Kaufberatung und Vergleichstest Mini-PC, Stand Februar 2017

Shuttle XPC slim DS67U3

Dieses Mal haben wir von Shuttle ein Barebone-Gerät erhalten. Das heißt in der Praxis, dass das Gerät nur eine Basisplattform bereitstellt, die noch um Datenträger, RAM und Betriebssystem erweitern werden muss. Das erhöht für den Käufer die Flexibilität bei der Ausstattung, drückt aber natürlich auf den ersten Blick auch den Preis. Abseits dieser sehr großen Konfigurierbarkeit gibt es in der Serie mehrere Varianten mit unterschiedlich potenten CPUs. Dies fängt bei zwei Celerons mit 1,6 GHz an, geht über den hier verbauten i3-6100U mit 2,3 GHz und einen i5-6200U mit 2,3 GHz (2,8 GHz Boost) bis zu einem i7-6500U mit 2,5 GHz und 3,1 GHz Boost. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, kann man sich also ein recht leistungsstarkes Gerät zusammenstellen. Der SSD sind nach oben ohnehin kaum noch Grenzen gesetzt und die mögliche RAM-Bestückung umfasst bis zu 32 GByte. Die unverbindlichen Preisempfehlungen reichen von 255 € bis zu 810 €. Hier zeigt sich erneut, welch großen Anteil die CPU am Gesamtpreis hat.


Aufbau und Anschlüsse

Die Optik suggeriert direkt, dass das Gerät erwachsen ist. Das beginnt mit der beachtlichen Größe (die ja nicht auf jeden Fall erwünscht ist) und erstreckt sich über die Anschlussvielfalt bis hin zu den von außen gut erreichbaren Erweiterungsschächten. Doch gehen wir das besser Schritt für Schritt durch.

Als erstes fällt auf, dass das Gerät senkrecht steht. Daraus ergibt sich eine verbesserte Kühlung durch die oben angebrachten Lüftungslöcher (durch die natürlich auch Staub eindringen kann). Weiteres Resultat ist, dass sich nur an der Front und an der Rückseite externe Schnittstellen befinden.

An der Vorderseite befinden sich die wichtigsten Anschlüsse, die auch gut erreichbar sein sollen. Neben dem Einschalter befinden sich dort vier USB-Ports (zwei davon mit USB 3.0), ein SD-Kartenlesegerät und zwei serielle Anschlüsse. Letztere werden vermutlich eher selten verwendet und sind dankenswerterweise durch Plastikkappen verblendet - was sowohl der Optik gut tut als auch Schutz gegen Kurzschlüsse bietet.

Auf der Rückseite sind noch zwei weitere USB 2.0-Anschlüsse für die üblichen Peripherie-Dauerbrenner (wie zum Beispiel Maus und Tastatur), zwei GBit-LAN-Anschlüsse, zwei Klinkenstecker (für Lautsprecher und Mikrofon), ein HDMI 1.4 Anschluss und einmal DisplayPort 1.2 vorhanden.

Außerdem befinden sich dort zwei Anschlüsse für externe Antennen (die natürlich mitgeliefert werden),  der obligatorische Netzteilanschluss und vier Pins für Jumper zwecks CMOS-Resets.

Damit ragt der XPC Slim gleich in mehrerlei Hinsicht aus der Masse heraus. Durch die zwei LAN-Anschlüsse sind allerlei Netzwerkfunktionen möglich, durch die zwei WLAN-Antennen wird die Funkreichweite des WLAN-Moduls erhöht, das 802.11 b/g/n/ac unterstützt, und die zwei seriellen Anschlüsse dürften speziell in der Industrie oder beim Bastler gefragt sein.

Dank des DisplayPort-Anschlusses lässt kann das Gerät 4K-Inhalte mit 60 Hertz ausgeben. Wer dagegen einen 4K-Fernseher mit HDMI verwendet, guckt in die Röhre bzw. erhält nur eine Wiederholuingsfrequenz von 30 Hertz.

Neben WLAN wird, wie bei fast allen Mini-PCs, auch Bluetooth 4.0 unterstützt.

Aber auch der SD-Kartenleser ist nicht selbstverständlich. Einige Konkurrenten setzen stattdessen auf Micro-SD-Kartenleser. Ähnlich sieht es mit den zwei Audio-Anschlüssen aus. Hier lassen sich, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, normale Headsets verweden.

Angenehm ist, dass es eine LED für Festplattenaktivität gibt und eine weitere LED anzeigt, ob das Gerät eingeschaltet ist. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

Anschlussseitig kann also schwerlich gemeckert werden, da Shuttle hier die Hausaufgaben gemacht hat.

