HTC One Familie: Mit drei schicken Smartphones zurück auf die Erfolgsspur?

Begrenzter Speicher trifft auf schnelle CPUs

HTC zeigt sich bei der Speicherausstattung vergleichsweise geizig

Die drei HTC-One-Smartphones sollen mit einer schicken Optik und leistungsstarken Kameras vor allem den klassischen Privatanwender ansprechen. Die unter Android 4.0.3 betriebene HTC-Oberfläche Sense 4.0 gefällt in erster Linie durch ihre schicke Optik, kann aber auch durch ihre Funktionalität und Übersichtlichkeit überzeugen. Mit dem vorinstallierten Office-Anwendungen Polaris Office und Adobe Reader können alle drei Smartphones - aufgrund der großen Displays vor allem das HTC One S und One V - auch gut als mobile Arbeitstiere genutzt werden. Im Zentrum steht aber der Hobbyist mit Hang zu multimedialen Anwendungen, die sich dazu allerdings noch eine HDMI-Schnittstelle wünschen könnten.

Dementsprechend groß ist die Bedeutung des verbauten Speichers, denn mediale Anwendungen - ob Musik, ob Film, ob Spiele - brauchen Platz. Und hier disqualifiziert sich das HTC One V. Zwar steckt in dem Smartphone ein 4 GB großer Festspeicher, dem Nutzer stehen davon jedoch nicht einmal 100 MB zur Verfügung. Zwar kann dieser per Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB aufgestockt werden, bei der Installation von Apps muss man dennoch vorsichtig sein, denn diese benötigen, selbst wenn sie hauptsächlich auf der Speicherkarte untergebracht werden können, etwas Platz auf dem Telefonspeicher.

Anders sieht es da beim HTC One S aus. Das Smartphone, das in der Serie zwischen Low- und High-End steht, besitzt mit 16 GB schon einen vergleichsweise großzügig dimensionierten Datenspeicher, der 10 GB direkt für den Nutzer bereithält. Leider kann dieser nicht per Micro-SD-Karte aufgerüstet werden, sodass am Ende die Speicherausstattung für ein solch hochwertiges Gerät schon recht knappbemessen ist. Ähnlich das One X kommt zwar von Haus aus mit einer Speicherkapazität von üppigen 32 GB, eine Erweiterung verweigert der Hersteller den Nutzern jedoch. Doch gerade wer sich für ein teures Flaggschiff entscheidet, dürfte sich schnell zu den Heavy-Usern zählen und dementsprechend über einen gesunden Speicherbedarf verfügen. Zumal von der angegebenen Kapazität auf dem Smartphone von 25,24 GB selbst noch mal 1 GB verschwinden. 

Ohne Micro-SD-Karte bietet das One V nur wenig PlatzOhne Micro-SD-Karte bietet das One V nur wenig PlatzDer 10 GB große Datenspeicher des One S kann noch aufgestockt werden...Der 10 GB große Datenspeicher des One S kann noch aufgestockt werden......keine Erweiterungsmöglichkeiten bietet das One X, hier muss der gebotene Platz reichen...keine Erweiterungsmöglichkeiten bietet das One X, hier muss der gebotene Platz reichen

Geringere Strukturbreite vs. mehrere Kerne - der Tegra 3 fällt zurück

Prinzipiell liefern alle drei Geräte ausreichend Leistung um im Alltag zu bestehen. Doch leider hält HTC das One V nicht nur äußerlich klein, sondern setzt auch im Inneren der Geräts eher auf Einsteigertechnik. Der mit 1 GHz getaktete Qualcomm Snapdragon S1, der nur über 512 MB RAM verfügt, ist kein SoC, der um eine Leistungskrone mitkämpfen könnte.

Nicht nur bei den Benchmarks hinkt das Smartphone den beiden anderen Modellen deutlich hinterher. In CPU-lastigen Vergleichen erreicht das One V gerade mal ein Viertel der Punkte des Flaggschiffs (Antutu). Auch im Alltagsgebrauch merkt man dem Kleinsten der One-Serien an, dass er hinsichtlich der verbauten Hardware in einer anderen – niedrigeren – Liga spielt. Das Starten einer Anwendung nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als beim One S und X.

Ganz anders der mittlere Vertreter der Serie. Das HTC One S muss sich zwar mit zwei Kernen begnügen, die entstammen jedoch dem aktuellsten Prozessor-Design, das momentan in einem Serien-Smartphone verbaut wird. Denn die beiden mit 1,5 GHz getakteten Krait-Kerne, die in dem verbauten Qualcomm Snapdragon S4 arbeiten, (Qualcomm MSM8260A) werden zum einen bereits in einer Strukturbreite von 28 nm gefertigt und sollen darüber hinaus eine höhere Performance pro CPU-Zyklus liefern. Zudem steckt im One S ein 1 GB großer Arbeitsspeicher.

Ein 1 GB großer Arbeitsspeicher steht auch dem SoC des HTC One X zur Seite. Dessen vier CPU-Kerne versprechen zunächst eine im Smartphone kaum zähmbare Leistung. Und natürlich reagiert das Smartphone augenblicklich auf jede Eingabe. Doch trotz dessen, dass die Tegra-3-Kerne mit der gleichen Taktfrequenz arbeiten, bleiben sie im Benchmark-Vergleich zumeist hinter der Leistung des Qualcomm MSM8260A zurück. Lediglich im Antutu-Benchmark, im Rightware Browsermark und im Productivity-Teil des SmartBench2012 kann sich die Vierkern-CPU gegenüber dem Qualcomm-Prozessor des One S durchsetzen.

