Witcher 3: Wild Hunt: Die wilde Jagd geht weiter

Im langersehnten dritten Teil der Witcher-Serie streift Geralt nun durch eine offene Welt und erlaubt dem Spieler, nach Gutdünken zu wählen, wohin er geht und welcher Quest er folgen will.

Seit The Witcher 2 sind in der Spielwelt sechs Monate vergangen und Geralts Erinnerungen sind größtenteils zurückgekehrt. Jetzt macht er sich auf die Reise, um an sein altes Leben anzuknüpfen und die wichtigen Personen seiner Vergangenheit wiederzusehen. Vor allem natürlich seine ehemalige Geliebte Yennefer sowie seine Adoptivtochter Ciri.

Ciri als GöreCiri als Göre

Wie alles beginnt

Zu Beginn kann der Spieler entscheiden, ob er seinen Spielstand aus dem zweiten Teil übernehmen oder einen Spielstand simulieren will. Möchte er simulieren, werden ihm im weiteren Spielverlauf im Palast einige Fragen gestellt, die die alten Entscheidungen aus The Witcher 2 quasi rückwirkend in Kraft setzt und Auswirkungen auf den Spielverlauf haben.

Rückblickend ist dies in unseren Augen ein sehr kreativer Umgang mit dem Fakt, dass im vorherigen Teil getroffene Entscheidungen Einfluss auf den Nachfolger haben. Dem Tester war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht bewusst, dass er mit seinen Antworten quasi Fakten schaffen würde.

Der Einstieg in die Geschichte ist in Wilde Jagd nicht ganz so dramatisch wie noch im Vorgänger. Das hat der dritte Teil aber auch gar nicht nötig. Der Ruf der Serie ist gut genug und die Fans so zahlreich, dass sich die Story auch mal gemächlich entwickeln darf und nicht gleich alles Pulver zu Beginn verfeuert werden muss.

Hier lernt der Spieler dann auch eine der neuen Hauptpersonen kennen: Ciri. Mit ihr durchläuft Geralt auch das optionale Tutorial, in dem man sich mit der Steuerung und den verschiedensten Elementen des Spiels vertraut machen kann.

Open World wie sie sein sollte

Sobald das Tutorial abgeschlossen ist und Geralt in Vesemirs Begleitung aufbricht, offenbart sich die größte Veränderung. The Witcher III spielt in einer offenen Welt. Dem Spieler steht es frei, ganz nach eigenem Geschmack durch die riesige Welt zu streifen.

Lagerfeuerromantik - nur ohne LagerfeuerLagerfeuerromantik - nur ohne Lagerfeuer

Damit diese große Welt nicht nervt, gibt es gleich zwei neue Spielelemente, die das Durchstreifen der Welt vereinfachen soll. Das eine ist Geralts Stute Plötze (oder im Englischen: Roach), auf der er deutlich schneller durch die Lande reiten kann. Ganz nebenbei kann man mit Hilfe einer Satteltasche auch gleich noch das Gewichtslimit für Gegenstände im Inventar nach oben schrauben.

Das zweite Mittel für schnelle Reisen sind auf der Karte verstreute Wegweiser und Boote, von denen man zu allen anderen schon besuchten Gegenständen der gleichen Art "schnellreisen" kann. Sobald man die Gegend gut ausgekundschaftet hat kann man relativ zügig weite Strecken zurücklegen.

Von Quest zu Quest

Wie auch schon bei den Vorgängern glänzt auch der dritte Teil mit einem ausgefeilten und mit viel Leben gefüllten Quest-System. Neben der Hauptquest gibt es unzählige Nebenquests, die abwechslungsreich und interessant sind. Hier schwächeln einige Konkurrenten, deren Nebenquests teils sehr lieblos wirken - bis hin zum klassischen "Gehe nach XXX, töte 10 YYY und komme hierher zurück".

Bei Witcher 3 gibt es dagegen kein Schema F, nach dem die Quests gestrickt sind; sie sind sehr liebevoll manuell erstellt. Das wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass alle Quests über eigene, gesprochene Texte verfügen.

Ciri inzwischen eher betörendCiri inzwischen eher betörend

Wo war noch gleich ...?

In Zeiten von Navigationssystemen und Handy-Navigation ist Orientierungssinn nicht mehr unbedingt überlebensnotwendig. Darauf nimmt auch The Witcher 3 Rücksicht.

