NAS im Eigenbau: Inter-Tech IPC SC-4100 - ITX-Gehäuse mit Hot-Swapping

Inter-Techs IPC SC-4100 fasst ein ITX-Mainboard mit kleinem CPU-Kühler sowie eine PCIe-Erweiterungskarte und ermöglicht die Anbindung von vier 3,5-Zoll-Festplatten per Hot-Swap-Backplane. Damit kann es als solide Basis für ein Selbstbau-NAS punkten.

Das ideale Gehäuse für ein Selbstbau-NAS oder einen kleinen Heimserver ist stabil, möglichst klein, lässt sich mit günstigen Standard-Komponenten bestücken und kann dennoch eine Reihe von Festplatten fassen, die dann idealerweise auch noch per Hot-Swap-Backplane angebunden werden.

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Ein solches Exemplar hatten wir bereits vor einiger Zeit mit Silverstones DS380 im Test, das allerdings auch stattliche 165 Euro kostet. Deutlich günstigere Alternativen wie das Zalman M1 für 39 Euro oder das Xilence Torino für knapp 50 Euro bieten hingegen weniger Festplatteneinschübe und binden nur ein oder zwei Laufwerke per Hot-Swap-Backplane an.

An dieser Stelle kommt Inter-Techs IPC SC-4100 ins Spiel, das die Lücke zwischen den genannten Gehäusen mit einem Preis von rund 75 Euro zu schließen scheint.

Es fasst bis zu vier 2,5 oder 3,5 Zoll große Festplatten und bindet allesamt per Hot-Swap-Einschub an. Zusätzlich steht eine Unterbringungsmöglichkeit für ein weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk zur Verfügung - hier bietet sich der Einsatz einer kleinen SSD für Betriebssystem und zusätzliche Software oder aber auch als SSD-Cache an.

Je nach verwendetem Mainboard oder Controller stehen dann immer noch genügend 3,5-Zoll-Einschübe zur Verfügung, um sämtliche Laufwerke für mehr Datensicherheit in den gängigen RAID-Modi für den Consumer-Bereich zu betreiben.

Mit Abmessungen von gerade einmal 19,4 x 20 x 27 cm (HxBxT) fällt das Mini-Gehäuse kleiner aus als die meisten Konkurrenzmodelle mit ähnlichem Funktionsumfang und eignet sich daher besonders gut, um sich außerhalb des direkten, ständigen Sichtfeldes unterbringen zu lassen.

Unterstützt werden ganz normale Mini-ITX-Mainboards. Deutliche Einschränkungen gibt es lediglich hinsichtlich der Höhe des Prozessorkühlers. Allerdings wird ein NAS-System oder Heimserver aber kaum als Performance-Monster konzipiert werden, so dass entsprechende Mini-Kühler in jedem Fall ausreichen.

Ansonsten gibt es angemessene Belüftungsmöglichkeiten, einen Single-Slot-PCI-Steckplatz, in dem sich eine kleine Grafikkarte oder aber auch ein RAID-Controller unterbringen lassen, und eine abschließbare Fronttür.

Auf der Folgeseite geben wir übrigens auch ein paar Tipps zur Wahl der Hardware für ein kostengünstiges NAS – ein ausführlicherer Test sowie ein Artikel zu Software und Einrichtung wird eventuell demnächst noch folgen.

Aufgrund der sehr kompakten Abmessungen ist der Anwender auf den Einsatz eines Flex-ATX-Netzteils oder eines 1HE-Rackmount-Servernetzteils beschränkt. Das ist aber weit weniger problematisch als mancher denken mag, denn auch hier gibt es mittlerweile einige effiziente und günstige Netzteile. Preislich bewegen sich diese auch im Rahmen dessen, was für ein brauchbares ATX-Netzteil investiert werden sollte.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung ist zwar wenig spektakulär, dafür bietet der Karton aber einen praktischen Tragegriff, falls das System doch einmal gesichert transportiert werden soll.

