußerung von Nvidias CEO Jen-Hsun Huang interpretieren, die sich die Kollegen von den X-bit Labs genauer angeschaut haben. Zuerst geht Huang auf die Verfügbarkeit der neuen Fermi-GPUs ein, die zwar noch im ersten Quartal 2010 vorgestellt werden sollen, aber selbst nach seinen Einschätzungen erst im Laufe des zweiten Quartals wirklich in Stückzahlen im Markt zu finden sein werden. Dazu eine kleine Anmerkung: Eigentlich geht es bei den benannten Zeiträumen um die Quartale des Geschäftsjahres 2011, welches am 31. Januar 2010 begann. Insofern darf man "Q1/2011" noch locker bis Ende April auslegen, während das zweite Quartal dementsprechend im Mai beginnt und bis Ende Juli geht.

Interessanter sind aber Huangs Ausführungen zu den zukünftigen GPUs der Mittelklasse. Es fällt nämlich auf, dass man keine konkreten Termine für den Umstieg auf die Fermi-Architektur in diesem Bereich nennt. Die Begründung dafür liest sich ein wenig fadenscheinig für eine Firma, die gern betont, über welch' innovative Features ihre GPUs verfügen: Käufer von Mittelklasse- und Einsteiger-Produkten suchten nicht nach den neuesten Features, welche die auf den Early Adopter ausgerichteten High-End-Modelle mitbrächten. Daher seien solche Kunden am besten mit den aktuell verfügbaren "fabelhaften" GPUs bedient, die sich dank kleiner Updates von der Ausstattung her nicht zu verstecken bräuchten und sich auch auf absehbare Zeit noch gut schlagen würden. Der relevante Auszug lautet (von X-Bit Labs gekürzt) folgendermaßen:

“All of that just depends on 40 nm supply and we are trying to finesse it the best we possibly can. For the entry-level products, the truth is that the new architectures […] are probably not extremely well appreciated anyhow. People, who buy the new architectures, tend to be early adopters and they tend to be the game enthusiasts, workstation designers or creative artists or – there are very specific reasons why it really enhances their experience. Our current-generation GPUs are fabulous and all the things that mainstream consumers would use their computer for. […] I think the mainstream GPUs are really fabulous and has been enhanced recently with some really great features and so my sense is that they are going to continue to do quite nicely in the marketplace. Then we will just transition as fast as we can.”

Mit anderen Worten: Die Käufer wollen/brauchen diese Features nicht, und außerdem ist der 40nm-Prozess noch nicht so weit. Wenn unser Auftragsfertiger den besser im Griff hat, werden wir auch die Mittelklasse darauf (und vermutlich auf die neue Architektur) umstellen. Daraus könnte man jetzt ableiten, dass die nächste Runde der Umbenennungen vor der Tür steht, wie schon an anderer Stelle spekuliert. So könnte man durch Neubenennung der aktuellen GPU-Familien (GTX 260/275/285 -> GTX 360/370/380 bzw. GT 210/220/240 -> GT 310/320/340) zumindest die wahrgenommene Lücke zwischen der jetzigen GT/GTS/GTX-200-Serie und der ersten Fermi-Riege mit den Bezeichnungen GTX 470/480 schließen.

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35 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Desolator
    Das hört sich irgendwie nach einer schöngeredeten Notlösung an.
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  • leanproduction
    Die Sache liegt doch eigentlich ganz simpel:

    Bei High End Grafikkarten ist die Marge groß genug. Wenn dort der Chipfabrikant nur eine Ausbeute von 30-40% hat, dann ist immer noch genug Gewinn drin. Bei den günstigen Grafikkarten ist das nicht mehr der Fall.

    Hinzu kommt noch ein Aspekt den ich ehrlich gesagt auch so sehe. Ein ganz normaler PC User benötigt die neuen Grafikkarten (von er Leistung her) nicht. Da hat der gute Mann recht. ABER was er verschweigt: Der normale Anwender hätte die Low-End Karten trotzdem gerne, weil diese deutlich Stromsparender sind als aktuelle Modelle ;)

    Aber man kann es ja mal versuchen die Sachen so zu verkaufen ;)
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  • klomax
    Ich stimme Desolator zu.

    Kleinvieh macht auch Mist. Ati hat den Markt dermaßen überflutet im Low- und Med-Bereich, und unsinniger Weise machen sich manche 5000er gegenseitig Konkurrenz und sind schlichtweg zu oder gleich teuer (z.B. 5570 vs. 5670). - Nvidias Auftreten hätte da für tanzende Verhältnisse gesorgt.
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