Neben der obligatorischen großen Karte, die sich immer weiter mit Leben füllt, gibt es auch eine kleine, stets eingeblendete, Minimap. In dieser sind allerlei Informationen zu erkennen. Darauf befinden sich Geralts aktuelle Position und alle Landmarken in näherer Umgebung, beispielsweise Händler, Schmiede und besondere Orte.

Von oben ist es doch direkt viel übersichtlicherVon oben ist es doch direkt viel übersichtlicher

Auf ihr sind aber auch alle nahen Gegner und sogar ungeplünderte Gegnerleichen zu sehen. Gekrönt wird das Ganze von einer gepunkteten Linie, die den Weg zum nächsten Questort weist. Und wählt man eine andere aktive Quest aus, wird dies natürlich auch sofort auf der Mini-Map aktualisiert.

Das mag in einem solchen Fantasy-Szenario erst einmal anachronistisch wirken, aber praktisch ist es allemal. Einziges Manko dieses Systems ist, dass man die Schnellreise nicht zu Pferd auslösen kann. Hierfür muss man also immer erst absteigen. Wen diese Hilfe allzu sehr stört, der kann sie einfach in den Einstellungen ausschalten.

Absolut einzigartig?

In einer offenen Welt gibt es viele Orte, viele Gebäude und noch viel mehr Lebewesen. Darunter befinden sich bei Wild Hun enorm viele einzigartige Gebäude und Personen mit eigenem Aussehen und eigenem Charakter. Ganz klar ist aber natürlich auch, dass dies nicht für jeden Gegenstand des Spiels gelten kann.

Ein großer Anteil der Bevölkerung sind Statisten, deren Haupteigenschaft sich häufig mit "Bauer" oder "Bandit" erschöpft. Dazu kommt, dass die Kategorie Bauer offensichtlich eher sowas wie Leibeigener meint. Denn Bauern trifft man bei allen möglichen Tätigkeiten an allen möglichen Orten an. Diese Statisten haben - wenn sie angesprochen werden oder in der Nähe sind - meist nur ganz wenige Sätze parat, die sie völlig kontextfrei von sich geben.

Solange Rollenspiele aber noch über keine vollständige künstliche Intelligenz verfügen, wird sich eine so große Menge an NPCs nicht anders erstellen lassen. Mehr zu erwarten wäre also schlicht vermessen.

Hoffentlich hat der Friseur eine RechtsschutzversicherungHoffentlich hat der Friseur eine Rechtsschutzversicherung

Passiert man Statisten, hört man daher häufig irgendwelche Unterhaltungen mit, die zwar einen gewissen Unterhaltungswert haben, aber durch die ständige Wiederholung leicht eintönig werden. Gelegentlich geben diese Gespräche allerdings auch Hinweise für oder auf Quests. Hinhören sollte man also besser doch.

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6 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Plitz
    Ein sehr tolles Spiel, das mit ein paar kleinen Änderungen absolut Top sein könnte.
    Das Speichersystem ist ziemlich Rückständig! Automatisch gespeichert wird nur bei Questaktualisierungen ... und das auch nur vereinzelt! Manchmal reitet man auf der Karte für ne Stunde von Fragezeichen zu Fragezeichen ... Plötzlich Spielabsturz! Und keines der aufgedeckten Fragezeichen wurde übernommen ... und die Quest die man zuvor noch beendet hat darf man auch von der Hälfte an wieder beginnen.

    Ein einfacher Schieberegler im Menü "speichere alle 5-30 Minuten automatisch" würde das Spielerlebnis nahezu vom Frust befreien!

    DENN: Spielabstürze sind regelmäßig und unvorhersehbar! Am Ersten Tag konnte man etwa alle 60 Minuten mit einem Absturz rechnen, die Patches haben sehr geholfen, aber Abstürze gibt es immer noch!

    Die Schnellreise ist ein tolles Feature, aber weit weg von wirklich hilfreich! Man kann nur von Wegekreuz zu Wegekreuz reisen, was schon ziemlich nervt. Von überall zu den Wegekreuzen reisen können würde seeeeeehr viel Laufarbeit entfernen. Vom Wegekreuz 300 Meter zu der Quest laufen nur um dann die 300 Meter wieder zurück rennen zu müssen ist nicht toll. Auf dem Rückweg gibt es auch nichts neues zu sehen und Monster lauern da auch nicht mehr ... es ist einfach tote Zeit die man mit zurückrennen verbringt.