An Zubehör gibt es Schrauben zur Mainboard- und Netzteilmontage, eine zusätzliche Winkelhalterung für Flex-ATX-Netzteile, einen Schlüssel für die Fronttür und jeweils 16 bzw. neun Schrauben zu Anbringung von 3,5 und 2,5 Zoll großen Laufwerken. Außerdem liegt eine Ausdrehhilfe bei, um die Rändelschrauben leichter lösen zu können, die die Außenhülle des Gehäuses halten.

Aufbau und Außenansicht

Das SC-4100 ist einfach, schlicht und robust: Bis zu ein Millimeter starker SECC-Stahl verleiht dem rund drei Kilo chweren Winzling mit den vielen Festplatteneinschüben die gewünschte Solidität. Auch die matte, schwarze Lackierung ist unempfindlich und funktional.

An den vorderen Seiten gibt es zusätzliche, beidseitige Belüftungsöffnungen, die Frontblende ist bis auf einen schmalen, glänzenden Rahmen zur Aufhübschung ebenfalls matt-schwarz und dementsprechend unempfindlich. Der großflächige Einsatz von Mesh sorgt dafür, dass der Hecklüfter des SC-4100 frische Luft von außen ansaugen (Unterdruck-Effekt) und durch die Festplatteneinschübe hindurchleiten kann.

An der Front gibt es eine einfach ausgeführte, abschließbare Tür vor den frontalen Bedienelementen und externen Festplatteneinschüben. Dahinter verstecken sich vier Einschübe, zwei USB-3.0-Steckplätze (die intern auch über einen USB-2.0-Header angebunden werden können, wenn der neuere Standard nicht zur Verfügung stehen sollte) und insgesamt sechs helle Status-LEDs neben dem Power- und Reset-Taster: Jeweils eine Power-, HDD- und Alarm-LED sowie drei LEDs zur Anzeige von Netzwerkaktivität.

Zusätzlich hat Inter-Tech jeweils eine Power- sowie eine Status-LED pro Festplatteneinschub umgesetzt. Ein Teil der LEDs (Alarm, Netzwerkaktivität) erfordert entsprechend spezielle Anschlüsse.

Die Unterseite bietet von innen einzeln verschraubte Standfüße aus glänzendem Kunststoff mit einer Gummierung auf der Unterseite.

Dadurch steht das SC-4100 auch voll ausgebaut sicher auf glatten Oberflächen. Die glatte Unterseite leitet übrigens die Wärme von der Rückseite des CPU-Sockels weit besser aber als manch andere, doppelwandige Konstruktion.

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11 Kommentare
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  • jo-82
    Interessanter Artikel, hab die Tage selbst erst ein Backupsystem zusammengestöpselt: Intel G4500, MSI B150M, 2x8 GB Kingston DDR4, EKL Alpenföhn Silvretta und 3 x 6 TB von Toshiba, Seagate, und WD. Gebootet wird von USB Stick. Hab das ganze in ein altes Gehäuse verpflanzt, Optik ist mir nicht so wichtig, Hotswap kann ich auch so machen, spielt aber eigtl. in meinem Fall keine Rolle.

    Finde das Verhältnis von 75 € für die Box vs. 72 € für CPU + Board bei euch interessant. ;)

    Welches System kommt drauf, oder gebt ihr die Hardware wieder ab? Ich hatte mit OMV und FreeNAS nur Probleme, bin dann bei NAS4Free gelandet.
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  • goch
    Interessanter Artikel! Das Gehäuse sieht doch wirklich gut aus. Was mich dann doch wirklich interessieren würde, wie es mit dem NAS-Projekt weiter geht?

