HTC One Max im Test: Stilvoller Bürorechner für richtig große Hosentaschen

Prozessor: Nach oben ist noch Platz

Beim Prozessor verzichtet HTC auf das Topmodell

Das HTC One Max soll zu den Spitzenmodellen unter den Phablets gehören und aktuellste Technik bieten - aber beim Prozessor macht der Hersteller Abstriche. Denn hinter dem Bildschirm nimmt nicht der aktuelle Qualcomm Snapdragon 800 Platz, wie man das eigentlich einem der neusten Smartphones dieser Kategorie erwartet hätte, sondern der kleine Bruder Snapdragon 600, der bereits Anfang 2013 in erste Boliden der Oberklasse einzog. Der Grund ist vermutlich, dass der Hersteller das HTC One als das eigentliche Flaggschiff der Serie nicht noch älter aussehen lassen will als es eh schon ist - denn ist ja schon ein Weilchen auf dem Markt.

Der Snapdragon 600 ist jedenfalls noch deutlich näher dran am Vorgänger. Denn wie beim vorangegangenen Snapdragon S4 Pro kommt mit dem APQ8064-Chipsatz der gleiche Unterbau zum Einsatz und die vier CPU-Kerne werden teilweise sogar mit der gleichen Taktgeschwindigkeit von 1,7 GHz betrieben - als exemplarisches Beispiel sei hier das LG Optimus G Pro genannt. Selbst die verwendeten Krait-Kerne sind häufig die gleichen: Beim S4 Pro kam sowohl der Krait 200 als auch der Krait 300 zum Einsatz - und letzterer wird auch im Snapdragon 600 verbaut.

Es handelt sich im Wesentlichen also um ein namentlich umgelabeltes SoC, bei dem demzufolge auch nicht die aktuellste Adeno-330-GPU integriert ist, sondern die Adreno 320. Allerdings entspricht der verbaute, zwei GByte große Arbeitsspeicher dem LPDDR3-Standard, während der S4 Pro noch mit LPDDR2-Speicher auskommen musste.


Damit ist das One Max natürlich nach wie vor sehr schnell unterwegs. Der Nutzer muss weder bei Multimedia-Anwendungen noch beim Spielen von anspruchsvollen Titeln fehlende Kraftreserven befürchten. Mit Blick auf den Vorgänger wurden die größten Fortschritte jedoch an anderer Stelle - nämlich beim Energieverbrauch - erzielt, wie sich noch zeigen wird. Der Vergleich mit einem Smartphone, das den Snapdragon 800 nutzt, zeigt in den Benchmarks dennoch deutliche Unterschiede.

Benchmarks:HTC One Max
LG G2
AnTuTu v4:
25.693 Punkte
29.361 Punkte
Futuremark 3DMark Ice Storm v1.2 Unlimited:10.707 Punkte15.026 Punkte
Linpack Single Thread:257.949 MLOPS Punkte479.048 MFLOPS
Linpack Multi Thread:636.478 MLOPS856.176 MLOPS
Quadrant Standard:11.966 Punkte19.146 Punkte
Vellamo 2.0.2 Metall:773 Punkte
1.014 Punkte
GLBenchmark 2.7 T-Rex HD Onscreen:15 fps
23 fps
GLBenchmark 2.7 T-Rex HD Offscreen:14 fps22 fps
Rightware Basemark X 1.0 Onscreen:8,307 fps14,480 fps
Rightware Basemark X 1.0 Offscreen:7,847 fps12,497 fps

Knapper, vergleichsweise langsam angebundener Speicher

Die Leistung der verbauten Hardware hätte sogar noch höher sein können, denn das System wird von einem Controller ausgebremst, der nur vergleichsweise niedrige Datentransferraten zulässt. Selbst in der Mittelklasse finden sich Smartphones mit Mediatek-SoCs, wie etwa das Acer Liquid E2, die merklich bessere Werte erreichen.

Speicher-Geschwindigkeiten (AndroBench 3):
HTC One Max
LG G2
Sequential Read:
47,83 MByte/s131,91 MByte/s
Sequential Write:
10,36 MByte/s16,16 MByte/s
Random Read:
1467,3 IOPS4372,69 IOPS
Random Write:
147,5 IOPS343,06 IOPS

Hinsichtlich des Festspeicherausbaus wird an dieser Stelle die Kritik fällig, die wir schon bei so vielen anderen aktuellen Smartphones geäußert haben: Bei einem Smartphone, das aktuell ab knapp über 600 Euro gehandelt wird und das leistungshungrige Nutzer ansprechen soll, ist ein interner Datenspeicher von nur 16 GByte fast schon eine Frechheit. Bei den aktuellen Speicherpreisen hätte man durchaus auf die kleine Version verzichten können oder alternativ 32- und 64-GByte-Versionen zu den jetzigen Preisen von 16- und 32-GByte-Modellen zur Wahl stellen können.

Immerhin besitzt das One Max unter seinem Deckel einen Einschub für microSD-Karten im SDXC-Format, so dass der Speicher um bis zu 64 GByte aufgerüstet werden kann. Dennoch ist das an dieser Stelle nur ein schwacher Trost.

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Pega
    Schöner Test...aber bei dem Preis kann auch die aktuelle Hardware verbaut sein!

    Preis vergessen im Fazit "Die Preise starten derzeit bei knapp über Euro für die 16-Gbyte-Version"
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  • matthias wellendorf
    Danke für den Hinweis. Der Preis ist aktualisiert.
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  • Patrick Wetzig
    Top Gerät aber eher für zu Hause gedacht ... HTC hätte es nicht als Phablet sondern gleich als Tablet raus bringen sollen. Meine Freundin nutzt es für Zuhause kann man nur empfehlen. Genial nicht nur als Universalfernbedienung ... Weiter so HTC ... Ich wünsche mir persönlich aber eher ein tablet von HTC im Transformer style von Asus also tablet mit Dockingtastatur. Das wäre der Hammer
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