Kaufberatung und Vergleichstest Mini-PC, Stand Februar 2017

Zotac Z-Box PI-320 Pico

Die Zbox Pico von Zotac ist mit Abstand der kleinste Teilnehmer im Testfeld - und Zotac preist dies als Mobilitätsfähigkeit an. Wenn das erforderliche Netzteil nicht wäre, könnte man die Nano immerhin locker in jede Westentasche stecken. Mit einem leuchtenden blauen Kreis und dem Metallgehäuse kommt das PI-320 Pico außerdem sehr schick daher.


Aufbau und Anschlüsse

Der kleinen Bauform wird bei den Anschlussmöglichkeiten Tribut gezollt. Drei USB 2.0-Anschlüsse reichen nur bei sparsamem Gebrauch. Noch mehr vermissen wir allerdings die schnelleren USB 3.0-Ports. Auch ansonsten sind die Anschlüsse eher minimalistisch. Der einzelne HDMI-Anschluss reicht für die meisten Anwendungsszenarien, verhindert aber den Anschluss mehrerer Displays.

Die USB-Ports liefern auch dann Strom, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Das mag praktisch sein, um irgendwelche Geräte daran zu laden oder davon Strom zu beziehen, hat aber seine Nachteile, wenn man minimalsten Energieverbrauch priorisiert. Ein markanter Mangel ist das Fehlen eines Mikrofon-Eingangs. Dadurch können nur USB-Headsets angeschlossen werden, was wiederum einen der drei USB-Ports belegt.

Bei den Funkstandards gibt sich die Zbox Nano hingegen keine Blöße: Mit WLAN (802.11n) und Bluetooth 4.0 wird man alle nötigen Verbindungen aufbauen können und im Falle eines Falles auch ohne Netzwerkkabel zurechtkommen.

Auf der Vorderseite der Z-Box PI-320 Pico befindet sich nichts als ein MicroSD-Kartenleser, in dem die Karte komplett verschwindet und mit Hilfe eines Federmechanismusses wieder ausgeworfen wird.

Die Pico lässt sich mit sanfter Gewalt öffnen, da die Plastikabdeckung - ähnlich wie bei verschiedenen Smartphones - nur mit Plastiknasen gehalten wird. Ganz ungefährlich ist der Vorgang allerdings nicht, weshalb wir davon eher abraten würden - insbesondere, weil im Inneren eh nichts Austauschbares zu finden ist.

Die Zbox Pico von innenDie Zbox Pico von innen

Energieaufnahme und Leistung

In diesem Winzling arbeitet immerhin ein echter Vier-Kern-Prozessor (Atom Z3735F) mit 1,33 GHz Basistakt. Im Turbo schafft er ganze 1,83 GHz.  Damit entfaltet er eine Menge Leistung, wenn ein Programm Multi-Threading beherrscht. Leider beißt sich das mit der geringen RAM-Bestückung mit nur zwei Gigabyte; auch die langsame SSD stellt dem Vierkernprozessor gern mal ein Bein.

In der Theorie ist der Prozessor also in bestimmten Situation recht schnell, wird dies in der Praxis aber nur selten ausspielen können. Und letztlich dürfte zumeist gelten: Wer wirklich aufwändige Multi-Threading-Software laufen lassen wird, der nutzt dann eben doch einen potenteren Desktop-PC und keinen Mini-PC mit Atom-Prozessor.

Als Scenario Design Power (quasi eine variable TDP) gibt Intel 2,2 Watt an. Der Prozessor ist also extrem in Hinblick auf Energiesparen konzipiert. Das ergibt bei einer Passivkühlung und einem so kleinen Gehäuse natürlich Sinn. Das macht die Zbox Pico natürlich für diejenigen interessant, denen der Energieverbrauch wichtig ist.

Datenträger

Als Datenträger fungiert eine 32 Gigabyte große Samsung eMMC (BWBC3R), die leider auch eine der Schwächen des Systems ist. Die sequenzielle Leseleistung ist mit über 166 MByte/s noch ganz brauchbar. Aber schon beim Schreiben erreicht das eMMC-Laufwerk nur noch 35 MByte/s und bei zufälligen Zugriffen fällt es noch weiter zurück: Hier liest das Laufwerk gerade einmal noch mit 10 MByte/s und schreibt mit unerträglichen 5 MByte/s.