Energieaufnahme und Leistung

Mit einer maximalen TDP von 15 Watt ist der verbaute Core i3 deutlich weniger genügsam als die meisten andere Prozessoren im bisherigen Testfeld. Allerdings spiegelt sich das natürlich auch in den Benchmarks wider.

Im Leerlauf zieht das Komplettsystem etwa 11 Watt. Unter CPU-Last (mit 7-Zip) gönnt sich der XPC Slim ca. 20 Watt.

Datenträger

Da dies ein Barebone-System ist, hängt die Leistung in erster Linie von der selbst ausgewählten und eingauten SSD ab. Grenzen sind dabei nur durch den SATA 3-Anschluss gesetzt - was aber absolut üblich ist. In unserem Testsystem war eine Samsung 750 EVO mit "nur" 128 GByte verbaut. Diese liefert dank SLC-Emulation die besten Ergebnisse unter allen Testkandidaten.

 

Temperatur und Lautstärke

Durch die oben angebrachten Belüftungsöffnungen und das Metallgehäuse wird die entstehende Wärme gut abgeleitet. Mangels Lüfter und mechanischem Laufwerk entsteht auch keinerlei Geräuschkulisse. Einzig die Klappen der Erweiterungsplätze klappern, wenn ds Gerät durch externe Kräfte zum Wackeln gebracht wird.

Konfiguration

Dank des Barebone-Konzepts können zentrale Komponenten nach Wunsch bestimmt werden. SSD- und RAM-Steckplätze sind hinter zwei verschraubten Metallklappen verborgen und lassen sich sehr leicht freilegen. Das Bestücken des Barebones ist also kinderleicht und geht komfortabel von der Hand. Es passen laut Shuttle maximal zwei 16 GByte große RAM-Module. Die Maximalbestückung beträgt also 32 GByte. Zusätzlich lässt sich so auch das WLAN- und Bluetooth-Modul (in M.2-Form) austauschen.

Preis und Verfügbarkeit

Laut Preisvergleich gibt es das vorliegende Modell ab ca. 400 €. Hinzu kommen jedoch die Anschaffungskosten für SSD, RAM und eventuell ein Betriebssystem. Damit ist das Gerät (dank des Core i3) spürbar teurer als einige andere Testkandidaten mit Celeron-Prozessoren. Dafür erhält der Nutzer beim XPC Slim aber auch deutlich mehr Leistung und eine sehr gute Ausstattung.

Fazit

Bei fast allen Benchmarks liegt der XPC Slim an der Spitzenposition und das obwohl nicht der (ebenfalls verfügbare) Intel Core i5 oder i7 verbaut wurde, sondern nur der kleine i3 mit zwei CPU-Kernen und Hyper-Threading.

Auch in allen anderen Bereichen glänzt das Gerät. Die Anschlüsse sind großzügig vorhanden, der Aufbau vorbildlich und dank der zwei Klappen sind Ein- und Umbauarbeiten äußerst leicht zu handhaben.

Wie üblich gibt es für das 1,3-Liter-Gerät auch eine VESA-Halterung, sodass es an der Rückseite eines Fernsehers/Monitors befestigt werden kann.

Wenn das Gerät (plus Zubehör) ins Budget passt, wird der Slim sicherlich erste Wahl sein. Für so ein Rundumglücklich-Paket hat sich der Shuttle XPC slim unseren Editors' Choice-Award redlich verdient.

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19 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Rurik
    Ich würde empfehlen, die ZBox Nano auf jeden Falls als Barebone zu nehmen. Das Einbauen von RAM und SSD ist echt einfach und man bekommt definitiv mehr fürs Geld. Die ca. 100,- € Aufpreis für die Plus-Variante kann man besser für 8GB Ram und 120GB SSD (oder 4GB und 240GB) verwenden - da hat man glatt doppelt so viel Speicher zum gleichen Preis.
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  • robberlin
    Die ZBOXEN sind einfach super - kann ich mich nur anschließen und wer eh mal nen Notebook aufgerüstet hat,oder im technischen was macht, der hat auch Möglichkeit kleine Festplatte und etwas RAm aufzutreiben um die ZBOX als Barebone zu nehmen.
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  • Tesetilaro
    da fehlt mir ein brix im vergleich, die gibts sogar mit beamer :D
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  • robberlin
    Zitat:
    da fehlt mir ein brix im vergleich, die gibts sogar mit beamer :D


    Seit wann und wo?