    Eventuell auch eine Konfiguration dahin gehend optimieren (z.B. ein Board mit Intel NIC nehmen, ein 8GB Riegel statt zwei einzelnen, etc) und das ganze mal mit aktuellen Software Lösungen mit Fertigsystem wie QNAP und Co. Vergleichen (Performance, Verbrauch).
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  • christoph1717
    Ich habe vor gut einem Jahr auch was gebaut mit einem günstigen 2 Bay - Wechselrahmen ITX Box mit Netzteil für unter 50 (sogar neu und verpackt) bei ebay gefunden. Als Bord habe ich ein Q1900 itx genommen mit integrierter CPU.
    Das wurde auf einer andere Seite damals als NAS Bord empfohlen.
    Hat 4 SATA Ports und knapp 90 gekostet.
    Also bei mir war die "Box" günstiger als "CPU + Bord"
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  • christoph1717
    Gehäuse - Epic Monkey ENC11-02-ITX
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  • Myrkvidr
    Aorry, ich war ab DO auf nem Festival, die persönlichen Biervoräte auffüllen, daher Antwort erst jetzt ;)

    Anonymous sagte:

    Finde das Verhältnis von 75 € für die Box vs. 72 € für CPU + Board bei euch interessant. ;)


    Ist aus dem Vorgang an sich geboren - das sollte eigentlich "nur" ein Gehäusetest werden, als ich es vor mir hatte, hab ich mir dann gedacht "Hey, nimm das doch mal als Basis für ein NAS" ;)

    Anonymous sagte:

    Welches System kommt drauf, oder gebt ihr die Hardware wieder ab? Ich hatte mit OMV und FreeNAS nur Probleme, bin dann bei NAS4Free gelandet.


    Siehe unten.

    Anonymous sagte:
    Interessanter Artikel! Das Gehäuse sieht doch wirklich gut aus. Was mich dann doch wirklich interessieren würde, wie es mit dem NAS-Projekt weiter geht?


    Ich wollte jetzt vor allem mal die Anbieter der entsprechenden Software abklappern und die Lösungen vergleichen - kann aber noch etwas dauern, das ist eher eine private Spielerei, aus der zusätzlich ein Artikel wird. Die Hardware bleibt auch erstmal, weil selbst gekauft - aber es kann natürlich sein, dass ich letztlich mit irgendeiner Komponenten nicht zufrieden bin, und dann zwischen einem und allen Teilen alles tausche. Auf jeden Fall wird noch ein RAID-Controller verbaut und es kommen dann dementsprechend auch mehr HDDs rein, um die Datenverfügbarkeit zu gewährleisten.

    Ich hab gerade noch zig Projekte, die über die Bühne gehen müssen, aber der Vergleich von Eigenbau- und vorkonfektioniertem NAS wäre natürlich sehr spannend.

    Anonymous sagte:
    Gehäuse - Epic Monkey ENC11-02-ITX


    Hab ich bei Ebay nicht gefunden, aber ein paar Videos bei Youtube - sieht vom Innenaufbau her dem Xilence Torino sehr ähnlich.
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  • mailbaitor
    Netter Artikel, jedoch gibt es weitaus bessere Gehäuse für den Zweck, kann nur das Chenbro SR30169 empfehlen (nur unerheblich teurer), auch für Mini-ITX Boards, 4 Hot-Swap Platten, es passt aber ein Standard ATX-Netzteil rein und nicht so ein kleiner lauter Flex-ATX Brüllwürfel!
    Habe das Gehäuse selbst und ein NAS damit aufgebaut -> absolut unhörbar im Betrieb mit einem Skylake Pentium G4400 auf einem Asrock C236 WSI!
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  • Myrkvidr
    Die Idee mit der Einbaurichtung des Netzteils beim Chenbro gefällt mir wirklich sehr gut!
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  • mailbaitor
    @Myrkvidr: ja, ist ganz clever, saugt die warme Luft vom Laufwerkskäfig und die nach oben steigende vom Mainboard ab, man muss aber unbedingt beachten, dass das Netzteil nicht länger als 140mm sein darf, weil zwei Metallnasen im Gehäuse sind, die es nach unten halten uns somit begrenzen! Sonst habe ich noch den 120er Lüfter unter dem Laufwerkskäfig gegen einen 120er Noctua getauscht, der quasi unhörbar ist und jetzt ist es wie gesagt quasi gar nicht mehr zu hören in einem absolut stillen Zimmer! Kabel verlegen ist etwas fummelig, aber alles lösbar und man kann halt 4x 3.5" Laufwerke und acuh noch 2x 2.5" Laufwerke einbauen und unter dem Laufwerkskäfig ist noch Platz um z.B. eine SSD abzulegen. Das Asrock C236 WSI, das ich verbaut habe hat z.B. 8 SATA-Ports!
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  • Myrkvidr
    Die 14 cm sind ja mittlerweile zum Glück keine wirkliche Einschränkung mehr - da gibt es genug effiziente und leise Netzteile mit einem schlanken Grundaufbau. Das Mainboard ist natürlich eine super Lösung - das wär auch noch mal was für ein Follow-Up mit einer deutlich besseren Hardwarekonfiguration.
    Wenn ich die Zeit finde, klopfe ich mal bei Chenbro wegen eines Testsamples an. Wenn nicht nur gerade ohnehin schon so verdammt viel anstehen würde, argh ;)
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  • MaxTheCB
    OMG...Am Board gespart, aber nen CPU Kühler, der bald teurer als der Prozessor ist...hier hätte ein Arctic M1 Passiv auch ausgereicht...und zur PSU...warum keine PICO-PSU ? Selbst mit 4 Platten hätte eine 95Watt Variante gereicht...So wäre es auch ein effizientes System geworden
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  • Myrkvidr
    @MAXTHECB: Das erkläre ich natürlich sehr gern.

