AMD Radeon RX Vega 64: Drei Version, Vorstellung am 14. August

Schon länger kursieren Gerüchte um die kommenden AMD-Vega-Grafikkarten, und schon länger zeichnet sich ab, dass Nvidia auch danach die Leistungskrone in Heimrechnern nicht abgibt - die GTX 1080 Ti und die Titan Xp liefern Enthusiasten nach wie vor die höchste Performance. AMD gibt sich jedoch zuversichtlich, dass ein großer Schritt gemacht wurde, um die Lücke zu dem Bereich zu schließen, in dem sich auch die meisten anspruchsvollen Anwender investieren.

Der Hersteller gibt bis auf eine handvoll Hinweise wenig Spezifisches zur Leistungsfähigkeit der Karten bekannt, allerdings zeichnet sich ab, dass es von dem neuen Desktop-Flaggschiff drei Versionen geben wird: Die Radeon RX Vega 64, die Radeon RX Vega 64 Limited Edition und die Radeon RX Vega 64 Liquid Cooled.

Allem Anschein nach werden sie im August auf den Markt kommen und zu vergleichbaren Preisen wie die Geforce GTX 1080 angeboten: Das Basismodell,die RX Vega 64, soll für 500 Dollar verkauft werden, die RX Vega Limited Edition soll 600 Dollar kosten und für die RX Vega Liquid Cooled werden demnach 700 Dollar fällig. Außerdem wird es wohl auch eine Radeon RX Vega 56 geben, die es mit der Geforce GTX 1070 aufnehmen und um die 400 Dollar kosten soll.

Daneben wird der Hersteller drei Zusatzpakete schnüren, mit denen der Kauf der neuen Karte anfänglich versüßt werden soll. Käufer sollen anfänglich mit Spielen und Rabatten bei weiterer Hardware gelockt werden. Wer sich in den USA für eine der beiden luftgekühlten Varianten entscheidet, soll die Spiele Wolfenstein II und Prey als Rabatt bekommen. Wird der FreeSync-Monitor von CF791 von Samsung mitgekauft, gibt es einen Preisnachlass von 200 Dollar auf die Gesamtsumme, wer sich neben der Karte für den Kauf eines Ryzen-7-Prozessors mit passendem Mainboard entscheidet, soll 100 Dollar gutgeschrieben bekommen.

Bei den Radeon Packs (das Red Pack gehört zu Basisversion, das Black Pack zu Limited Edition und das Aqua Pack schließlich zum Spitzenmodell) handelt es sich jedoch nicht um Gutscheine, die auch zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden können, sondern es geht vielmehr darum etwas Geld zu sparen, wenn weitere fürs Gaming gedachte Hardware gekauft wird. Damit soll den Crypto-Minern etwas Wind aus den Segeln genommen werden, die kein Interesse am Kauf von Spielen, eines neuen Monitors oder eines Ryzen 7 samt Board haben.

Wie lang die Aktion andauert ist unklar, ursprünglich sollte sie nur im August angeboten werden, mittlerweile zeichnet sich ab, dass die Rabatte länger gewährt werden.

Die AMD-Partner werden mit ihren Entwürfen der Karte allem Anschein nach etwas später als AMD den Markt betreten. Hier ist die Rede vom Ende des drittel oder Anfang des vierten Quartals.

Radeon RX Vega 64: Ein fetter Chip mit vielen Transistoren

Seit die Radeon Vega Frontier Edition zur verfügung steht, zeichnet sich auch ab, wie die fürs Gaming gedachten Modelle grundsätzlich aussehen. Wie schon bei der Fiji-GPU der Radeon R9 Fury X setzt der Hersteller auch bei der Radeon RX Vega 64 auf einen Grafikchip mit vier Shader-Engines, die jeweils einen eigenen Vertex- und eigenen Pixel-Shader mitbringen.

Und wie schon bei den Fiji-GPUs stehen 16 Computer Units (CU) pro Shader-Engine zur Verfügung. Jede CU wiederum bringt 64 Stream-Prozessoren sowie vier Texture-Einheiten mit, damit sind es insgesamt 4096 Stream-Prozessoren und 256 Texture-Einheiten.

Die Taktraten sind natürlich deutlich höher: Waren bei Fiji maximal 1050 MHz möglich, sind dank des 14-nm-FinFET-LPP-Verfahrens des Auftragsfertigers Globalfoundries und einer gezielten Optimierung bei der RX Vega 64 nun standardmäßig 1247 MHz, bei eingeschaltetem Turbo sind 1546 MHz möglich. Die von AMD angegebene FP32-Leistung von 12,66 TFLOPS basiert auf der höchstmöglichen Taktfrequenz. Bei Standardtakt wird an dieser Stelle eine Leistung von 10,2 TFLOPS angegeben, was immer noch 20 Prozent über der Performance liegt, die von einer R9 Fury X geboten wird.


