Verkauf von Samsungs Galaxy Tab auch in Down Under gestoppt

Seit nunmehr einem halben Jahr herrscht zwischen Apple und Samsung ein erbitterter Patentstreit. Bislang hat der kalifornische Konzern aus Cupertino die Nase vorn. Nachdem der Verkauf von Samsungs Galaxy Tab hierzulande gerichtlich untersagt wurde und auch in den Niederlanden der Verkauf einiger Smartphone-Modelle untersagt worden ist, hat ein australisches Gericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge es in zumindest zwei Fällen für erweisen angesehen, dass Samsung auf Apples Vorwürfe der Produktpiraterie zu reagieren habe und kam dem Antrag auf einstweilige Verfügung nach. Damit ist vorerst der Verkauf des Galaxy-Tabs auch in Australien zumindest solange verboten, bis das dortige Gericht in einem noch ausstehenden Hauptverfahren endgültig über den Vorwurf der Produktpiraterie entschieden hat.

Eine Urteilsbegründung wird am morgigen Freitag erwartet. Nachdem die australische Richterin Anabelle Bennet das Urteil verlesen hatte, forderte sie beide Parteien dazu auf eine baldige Verhandlung zu unterstützen. Samsung reagierte verständlicherweise darauf nur zögerlich, denn innerhalb einer Frist von 14 Tagen hat der Konzern nun die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. In einer knappen Stellungnahme war nicht nur von Enttäuschung die Rede, sondern auch dass man sich jetzt über die weiteren rechtlichen Möglichkeiten beraten lassen wolle. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die von Samsung nun verfolgte Strategie lieber ein verpasstes Weihnachtsgeschäft in Australien in Kauf nehmen will, als mit einer womöglich hastig ausgearbeiteten Verteidigungsstrategie gänzlich eine Niederlage im noch ausstehenden Hauptverfahren zu riskieren.

Für Apple bedeutet das ergangene Verkaufsverbot ein weiterer Etappensieg. Der Patentexperte Florian Müller wertet dem weiteren Bericht zufolge die australische einstweilige Verfügung für die noch ausstehende Anhörung in Kalifornien weniger als rechtliche Bedeutung. Vielmehr glaubt er, dass die damit aufrechterhaltene Produktpiraterie-Saga den Schlag gegen Samsung in den USA wahrscheinlicher mache. Berücksichtige man die Größe des dortigen Markts im Vergleich zum australischen, so wären die Folgen eines Sieges von Apple für Samsung ungleich schlimmer.   

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4 Kommentare
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  • mario84
    Bei diesen ganzen gerichtlichen Erfolgen die Apple anscheinend ununterbrochen hat, kommt mir langsam der Gedanke das da doch bestimmt wieder irgendwo Gelder fließen.........
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  • Krampflacher
    @Mario: Ich bitte um Verständnis für die armen Richter, die am Rande des Existenzminimums leben, und halt Nebeneinkünfte brauchen, damit sie sich überhaupt über Wasser halten können.
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  • diekuh
    Ich bestelle mir jetzt ein Archos Tab, erst wollte ich ein Apple Ipad holen, doch Apple hat sämtliche Sympathie verloren. Vielleicht ändert sich nach dem Tod des Tyrannen ja noch etwas in der Zentrale bei Apple. Schade das Apple es vorzieht immer alte Brötchen nochmal aufzubacken, was man ja auch am 4S sieht. Die Konkurrenz ist meilen vor Apple, eben nur der Designvorteil verbleibt. Leider sind die Richter und Beamten wohl gut geschmiert seitens Apple, was sich andere Unternehmen nicht so leisten können, weil die verwendete Hardware ja etwas teurer ist und der Gewinn damit nicht so groß ist.
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