In dieser Disziplin haben größere Geräte mit SATA-SSD deutliche Vorteile. Allerdings ist hierfür in der Zbox Pico zugegebenermaßen schlichtweg kein Platz vorhanden. Immerhin hat das komplette Gerät in etwa die Größe eines überdicken 2,5-Zoll-Laufwerks. Der MicroSD-Kartenleser schaffte beim sequenziellen Lesen 23 MByte/s und beim Schreiben 19 MByte/s. 

Temperatur und Lautstärke

Wie alle andere Mini-PCs im Test ist auch die Zbox Pico völlig lautlos. Nach längerem Betrieb wird das Gerät warm, kommt diesbezüglich aber nie in Bereiche, die eine Überhitzung befürchten lassen. Dies ist allerdings weniger einem komplexen Kühlkonzepts als eher den extrem stromsparenden Komponenten geschuldet.

Konfiguration

Aufgrund der geringen Größe ist die Ausstattung der Zbox Pico recht knapp bemessen: Mit dem Atom-Prozessor, nur zwei Gigabyte RAM und dem 32 Gigabyte großem eMMC-Laufwerk sind dem Anwender enge Grenzen gesetzt. Dies gilt insbesondere, weil keine der Komponenten austauschbar oder erweiterbar ist. Mangels USB 3.0-Anschlüssen lassen sich zudem keine wirklich schnellen externen Datenträger ohne Geschwindigkeitsverlust anschließen.

Wer diesen Westentaschen-PC kauft, sollte sich also vorher bewusst sein, auf was er sich einlässt. Wer mehr als die 32 Gigabyte Flash-Speicher braucht, kann etwa 40 Euro mehr ausgeben und den größeren Bruder unseres Picos kaufen. Der Arbeitsspeicher ist leider nicht ausbaubar, da der Prozessor nicht mehr als zwei Gigabyte verwenden kann.

Immerhin ist schon Windows 8.1 vorinstalliert und mit dem kostenlosen Upgrade auf Windows 10 sollte man spätestens dann ein benutzbares Betriebssystem haben.

Preis und Verfügbarkeit

Die bei uns vorliegende Variante mit 32 Gigabyte großer SSD kostet derzeit knapp über 180 Euro. Mit insgesamt 64 Gigabyte Flash-Speicher kostet die Z-Box Pico etwa 220 Euro. Die Händlerauswahl für diese kompakten Rechner ist sehr gut.

Fazit

Mit der Portabilität hat sich die Zbox Pico quasi ihre eigene Nische geschaffen, die selbst von anderen getesteten Mini-PCs nicht wirklich angefochten wird. Leider macht das externe Netzteil diesem Anspruch in der Praxis einen Strich durch die Rechnung. Auch wenn der PC selbst in die Westentasche passt, mag das Netzteil nicht mehr dazu passen.

Im Gegenzug muss man einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Trotzdem lassen sich grundlegende Dinge - etwa Surfen im Web oder Videos anschauen - gut mit der Z-Box PI-320 Pico erledigen. Wer also durch das Konzept dieses Geräts angesprochen wird und es nicht als vollwertigen Desktop-Ersatz braucht, der kann für relativ wenig Geld den Einstieg wagen. Alle anderen werden vermutlich zu einem potenteren System greifen (müssen).

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19 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Rurik
    Ich würde empfehlen, die ZBox Nano auf jeden Falls als Barebone zu nehmen. Das Einbauen von RAM und SSD ist echt einfach und man bekommt definitiv mehr fürs Geld. Die ca. 100,- € Aufpreis für die Plus-Variante kann man besser für 8GB Ram und 120GB SSD (oder 4GB und 240GB) verwenden - da hat man glatt doppelt so viel Speicher zum gleichen Preis.
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  • robberlin
    Die ZBOXEN sind einfach super - kann ich mich nur anschließen und wer eh mal nen Notebook aufgerüstet hat,oder im technischen was macht, der hat auch Möglichkeit kleine Festplatte und etwas RAm aufzutreiben um die ZBOX als Barebone zu nehmen.
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  • Tesetilaro
    da fehlt mir ein brix im vergleich, die gibts sogar mit beamer :D
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  • robberlin
    Zitat:
    da fehlt mir ein brix im vergleich, die gibts sogar mit beamer :D


    Seit wann und wo?