Lediglich einen Benchmark gewinnt das One X uneingeschränkt: Das Smartphone entwickelt schon bei kleineren Aufgaben, selbst beim Telefonieren, derart viel Wärme, dass einem wohlig warm ums Ohr wird. Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs werden sich in den kalten Monaten über die Taschenheizung freuen.

Furios startet das Flaggschiff der HTC One Familie und verweist beim Antutu-Benchmark dank seiner vier Kerne die beiden anderen Modelle auf die Plätze.

Doch schon im Linpack-Benchmark für Einzelkerne zeigt sich die Überlegenheit des Qualcomm S4, der den Tegra 3 um weitmehr als das Doppelte übertrumpft. Hier scheint der Unterschied zwischen 28 nm und 40 nm Strukturbreite deutlich zu werden, denn nicht weit vom Quadcore-Boliden entfernt liegt die Leistung des im HTC One V verbauten Qualcomm S2.

Auch beim Linpack-Multi-Thread-Benchmark demonstriert der S4 überlegen seine Leistung. Dürfen beim Tegra 3 alle vier Kerne arbeiten, kann sich dieser dennoch deutlich von S2 absetzen.

Dichtauf liegen die beiden Smartphones im Quadrant-Benchmark, der verdeutlicht, dass die vier Tegra-3-Kerne durchaus performant sind.

Noch deutlicher zeigt sich dies beim Smartbench 2012 (Game). Die beiden CPU-Kerne des Qulacomm S4 hängen den im HTC One X arbeitenden Quadcore locker ab - allerdings nur, wenn es ums Spielen geht...

...als reines Arbeitstier dagegen macht der Tegra 3 im Smartbench 2012 (Productivity) eine bessere Figur als der S4 des One S.

Der Vellamo-Benchmark versucht die Gesamtleistung eines Systems abzubilden und prüft dementsprechend die Grafik und - teilweise mit anderen Benchmarks  - die Performance der CPU, selbst die User-Experience versucht der Benchmark zu erfassen. Dabei landet das One X einmal mehr deutlich hinter dem One S. In der Praxis ist der Unterschied zwischen den beiden Smartphones allerdings längst nicht so eindeutig.

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9 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • SD-Kartenslot
    One S und Micro-SD-Kartenslot? Nicht wirklich...
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  • modena
    Wenn ihr die Geräte schon testet dann solltet ihr nicht so nen Käse verzapfen

    -HTC ONE X, ONE XL (ONE X AT&T) besteht aus Polycarbonat

    -HTC ONE S hat einen Alu Unibody, die schwarze Variante ist dazu noch mit einer speziellen Beschichtung überzogen (ultra-matte schwarze Keramik-Metall-Oberfläche durch Microarc Oxidation / MAO)

    -HTC ONE V hat einen Alu Unibody
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  • goch
    Exakt, das HTC One S hat keinen SD-Card Slot. Damit ist auch das Fazit nicht richtig
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  • gast0815
    Ihr solltet nichts testen, wovon ihr keine Ahnung habt!
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  • gast0815
    Nachtrag: Sowohl One X als auch One S haben HDMI (microUSB mit MHL). Und natürlich haben meine Vorredner recht: kein microSD beim One S.
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  • PatrickT
    Ohne SD-Kartenslot kann ich fast leben, vor allem wenn der Speicher dann richtig ins System integriert ist, wie beim Galaxy Nexus.

    Ein absolutes No-Go ist allerdings die Sache mit dem Akku: Gerade wenn man viel unterwegs ist glühen Display und GPS, WLAN Hotspot fürs notebook usw...
    Auf Konferenzen schmunzel ich immer über die iPhone-User die wegen Minimalbeleuchtung die Nase aufs Display drücken und in der Pinkelpause sich um die Steckdosen scharren - und lege gemütlich meinen zweiten Akku ein.

    Schade, denn das One X ist sonst ein interessantes Produkt. Dank der Akku-Geschichte bleibe ich aber beim Galaxy Nexus: 16GB richtig im System sind dank USB-Host Funktion zu verkraften. Und da habe ich auch 720p, allerdings einen zweiten Akku und 16 statt 1 GB Systemspeicher.
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  • gast34732
    Im Übrigen gibt es beim one V wieder ein "antennagate". weil das Alu-Gehäuse fast alle Bereiche abdeckt, muss die Antenne in die kleine "Nase" am unteren Ende. Hält man das Phone grob mit der Hand am unteren Ende umschlossen ist mal wieder Ende-Gelände was den Empfang angeht.
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  • matthias wellendorf
    Richtig, das One S hat keinen Micro-SD-Slot. Ist korrigiert.
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  • styleshifter
    Bei meinem HTC One V wird der interne Speicher mit 0,94 GB angezeigt. Dieser wird bei euch gar nicht erwähnt, sondern nur der Telefonspeicher mit 95,23 MB. Eure Aussage ist damit falsch.
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