Vectoring: Bundesnetzagentur verwirft umstrittenen Entwurf

Im April stimmte die Bundesnetzagentur einen Entwurf zum Vectoring zu, welcher der Telekom in weiten Teilen den Nahbereich um rund 8.000 Hauptverteiler überlassen hätte. Vectoring ermöglicht selbst bei alten Kupferleitungen vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten, kann aber jeweils nur von einem Anbieter genutzt werden. 

Einen Monat später mischte sich schließlich die EU-Kommission ein, die die von der Bundesnetzagentur negierten Wettbewerbseinschränkungen wesentlich kritischer sieht. Nun ist klar: Die Deutsche Behörde zieht den Entwurf zurück und will diesen deutlich überarbeiten. So sollen Wettbewerber in mehr Gebieten die Möglichkeit bekommen, selbst Vectoring einzusetzen und die Bedingungen für einen ersatzweise angebotenen virtuellen Zugang verbessert werden. 

Auch wenn die Mitbewerber grundsätzlich die Rücknahme des Entwurfs begrüßen, hält VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner es für fraglich, ob der Vectoring-Antrag auch tatsächlich das von Bundeswirtschaftsminister Gabriel formulierte Ziel im Blick hat, bis 2025 eine allgemeine Verfügbarkeit von Gigabit-Netzwerken zu garantieren. Schlussendlich könnte Vectoring den dringend nötigen Ausbau des Glasfasernetzwerkes nämlich weiter verzögern. 

Die Bundesnetzagentur wird der Europäischen Kommission in der nächsten Wochen einen neuen Entwurf zukommen lassen, welche dann wiederum einen Monat lang Stellung nehmen kann. 

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