Radeon RX Vega 64
Liquid Cooled
Radeon RX Vega 64
Radeon RX Vega 56
Next-Gen CUs
64
64
56
Stream-Prozessoren
4096
4096
3584
Texture-Einheiten
256
256
224
ROPs
64
64
64
Taktfrequenz (Basis)
1406 MHz
1247 MHz
1156 MHz
Taktfrequenz (Boost)1677 MHz
1546 MHz
1471 MHz
Speicher
8GB HBM2
8GB HBM28GB HBM2
Speicherbandbreite484 GB/s
484 GB/s
410 GB/s
FP32 Performance (max.)
13.7 TFLOPS
12.66 TFLOPS
10.5 TFLOPS
FP16 Performance (max.)
27.5 TFLOPS
25.3 TFLOPS
21 TFLOPS
FP64 Performance (max.)856 MFLOPS
791 MFLOPS
656 MFLOPS
TDP
345W
295W
210W
Preis
$700$500
$400

Bei dem wassergekühlten Modell wird der Basistakt auf 1406 MHz gesteigert, im Turbomodus sind 1677 MHz drin, was 13 nzw. acht Prozent mehr als beim Ausgangsmodell sind, sodass auch die Leistung steigt bei - FP32 sind es nun 13,7 TFLOPS. Dafür wächst der Energiebedarf von 345 auf 295 Watt - ein überproportionaler Anstieg von 17 Prozent. In beiden Fällen ist das noch deutlich mehr als bei Nvidias Geforce GTX 1080 Ti, die mit 250 Watt auskommt.

Jede der Shader-Engines der Vega 10 verfügt über vier Render-Backends, die bis zu 16 Pixel pro Takt leisten. Diese hängen am L2-Cache, der nun auf eine Größe von vier Megabyte angewachsen ist (bei Fiji waren es noch zwei Megabyte, die den L2 der vorherigen Hawaii-GPU ebenfalls bereits verdoppelt hatte). Damit greift die GPU seltener auf den HBM2-Speicher zu und reduziert damit die Abhängigkeit von der externen Bandbreite. Weil der Takt im Vergleich zur Fiji-Architektur um rund 60 Prozent höher ausfällt und die Bandbreite auf 28 GB/s sinkt, hilft der größere Cache dabei einen Flaschenhals zu vermeiden.

Mike Mantor von AMD gibt zu Protokoll, dass mit Vega 10 an dieser Stelle 45 Megabyte mehr Speicher zur Verfügung gestellt werden, was aber auch fast kein Wunder ist bei einem Chip, der über 12,5 Milliarden Transistoren verfügt, die 486 mm² verteilt werden. Das sind mehr Transistoren als bei Nvidias GP102-GPU und auch das Die ist größer.

Mit dem Rückgriff auf HBM2 konnte AMD die Stacks auf dem Interposer im Vergleich zu Fiji von acht auf vier reduzieren, die nun zudem mit einem 4096 Bit breiten Bus angebunden werden. Zudem ist sie Speicherkapazität von recht begrenzten vier Gigabyte bei der R9 Fury X auf acht Gigabyte bei der RX Vega 64 angestiegen sind. Mit einer Bandbreite von 484 GB/s wird in etwa das Niveau der GeForce GTX 1080 Ti geboten, die einen 11 Gb/s schnellen GDDR5X-Speicher nutzt.

Das Warten geht weiter

Auch wenn sich mehr und mehr ein Gesamtbild rund um die neuen AMD-Karten ergibt, bleibt noch so manches Detail unklar. Feststeht, dass Vega 10 als dicht gepackt und physisch groß ist. An beiden Stellen wird Nvidias GP102 übertroffen. Ebenso klar ist, dass die neuen AMD-Karten mit einem Energiebedarf zwischen 295 und 345 Watt heiß werden. Leistungstechnisch soll sie nach Herstellereinschätzung auf dem Niveau der immerhin schon ein Jahr alten GTX 1080 liegen.

Und somit bleibt weiterhin spannend, was Nvidia da am 14. August vorstellen wird. AMD-Fans werden sich sicherlich darüber freuen, dass der Hersteller zum ärgsten Konkurrenten aufgeschlossen zu haben scheint. Darüber hinaus ist jedoch nach wie vor unklar, ob die Karten empfohlen werden können, wenn der Rechner mit einer 500-Dollar-Grafikkarte aktualisiert werden soll. Sollen hohe Verkäufe erreicht werden, muss der Hersteller vermutlich die Preis-Leistungs-Karte spielen. Die Rabatt-Packet sind ein erstes Indiz für diese Richtung.

Erstelle einen neuen Thread im News-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
16 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Plitz
    Das war es? Darauf wurden wir monatelang von AMD vertröstet? Ich habe gehofft endlich mal ein paar Infos zu Vega zu bekommen ... stattdessen fast nichts?
    0
  • moeppel
    Das war doch die bestätigung nahezu alles Befürchtigungen.

    Vega ist mit großer Sicherheit ein Rohrkrepierer. Vermutlich Bulldozer der GPU Archs.

    Die kleine Vega könnte noch interessant sein aber Nvidia hat genug Spielraum die Preise zu drücken, sollten sie es wollen.

    Die Serie ist eine Regression gegenüber der Fury Serie, was schon was heißt. Der Abstand von Vega <-> Pacal (ganz abgesehen von Volta) scheint größer als Fiji <-> Maxwell.

    CGN ist so gegen die Wand gefahren, wie es Intel jetzt mit seiner Core-Architektur tut, bis was neues in der Pipeline steht.

    Gerne lasse ich mich am 14.8 positiv überraschen, aber an Wunder glaub ich dann auch nicht mehr :D Das Rasterizing und Treiber als letzter Wermutstropfen.

    P.S: Die Bundles gelten nicht für den Europraum - zumindest das Bildschirmbundle. Abgesehen von der Tatsache das selbst mit Rabatt 700€ ein wenig viel für einen Monitor sind ;)
    0
  • amd64
    Ich habe es befürchtet und zur 1080Ti gegriffen. Bisher war es wohl die richtige Entscheidung und daran wird wohl auch nicht viel ändern. Noch 2 Wochen bis zum Wundertreiber?
    0