    Ich hab die ZBOX EI-730 - steiles Teil - der direkte Konkurrent vom Brix PRO. natürlich größer aber selbst unter Vollast hinterm Fernseher kaum hörbar und bessere Ausstattung (2 mal LAN, optischer Out)
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  • Tesetilaro
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  • robberlin
    haha wie cool - 0,6L ist natürlich nur für mini Bildformat aber trotzdem ganz nett ^^
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  • Atrocity
    Irgendwie fehlen mir in dem Test die "NUCs" von Intel. Sau geile Teile, leise & klein.
    Außerdem bekommt man die je nach Anforderung mit dem passenden Prozessor.
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  • thorax
    Ich vermisse in den Tests die in meinen Augen sehr leistungsfähigen Intel NUC Mini-PCs. Gibt es mit diverser Ausstattung und mir gefällt auch das Preis-Leistung Verhältnis. Auch der Treiber-Support und das sehr freundliche Forum hat mich überzeugt. Bin jedenfalls sehr zufrieden.
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  • Tesetilaro
    wie haben sich bei den NUCs die Lüfter entwickelt, die erste generation war mit durch ein fieses lüftergeräusch in Erinnerung geblieben, haben die das inzwischen im Griff?
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  • thorax
    Anonymous sagte:
    wie haben sich bei den NUCs die Lüfter entwickelt, die erste generation war mit durch ein fieses lüftergeräusch in Erinnerung geblieben, haben die das inzwischen im Griff?

    Wie es früher war kann ich nicht beurteilen, meine 3 NUCs sind alle nicht älter als 2 Jahre. Bislang hatte ich keine Probleme mit dem Lüfter bez. Lüftergeräusch.
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  • Tesetilaro
    ich kenne halt nur früher und das pfeiffgeräusch unter last war die hölle - ich gestehe auch gerne zu da´es erste generation war und ich empfindlich bin, sowie das gerät ne montagskiste - aber danach war ich von kleinen lüftern erst mal ne ganze weile geheilt *g*
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  • KalleWirsch
    Mir sind die CPUs der vorgestellten MiniPc zu schwachbrüstig. Der ecs liva core ist der Einzige ohne total kastrrierte CPU. Unter einen i5 5x00 würde ich ehrlich gesagt nix kaufen. Es gibt auch genug Geräte die so ausgestattet sind.
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  • derGhostrider
    Schöner Vergleich...
    Ich habe allerdings eine Anmerkung zum Artikel:
    Ist das Ernst gemeint, dass man durch die Anschaffung eines z.B. 400 Euro teuren Gerätes SPAREN soll im Vergleich zu einem "nicht mehr aktuellen" PC?
    Ich weiß ja nicht... Man muss sich ja keinen alten Pentium D in den Keller stellen!

    Bevor man sonst Strom-MEHRKOSTEN in Höhe von mindesterns 400 Euro produziert hat, vergeht auch recht viel Zeit...
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  • Tesetilaro
    stimmt - ein grob überschlagenes scenario spart mir 2,80 € im Jahr, wenn ich zumindest einen Teil der nutzung von rechenknecht mit 300 Watt im Mittel auf den mini pc mit max 15 watt verlege - aber genau da wo's drauf ankommt, beim zocken, hilft der mini natürlich nicht ;)

    Auf der anderen seite ist es wirklich ein unterschied ob ich den großen oder den kleinen anmache um emails zu checken *g*
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  • Michalito
    Habe mir grade zwei Mini PC aud dem Reich der Mitte kommen lassen, einmal Z8300 2 GB Ram 32 GB MMC 60€, super und einmal i5 U4250 Barebone mit MSata und 2 mal Sata in Vollalu nicht mehr ganz so winzig mit 17 cm Kantenlänge, aber ich bin begeistert. Das Ding gab es für 170€. Testet sowas doch mal gegen die "etablierten"
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  • Bodo
    @tese: da hast du deinen Ziegelstein - wenn auch ohne Beamer
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  • Bodo
    ups, Brix kommt als nächstes. War kurzzeitig verwirrt
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  • fffcmad
    LoL. Ich habe mir gestern die Zotac ZBox CI-323 ins Haus geholt und eine Securepoint Firewall draus gemacht. Und dann taucht bei euch ein Test zu einem aehnlichen Geraet auf :D Zufaelle gibt's xD

    Bzw. wurde der Artikel angezeigt...
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  • gst
    Yop, jibbet. ;) Der Artikel bekam halt ein Update (neues Produkt, der Gigabyte Brix) und wird dann auch wieder nach vorn geholt.
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