Microsoft: China verlangt geringere Patentgebühren bei Nokia-Übernahme

In Europa und den USA wurde die Anfang September von Microsoft verkündete Übernahme des finnischen Smartphone-Herstellers Nokia von den entsprechenden Aufsichtsbehörden durchgewunken, doch in trockenen Tüchern ist sie noch nicht. Denn offenbar meldet China Bedenken an. Den Kartellwächtern ist der hohe Patentbestand Nokias ein Dorn im Auge - die Finnen halten derzeit die Rechte an rund 7.000 Erfindungen. Und die sind manchem Konkurrenten schon zum Verhängnis geworden. Im Mai 2012 klagten die Finnen etwa gegen HTC, Blackberry und Viewsonic. HTC verlor den Prozess in Deutschland, Großbritannien und den USA; Blackberry zahlt Lizenzgebühren.

Nun verlangen die Chinesen von dem Microsoft-Nokia-Verbund deutlich geringere Lizenzgebühren. Bisher war Nokia in dieser Hinsicht gnädig gegenüber chinesischen Herstellern, doch deutet einiges darauf hin, dass sich dies nach der Übernahme ändern könnte und auch hier zur Kasse gebeten wird. Zudem haben die Hersteller aus dem Reich der Mitte in der jüngeren Vergangenheit auf den Weltmärkten deutlich an Popularität gewonnen, sodass bei der Führung der Volksrepublik offenbar die Angst vor geringeren Einnahmen bei ihren Technologiekonzernen aufkeimt.

Einwände gegen Übernahmen sind an dieser Stelle ein gutes Druckmittel - das haben die Wettbewerbshüter der Volksrepublik schon bei der Motorola-Übernahme durch Google gezeigt, die nicht nur um mehrere Monate verzögert wurde: Am Ende musste Google der Beibehaltung des aktuellen Android-Lizensierungsmodells, bei dem die Lizenzen jedem Nutzer frei zur Verfügung stehen, zustimmen.

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2 Kommentare
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  • Krampflacher
    Wettbewerbshüter der Volksrepublik ... dass ich nicht lache! Die klauen selbst an Technologie, was nur geht, und wir Dummen lassen uns dann noch erpressen wenn es um eine Übernahme geht.

    China spielt mit dem Westen. Und kommt dadurch in eine immer bessere Position, um noch höher zu pokern.
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  • matthias wellendorf
    Ganz so schwarz-weiß würde ich das nicht sehen, immerhin profitieren nicht zuletzt auch wir von solchen Entscheidungen. Hätte Google für Android Geld verlangt, wären die Preise gestiegen. Und es wäre auch nicht wünschenswert, wenn Microsoft nach der Nokia-Übernahme die Branche mit einem überbordenden Patentportfolio erpresst.
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