    1. Der CPU-Kühler ist als OPTION aufgeführt (gelesen hast du den Test schon, oder?), es werden Werte zum kostenlosen (!) Boxed und dem Scythe als Möglichkeit für alle ausgegeben, die das Geld anlegen wollen (da es sich um private Hardware und ein privates Projekt handelt, aus der dieser Artikel geboren wurde: Ich möchte das so - du kannst gern versuchen, das System mit Arctic nachzubauen, aber siehe unten).

    2. Der von dir empfohlene Arctic passt doch noch nicht einmal ansatzweise ins Gehäuse, was soll denn so eine Empfehlung??? Und im Test geht es vor allem um DIESES getestete Gehäuse. Es ist ein Einzeltest mit dem Beginn einer Projektvorstellung, bei der sich Komponenten auch noch ändern können - je nachdem, wie wir Lust haben.

    3. Der Arctic ist für diesen Einsatzzweck eine vollkommen falsche Wahl - zumindest, wenn es um ein stabiles und dauerhaft laufendes System geht - er liegt nicht einmal in einem direkten Luftstrom. Ich weiss, dass Normaluser gern denken "Hauptsache keine Lüfter und leise", aber das ist nicht gerade der ideale Ansatz für Beständigkeit.

    4. Bitte kein PicoPSU Netzteil für derartige Projekte nutzen, wenn es um Verfügbarkeit von Daten geht - allein die Empfehlung ist grob fahrlässig. Lieber ein effektiv gekühltes, mutmaßliches Qualitätsnetzteil (ich habe es nicht zerlegt und nicht an die Chroma angeschlossen) als Selbstverstümmelung durch eine PicoPSU – die haben auch ihren Einsatzzweck und ihre Daseinsberechtigung, aber sie sind unter Dauerlast nicht die zuverlässigste Lösung (und auch unter den Kollegen nicht nur einmal abgeraucht). Das Seasonic SS-250SU ist für den Server-Bereich und industrielle Automatisierung konzipiert und ein klein wenig beständiger ;) PicoPSUs sind okay für schlanke PCs zum Surfen im Internet, für Muttis Office-PC etc. Und selbst dann würde ich persönlich eher auf ein externes Netzteil mit zusätzlicher Wandlerplatine setzen.

    5. Die Kritik am günstigen Board ist die einzige, die ich auf sachlicher Basis hinnehmen und akzeptieren kann. Wenn du dir allerdings die Verfügbarkeitsspanne von Mainboards und die von Midrange-RAID-Controllern anschaust, wirst du feststellen, dass die Controller im Falle eines Defekts deutlich länger zu haben sind. Insofern ist die Kombination aus günstigem Board und zusätzlicher Controllerkarte besser, als von vornherein ein besser ausgestattetes Board mit integriertem RAID-Controller zu nehmen.
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