    Plötze ist wunderbar zum Reiten. Es passt die Richtung automatisch an, dass man nicht an jedem Baum hängen bleibt und ist recht flott unterwegs, auch an sehr steilen Abhängen kommt man nicht zum stehen. Das Kampfsystem zu Pferd ist jedoch unmöglich. Einen Gegner zu treffen ist reines Glücksspiel.

    Das Inventar ist umfangreich ... meiner Meinung nach zu Umfangreich. Nach wenigen Stunden spielen hat man hunderte verschiedene Zutaten im Inventar und die Übersicht ist nicht mehr zu bekommen. Ständig bekommt man neue Abstufungen des gleichen Gegenstandes und man weiss nicht was man noch benötigt, was man verkaufen kann oder was man zerlegen muss um nicht irgendwann in einer Sackgasse zu landen. Das im Inventar neue Gegenstände mit einem * hervorgehoben werden hilft überhaupt nicht. Man sieht es nicht und ... nach kürzester Zeit gibt man auch die Suche danach auf. * an dem Komponenteninventar? Ignorieren ... in dem 4 Seiten Scrollmenü findet man eh nicht welches Item jetzt neu hinzugekommen ist ... und es intressiert einen auch nicht wirklich.


    ABER: Am Ende ist das Spiel echt geil! Es fesselt! Es macht Spaß! Es ist wundertoll anzuschauen (wobei es hier eher durch die Atmosphäre und Detaildichte erreicht wird, die Grafik an sich ist nicht Revolutionär.)
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  • avatar_87
    Eine Schnellspeicher- und Schnellladefunktion wäre nett. Aber ansonsten speichert das Spiel von selbst schon sehr sinnvoll. Eine Speichertimer fände ich eher von Nachteil. Zu oft führt zu Ruckeln und einer vollen HDD/SSD und zu selten bringt nichts.

    Die Schnellreisefunktion finde ich perfekt umgesetzt. An allen wichtigen Stellen sind Reisepunkte und ansonsten kommt man gut mit dem Pferd voran. Das regt zum entdecken an. Außerdem gehören gelegentliche Überraschungen durch Wildtiere oder Banditen einfach dazu.

    Das Kampfsystem zu Pferd ist nicht besonders stark, ist aber relativ realistisch und es soll ja auch zu Pferd nicht leichter sein als ohne Pferd :D. Allerdings wäre die Möglichkeit zu Pferd auch Pflanzen sammeln zu können ganz nett.

    Also ich denke man weiß durch die Kategorien schon sehr gut was man verkaufen kann und was besser nicht, zumindest bei den Gegenständen mit viel Gewicht.

    Wenn du wissen willst was du einsammelst Plitz, solltest du vielleicht einfach mal lesen was du einsammelst. Das ist vom Spiel durch die Gewichtsbegrenzung auch so gewollt, weil du dadurch nicht alles mitnehmen kannst.
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  • KOKOtm
    Man kann speichern, steht nur nirgends. F5 ist schnellspeichern.
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  • Bodo
    Artikel aktualisiert: Die Tasten sind inzwischen frei konfigurierbar
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  • avatar_87
    Anonymous sagte:
    Man kann speichern, steht nur nirgends. F5 ist schnellspeichern.


    Gut zu wissen ;). Spiel halt mit einem Controller am PC.
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  • moeppel
    Zitat:
    Anonymous sagte:
    Man kann speichern, steht nur nirgends. F5 ist schnellspeichern.


    Gut zu wissen ;). Spiel halt mit einem Controller am PC.


    Spiele auch mit einem xBox Controller. F5 war mir bekannt, allerdings gibt es meines Wissens nach keinen QuickLoad.

    Unabhängig davon, ohne Umkonfigurationen: Besteht die Möglicht die Weltkarte direkt per Controller zu öffnen? Leider scheint es einiges an unnötigem Overhead zu geben was die Steuerung angeht. Tastatur + Maus hat mich auf Anhieb abgeschreckt mit den tausend Buttons.

    Vielleicht bei einem 2. Run, bei dem ich das Spiel dann auch hoffentlich mal auf max Settings spielen werden kann ;)
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