    Ich hab die ZBOX EI-730 - steiles Teil - der direkte Konkurrent vom Brix PRO. natürlich größer aber selbst unter Vollast hinterm Fernseher kaum hörbar und bessere Ausstattung (2 mal LAN, optischer Out)
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  • Tesetilaro
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  • robberlin
    haha wie cool - 0,6L ist natürlich nur für mini Bildformat aber trotzdem ganz nett ^^
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  • Atrocity
    Irgendwie fehlen mir in dem Test die "NUCs" von Intel. Sau geile Teile, leise & klein.
    Außerdem bekommt man die je nach Anforderung mit dem passenden Prozessor.
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  • thorax
    Ich vermisse in den Tests die in meinen Augen sehr leistungsfähigen Intel NUC Mini-PCs. Gibt es mit diverser Ausstattung und mir gefällt auch das Preis-Leistung Verhältnis. Auch der Treiber-Support und das sehr freundliche Forum hat mich überzeugt. Bin jedenfalls sehr zufrieden.
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  • Tesetilaro
    wie haben sich bei den NUCs die Lüfter entwickelt, die erste generation war mit durch ein fieses lüftergeräusch in Erinnerung geblieben, haben die das inzwischen im Griff?
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  • thorax
    Anonymous sagte:
    wie haben sich bei den NUCs die Lüfter entwickelt, die erste generation war mit durch ein fieses lüftergeräusch in Erinnerung geblieben, haben die das inzwischen im Griff?

    Wie es früher war kann ich nicht beurteilen, meine 3 NUCs sind alle nicht älter als 2 Jahre. Bislang hatte ich keine Probleme mit dem Lüfter bez. Lüftergeräusch.
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  • Tesetilaro
    ich kenne halt nur früher und das pfeiffgeräusch unter last war die hölle - ich gestehe auch gerne zu da´es erste generation war und ich empfindlich bin, sowie das gerät ne montagskiste - aber danach war ich von kleinen lüftern erst mal ne ganze weile geheilt *g*
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  • KalleWirsch
    Mir sind die CPUs der vorgestellten MiniPc zu schwachbrüstig. Der ecs liva core ist der Einzige ohne total kastrrierte CPU. Unter einen i5 5x00 würde ich ehrlich gesagt nix kaufen. Es gibt auch genug Geräte die so ausgestattet sind.
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  • derGhostrider
    Schöner Vergleich...
    Ich habe allerdings eine Anmerkung zum Artikel:
    Ist das Ernst gemeint, dass man durch die Anschaffung eines z.B. 400 Euro teuren Gerätes SPAREN soll im Vergleich zu einem "nicht mehr aktuellen" PC?
    Ich weiß ja nicht... Man muss sich ja keinen alten Pentium D in den Keller stellen!

    Bevor man sonst Strom-MEHRKOSTEN in Höhe von mindesterns 400 Euro produziert hat, vergeht auch recht viel Zeit...
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  • Tesetilaro
    stimmt - ein grob überschlagenes scenario spart mir 2,80 € im Jahr, wenn ich zumindest einen Teil der nutzung von rechenknecht mit 300 Watt im Mittel auf den mini pc mit max 15 watt verlege - aber genau da wo's drauf ankommt, beim zocken, hilft der mini natürlich nicht ;)

    Auf der anderen seite ist es wirklich ein unterschied ob ich den großen oder den kleinen anmache um emails zu checken *g*
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  • Michalito
    Habe mir grade zwei Mini PC aud dem Reich der Mitte kommen lassen, einmal Z8300 2 GB Ram 32 GB MMC 60€, super und einmal i5 U4250 Barebone mit MSata und 2 mal Sata in Vollalu nicht mehr ganz so winzig mit 17 cm Kantenlänge, aber ich bin begeistert. Das Ding gab es für 170€. Testet sowas doch mal gegen die "etablierten"
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  • Bodo
    @tese: da hast du deinen Ziegelstein - wenn auch ohne Beamer
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  • Bodo
    ups, Brix kommt als nächstes. War kurzzeitig verwirrt
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  • fffcmad
    LoL. Ich habe mir gestern die Zotac ZBox CI-323 ins Haus geholt und eine Securepoint Firewall draus gemacht. Und dann taucht bei euch ein Test zu einem aehnlichen Geraet auf :D Zufaelle gibt's xD

    Bzw. wurde der Artikel angezeigt...
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  • gst
    Yop, jibbet. ;) Der Artikel bekam halt ein Update (neues Produkt, der Gigabyte Brix) und wird dann auch wieder nach vorn geholt.
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