Motorola patentiert selbstheilendes Display

Eines der größten Probleme im alltäglichen Umgang mit Smartphones ist die Empfindlichkeit des Bildschirms: Aufgrund der schieren Größe sammeln sich schnell erste Kratzer, und wenn die Preziose einmal unsanft auf dem Boden aufschlägt, weist das Display schnell Risse auf - die sogenannte Spider-App.

Dem scheint Motorola nun technologisch zu Leibe rücken zu wollen: Der Hersteller hat ein Patent für ein selbstheilendes Display angemeldet: Dabei wird allem Anschein nach auf eine Kunststoff-Oberfläche gesetzt, die aus einem sogenannten Formgedächtnispolymer besteht: Dieser besteht aus zwei Komponenten und findet bei (starken) Verformungen unter Zuhilfenahme von Hitze zurück in die ursprüngliche Form. Dementsprechend integriert der Hersteller mehrere thermische Elemente in einem Netz, das nicht nur dafür sorgt, dass die benötigte Temperatur an die schadhaften Stellen gelangt, sondern das die Schäden auch "erkennt". Die Steuerung der Technologie erfolgt über einen (oder mehrere) dezidiert(e) Prozessor(en).

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1 Kommentar
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  • johannes_franke
    Sorry, ist vielleicht etwas pedantisch, aber der Titel ist leicht irreführend: hier geht es nicht um selbstheilende Displays, sondern selbstheilende transparente Oberflächen, die normalerweise über dem Display liegen.
    Ich halte für unwahrscheinlich, dass hier eine massentaugliche Technologie herauskommt. Dafür gibt es zu viele Fragezeichen:

    • da die Oberfläche dann ausdrücklich aus Kunststoff ist, bekommt sie noch viel schneller als Glas hässliche Kratzer. Kunststoff wird man nie so hart machen können wie Glas, das wäre hier auch kontraproduktiv. Dann muss man aber massive Nachteile in der Praxistauglichkeit in Kauf nehmen, denn...
    • die Technik scheint eher auf die Korrektur von Brüchen und Verformungen abzuzielen, aber nicht auf die Selbstheilung von einfachen Kratzern - das wäre aber ein mindestens genau so wichtiger Aspekt, wenn man schon dabei ist, sich mit dem Thema zu befassen
    • wenn die Reparatur nur mit gezieltem Einsatz von Hitze funktioniert, wird das im mobilen Einsatz eher schwierig. Ob eine Akkuladung dafür ausreicht?
    • würde das Ganze nicht auch viel einfacher ohne dedizierte Prozessoren funktionieren, wenn man einen Fön auf die Oberfläche richtet - natürlich wohldosiert? Ein Displayglasbruch ist oft nicht so schlimm, dass das Gerät gleich unbenutzbar wird, d.h. mit der Reparatur kann man vielleicht warten, bis man eine externe Hitzequelle gefunden hat. Wenn die Oberfläche so zersplittert ist, dass man sich die Finger daran aufschneidet, dürfte auch Formgedächtnispolymer versagen, wieder zur Ursprungsform zurückzukommen
    • es hilft den Genies nichts, die es schaffen, nicht nur das Displayglas zu durchbrechen, sondern dabei auch noch das Display selbst zu punktieren. Dann hilft die schönste Oberfläche auch nichts mehr


    Nicht vergessen sollte man auch, dass die Wegwerfgesellschaft ein gebrochenes Displayglas heute als willkommenen Anlass sieht, sich einfach das nächste, viel geilere, größere, teurere Smartphone zu kaufen. Über längere Zeit dasselbe zu nutzen, ist "uncool".
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